Der Kryptomarkt bleibt weiterhin tief im Bärenmodus. Bitcoin notiert aktuell rund 50 Prozent unter seinem Allzeithoch, Ethereum hat mehr als 60 Prozent verloren. Bei Solana und XRP beträgt der Abstand zum Rekordniveau sogar über 70 Prozent, während zahlreiche kleinere Altcoins 80 Prozent oder mehr eingebüßt haben.
Entsprechend gering ist das Interesse vieler Privatanleger, zugleich dominieren Angst, Unsicherheit und große Zurückhaltung. Nun liefert eine neue Auswertung von Bitwise zusätzlichen Stoff für die Bären: Der Markt verzeichnete bereits das dritte Quartal in Folge negative Renditen. Damit setzt sich eine Verlustserie fort, die es in dieser Länge zuletzt im Krisenjahr 2022 gab.
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Drei Verlustquartale in Folge: Bitwise zeigt das ganze Ausmaß
Laut dem aktuellen Marktbericht von Bitwise verlor der Bitwise 10 Large Cap Crypto Index im zweiten Quartal 2026 insgesamt 15,4 Prozent. Acht der zehn enthaltenen Kryptowährungen beendeten den Zeitraum im Minus. Gleichzeitig registrierten die börsengehandelten Bitcoin-Spotfonds ihr bislang schwächstes Quartal gemessen an den Nettoabflüssen. Auch Handelsvolumen, Onchain-Aktivität und das in DeFi-Protokollen gebundene Kapital gingen im Quartalsvergleich zurück. Damit schloss der breite Kryptomarkt bereits das dritte Quartal hintereinander mit einer negativen Rendite ab – die längste derartige Serie seit dem Bärenmarkt von 2022.
Bitwise: Crypto Posts Third Straight Quarter of Negative Returns, Longest Streak Since 2022
Bitwise said the Bitwise 10 Large Cap Crypto Index fell 15.4% in Q2, with eight of its 10 constituents declining, while spot Bitcoin ETFs recorded their worst quarter of outflows on… pic.twitter.com/rgxxoTIzt7
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) July 10, 2026
Die Grafik wirkt deshalb besonders ernüchternd: Statt einer schnellen Erholung nach den ersten Kursverlusten folgte eine lang anhaltende Schwächephase. Drei negative Quartale bedeuten, dass Käufer über viele Monate nicht genügend Kraft entwickelten, um den übergeordneten Trend zu drehen. Das erklärt auch, warum kurze Erholungen bislang regelmäßig wieder verkauft wurden und die Stimmung trotz einzelner positiver Nachrichten angespannt bleibt. Eine bestätigte Trendwende ist aus diesen Daten bislang jedenfalls nicht abzulesen.
Allerdings zeigt der Bericht zugleich einen auffälligen Gegensatz zwischen Kursen und fundamentaler Entwicklung. Verglichen mit dem Tiefpunkt des letzten Bärenmarktes 2022 liegt die Transaktionsaktivität auf Ethereum laut Bitwise etwa 13-mal höher. Der Gesamtwert in DeFi ist um mehr als 60 Prozent gestiegen, während sich das verwaltete Stablecoin-Vermögen ungefähr verdoppelt hat. Zusätzlich erreichte das Volumen von Prognosemärkten 43,2 Milliarden US-Dollar, tokenisierte Real-World Assets wuchsen seit Jahresbeginn um 50,3 Prozent auf 32,89 Milliarden US-Dollar. Die Kernaussage: Die Preise fallen weiter, obwohl wichtige Teile der Infrastruktur heute deutlich größer und stärker genutzt werden als noch 2022.
