Bitcoin Prognose: JPMorgan warnt vor diesem Risiko

Close-up of a stack of gold Bitcoin coins on a laptop keyboard.

Bitcoin erholt sich zum Ende der Woche weiter und gewinnt am heutigen Handelstag mehr als 1,5 Prozent. Damit nähert sich die größte Kryptowährung erneut der Marke von 64.000 US-Dollar. Von einer nachhaltigen Trendwende kann dennoch keine Rede sein: Bitcoin notiert weiterhin ungefähr 50 Prozent unter seinem Allzeithoch, der übergeordnete Bärenmarkt bleibt intakt.

Zuletzt sorgten insbesondere mögliche Verkäufe von Strategy, langfristige Gefahren durch Quantencomputer und die allgemeine Konjunkturunsicherheit für Angst. Nun nennt JPMorgan jedoch ein anderes, strukturelles Risiko: Private Blockchain-Netzwerke könnten erfolgreich werden, ohne dass Bitcoin davon profitiert.

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JPMorgan warnt: Blockchain könnte gewinnen – aber Bitcoin verlieren

Nach Einschätzung von JPMorgan geht die langfristig größte Gefahr für Bitcoin nicht von den umfangreichen Beständen des Unternehmens Strategy aus. Stattdessen verweist ein Analystenteam um Nikolaos Panigirtzoglou auf die zunehmende Verbreitung privater, zugangsbeschränkter Blockchains im traditionellen Finanzsektor. Institutionen könnten die Vorteile der Blockchain-Technologie übernehmen, dabei jedoch vollständig auf öffentliche Netzwerke wie Bitcoin verzichten.

Ein wichtiges Beispiel liefert JPMorgan mit der eigenen Plattform Kinexys. Dabei handelt es sich um eine von der Bank betriebene Blockchain-Infrastruktur für programmierbare Zahlungen, die Tokenisierung von Vermögenswerten und nahezu sofortige Abwicklungen. Anders als bei Bitcoin darf jedoch nicht jeder Nutzer frei am Netzwerk teilnehmen. Der Zugang wird kontrolliert, Transaktionen finden zwischen ausgewählten institutionellen Teilnehmern statt und regulatorische Vorgaben lassen sich direkt in die Infrastruktur integrieren.

Dass dieses Modell bereits eine relevante Größenordnung erreicht, zeigen die aktuellen Zahlen. Nach Angaben von JPMorgan hat Kinexys seit seiner Einführung Transaktionen im Gesamtwert von mehr als vier Billionen US-Dollar verarbeitet. Das durchschnittliche tägliche Volumen liegt mittlerweile bei über sieben Milliarden US-Dollar. Zuletzt erweiterte die Bank das Angebot zudem um mehrere Währungen aus dem asiatisch-pazifischen Raum.

Genau darin liegt das von JPMorgan beschriebene Risiko: Banken und Unternehmen könnten Blockchain-Technologie für internationale Zahlungen, tokenisierte Einlagen, Wertpapiere und Real-World-Assets einsetzen, ohne Bitcoin als Zahlungsmittel, Reservevermögen oder Abwicklungsnetzwerk zu benötigen. Das Narrativ einer umfassenden Blockchain-Adoption würde sich dann zwar bewahrheiten, die daraus entstehende Nachfrage könnte jedoch in geschlossenen Bankensystemen verbleiben.

Vollständig verdrängen dürften private Netzwerke Bitcoin allerdings kaum. Bitcoin erfüllt mit seiner Dezentralisierung, festen Angebotsgrenze und unabhängigen Infrastruktur eine andere Funktion.

Allerdings greift die Argumentation von JPMorgan womöglich zu kurz. Bitcoin konkurriert schließlich nicht nur als technisches Zahlungsnetzwerk mit privaten Blockchains, sondern vor allem als knappes, dezentrales Wertaufbewahrungsmittel. Damit ähnelt sein Investmentcase eher digitalem Gold als einer klassischen Blockchain-Infrastruktur für Banken. Entscheidend ist deshalb weniger, wo Institutionen ihre Transaktionen abwickeln, sondern ob Anleger Bitcoin langfristig als unabhängigen Schutz vor Geldentwertung, politischen Risiken und zentraler Kontrolle akzeptieren.

Bitcoin gegenüber Gold extrem überverkauft – antizyklisches Signal?

Zusätzliche Hoffnung liefert derzeit der direkte Vergleich zwischen Bitcoin und Gold. Der sogenannte Bitcoin-Gold-Oszillator ist laut der vorliegenden Analyse auf einen der niedrigsten Werte seiner Historie gefallen. Konkret liegt die Abweichung des BTC-Gold-Verhältnisses rund 1,81 Standardabweichungen unter seinem langfristigen Trend. Damit wird Bitcoin gegenüber Gold ähnlich schwach bewertet wie in früheren ausgeprägten Stressphasen.

Die Interpretation ist dabei jedoch differenziert. Ein extrem überverkaufter Wert bedeutet nicht automatisch, dass Bitcoin unmittelbar stark steigen muss. Vielmehr zeigt die Kennzahl, dass Anleger Gold derzeit klar als sicheren Hafen bevorzugen, während Bitcoin wie ein besonders riskanter Vermögenswert behandelt wird. Diese Diskrepanz entsteht häufig dann, wenn Angst und Risikoaversion bereits stark ausgeprägt sind.

Historisch konnten solche Extremwerte deshalb interessante antizyklische Signale liefern. Sobald wieder mehr Liquidität in risikoreichere Anlageklassen fließt, könnte Bitcoin gegenüber Gold deutlich aufholen. Der aktuelle Wert signalisiert somit möglicherweise keine sofortige Trendwende, wohl aber eine fortgeschrittene Phase der relativen Schwäche.

Entscheidend bleibt das makroökonomische Umfeld. Sollten Unsicherheit, geopolitische Risiken und hohe Realzinsen anhalten, könnte Gold vorerst überlegen bleiben. Dreht die Stimmung jedoch zugunsten von Risikoanlagen, besitzt Bitcoin nach dieser Metrik erhebliches Aufholpotenzial.

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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