Telegram bietet Investoren Rückerstattung von 1,7 Milliarden Dollar aus dem Token Sale

Telegram, das Unternehmen, die hinter der gleichnamigen 400-Millionen-Messaging-Anwendung steht, will angeblich 1,2 Milliarden Dollar an Investoren-Geldern, die in einem Token Sale im Jahr 2018 gesammelt wurden, zurückgeben. Das Projekt plant auch, den Start des eigenen gehypten Blockchain-Netzwerks, der durch einen Rechtsstreit mit der SEC verzögert wurde, weiter zu verschieben.

Einem Brief an die Investoren zufolge, den CoinDesk erhalten hat, bietet Telegram an, bis zu 72 Prozent der Anteile jedes Investors zurückzugeben. Ansonsten bietet Telegram den Investoren „eine alternative Option an, bis zum 30. April 2021 110 Prozent ihrer ursprünglichen Investition zu erhalten, was 53 Prozent über dem vereinbarten Betrag liegt“.

Berichten zufolge teilte Telegram den Investoren mit, dass es „die Gespräche mit den zuständigen Behörden fortsetzt“ und dass die Investoren Anspruch auf „Gram oder möglicherweise eine andere Kryptowährung zu den gleichen Bedingungen wie in ihren ursprünglichen Kaufverträgen“ erhalten könnten.

Die Entscheidung, das Geld der Investoren zurückzugeben, war absehbar: In seinen ursprünglichen Kaufverträgen für den Token Verkauf des Telegram Open Network hatte sich Telegram stets damit einverstanden erklärt, Geld zurückzugeben, falls das Netzwerk nicht innerhalb seiner festgesetzten Frist starten sollte.

TON sollte ursprünglich im Oktober 2019 starten, revidierte dann aber die Frist, um einer Klage bei der SEC Rechnung zu tragen, die behauptet, dass der Token Verkauf, bei dem insgesamt 1,7 Milliarden US Dollar eingenommen wurden, ein nicht registrierter Wertpapierverkauf sei und somit illegal gewesen wäre.

Der Fall wird immer noch vor Gericht verhandelt, da der führende Richter, Richter P. Kevin Castel vom New Yorker Southern District Court, in einem Brief im vergangenen Monat schrieb, dass die SEC „eine beträchtliche Erfolgswahrscheinlichkeit gezeigt hat, um zu beweisen, dass der gegenwärtige Plan von Telegram, Grams zu vertreiben, ein Wertpapierangebot ist“.

Es scheint, dass sich der Rechtsstreit noch eine Weile fortsetzen wird und zeigt auch die Haltung der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörden, ICO-Projekte genau unter die Lupe zu nehmen und zu klären, ob der Token-Verkauf rechtlich gesehen, überhaupt hätte stattfinden dürfen.

Textnachweis: decrypt, Robert Stevens

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