USDT-Dominanz bleibt hoch: Der Bärenmarkt ist noch nicht beendet
Auch eine aktuelle Analyse von Swissblock spricht dafür, dass der Bitcoin-Bärenmarkt vorerst weitergeht. Demnach erfolgte bereits im vergangenen Oktober ein klarer Regimewechsel: Die vorherige Risk-on-Phase endete, während Anleger zunehmend in einen defensiven Schutzmodus wechselten. Seitdem signalisiert der Bitcoin Risk Index immer wieder eine ausgeprägte Risikoaversion. Zwar gab es zwischenzeitlich kurze konstruktive Phasen, doch bislang konnte sich keine nachhaltige Rückkehr von Kapital in Bitcoin und andere Kryptowährungen etablieren.
Last October marked the regime shift.
It was the end of the bull market and the beginning of a dominant defensive, risk-off environment.
Since then, the Risk Index has tracked the pulse between risk-on and risk-off phases.
USDT Dominance tells us how persistent that defensive… pic.twitter.com/jEpQHd7wvC
— Swissblock (@swissblock__) July 9, 2026
Besonders wichtig ist dabei die USDT-Dominanz. Sie zeigt, wie groß der Anteil des Stablecoins Tether am gesamten Kryptomarkt ist. Steigt diese Kennzahl oder bleibt sie auf hohem Niveau, deutet das darauf hin, dass viel Kapital weiterhin in Stablecoins geparkt wird, anstatt in Bitcoin oder Altcoins zu fließen. Aktuell hält sich die USDT-Dominanz laut Swissblock deutlich oberhalb einer wichtigen Unterstützungszone und liegt bei rund 8,5 Prozent.
Damit bleibt die defensive Positionierung intakt. Erst ein klarer Bruch dieser Unterstützung würde darauf hindeuten, dass Anleger ihre Stablecoin-Reserven wieder verstärkt in den Kryptomarkt umschichten. Solange dieses Signal ausbleibt, fehlt dem Markt ein entscheidender Treiber für eine nachhaltige Trendwende. Die Daten sprechen daher eher für weitere Schwäche oder eine längere Bodenbildungsphase als für das unmittelbare Ende des Bärenmarktes.
Trotz Bärenmarkt: Bitcoin Hyper zeigt relative Stärke im Presale
Während der breite Kryptomarkt seit Monaten unter Verkaufsdruck steht, zeigen ausgewählte Projekte weiterhin relative Stärke. Besonders auffällig ist dies bei Bitcoin Hyper, dessen Presale nach Angaben des Projekts bereits rund 33 Millionen US-Dollar eingesammelt hat.
Ein solches Volumen ist in einem von Angst, Kapitalabflüssen und geringer Risikobereitschaft geprägten Markt bemerkenswert. Es deutet zumindest darauf hin, dass weiterhin Nachfrage nach neuen Konzepten rund um Bitcoin besteht.
Bitcoin Hyper möchte Bitcoin nicht ersetzen, sondern dessen Einsatzmöglichkeiten über eine Layer-2-Infrastruktur erweitern. Das geplante Netzwerk kombiniert Bitcoin als Basis mit einer Ausführungsschicht, die auf der Solana Virtual Machine basiert.

Dadurch sollen die Sicherheit und Bekanntheit von Bitcoin mit schnellen Transaktionen, niedrigen Gebühren und programmierbaren Anwendungen verbunden werden. Nutzer könnten Bitcoin über eine Bridge in das Layer-2-System übertragen und dort unter anderem für DeFi-Anwendungen, Zahlungen oder weitere dezentrale Dienste einsetzen.
Eine wichtige Rolle sollen dabei Zero-Knowledge-Proofs spielen. Diese sollen Transaktionen gebündelt verarbeiten und deren Gültigkeit kryptografisch nachweisen, bevor relevante Informationen an die zugrunde liegende Infrastruktur übermittelt werden. Allerdings befindet sich dieses Modell noch in der Entwicklungs- und Presale-Phase. Ob die Bridge, die technische Architektur und das gesamte Ökosystem wie geplant funktionieren, muss sich daher erst nach dem Mainnet-Start zeigen.
Zusätzlich bietet Bitcoin Hyper für gestakte HYPER-Token derzeit eine dynamische Rendite von ungefähr 36 Prozent pro Jahr.
Zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2026



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