In den USA nimmt die Regulierung des Kryptomarktes deutlich an Fahrt auf. Wie aus aktuellen Informationen hervorgeht, hat das Weiße Haus eine klare Deadline gesetzt: Bis zum 1. März soll der sogenannte Crypto Market Structure Bill entscheidend vorangebracht werden. Damit könnte erstmals ein umfassender regulatorischer Rahmen für die gesamte Branche entstehen.
Besonders brisant ist dabei eine zentrale Entscheidung, die bereits gefallen sein soll – und die vor allem Stablecoin-Anbieter sowie Krypto-Unternehmen betrifft.
Kein Zinsmodell mehr für Stablecoins geplant
Im Mittelpunkt der Diskussion steht künftig die Frage, welche Funktionen Stablecoins überhaupt erfüllen dürfen. Laut dem aktuellen Gesetzesentwurf sollen Anbieter keine Renditen mehr auf ungenutzte Stablecoin-Guthaben anbieten dürfen.
Das bekannte Modell, bei dem Nutzer allein durch das Halten von Stablecoins Zinsen oder Belohnungen erhalten, ähnlich wie bei einem klassischen Sparkonto, steht damit praktisch vor dem Aus. Stattdessen soll eine Vergütung nur noch dann erlaubt sein, wenn Stablecoins aktiv eingesetzt werden, etwa im Lending-Bereich oder innerhalb klar definierter Finanzanwendungen.
🚨 THE WHITE HOUSE HAS SET A MARCH 1 DEADLINE TO MOVE THE CRYPTO MARKET STRUCTURE BILL FORWARD.
The core issue has now been decided, and it goes against crypto firms and stablecoin holders: no yield on idle balances.
Today’s meeting was led directly by the White House, which… pic.twitter.com/Ni4eLk1XAd
— Bull Theory (@BullTheoryio) February 20, 2026
Diese Entscheidung gilt als bedeutender Einschnitt, da gerade Renditeprogramme in den vergangenen Jahren ein wichtiger Wachstumstreiber für Stablecoin-Plattformen waren.
Weißes Haus übernimmt Führung der Gespräche
Das jüngste Treffen wurde direkt vom Weißen Haus organisiert und geleitet. Regierungsvertreter brachten bereits konkrete Gesetzestexte mit und bestimmten maßgeblich den Ablauf der Diskussionen.
An den Gesprächen nahmen führende Vertreter der Kryptobranche teil, darunter Unternehmen wie Coinbase und Ripple sowie große Venture-Capital-Firmen und Branchenverbände. Parallel dazu waren auch traditionelle Banken über nationale Bankenvereinigungen vertreten, was die zunehmende Bedeutung des Themas für das gesamte Finanzsystem unterstreicht.
Ein zentraler Streitpunkt bleibt weiterhin die Sorge klassischer Banken, dass Stablecoins langfristig Einlagen aus dem traditionellen Bankensystem abziehen könnten. Daher drängen Bankvertreter weiterhin auf umfassende Studien zu möglichen Auswirkungen auf das Einlagengeschäft.
Harte Durchsetzung geplant
Der aktuelle Entwurf sieht zudem weitreichende Durchsetzungsbefugnisse vor. Demnach sollen die US-Börsenaufsicht SEC, das Finanzministerium sowie die Rohstoffaufsicht CFTC gemeinsam befugt sein, Verstöße gegen das Stablecoin-Yield-Verbot zu ahnden.
Die vorgesehenen Strafen fallen dabei drastisch aus: Bei Verstößen könnten Unternehmen mit bis zu 500.000 US-Dollar pro Tag belangt werden. Diese klare Drohkulisse zeigt, wie ernst Washington die Kontrolle über den schnell wachsenden Stablecoin-Sektor nimmt.
Trotz Einschränkungen positives Signal für den Kryptomarkt
Auch wenn das geplante Verbot von passiven Stablecoin-Renditen kurzfristig als Rückschlag für einige Geschäftsmodelle gewertet wird, betrachten viele Marktteilnehmer das Gesamtpaket dennoch als positiven Schritt.
Der Gesetzesentwurf soll erstmals eindeutige Regeln schaffen, etwa zu:
- Verwahrung digitaler Vermögenswerte
- Aufsicht über Kryptobörsen
- Klassifizierung von Tokens
- Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC
Genau diese regulatorische Klarheit fehlte bislang vielen institutionellen Investoren. Unsicherheit über rechtliche Zuständigkeiten galt in den vergangenen Jahren als einer der größten Gründe, warum große Kapitalströme nur zögerlich in den Kryptosektor geflossen sind.
Ein klar definiertes Regelwerk könnte daher langfristig mehr institutionelles Kapital freisetzen – selbst wenn einzelne Renditemodelle eingeschränkt werden.
Entscheidung noch im Februar möglich
Die Verhandlungen sollen bereits in dieser Woche fortgesetzt werden. Beobachter halten eine grundsätzliche Einigung noch vor Monatsende für realistisch. Anschließend könnte der regulatorische Rahmen offiziell finalisiert und Anfang März in die nächste gesetzgeberische Phase überführt werden.
Sollte der Zeitplan eingehalten werden, könnte der US-Kryptomarkt schon bald über eines der bislang umfassendsten regulatorischen Fundamente weltweit verfügen – mit weitreichenden Folgen nicht nur für Stablecoins, sondern für die gesamte Branche.
Zuletzt aktualisiert am 20. Februar 2026



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