Der Kryptomarkt steckt weiterhin in einem schwierigen Umfeld fest. Während große Aktienindizes neue Höchststände markieren, notiert Bitcoin noch immer rund 50 Prozent unter seinem Allzeithoch. Eine nachhaltige Trendwende lässt auf sich warten, die Erholungen werden regelmäßig abverkauft und die Marktstimmung bleibt angespannt. Besonders belastend ist die Situation für Bitcoin-Miner, die zunehmend unter sinkenden Margen leiden. Fällt der Bitcoin-Kurs erneut unter wichtige Unterstützungen, könnten weitere Marktteilnehmer unter Druck geraten. Aktuell rutscht Bitcoin wieder unter die Marke von 63.000 US-Dollar und nähert sich den Jahrestiefs.
Neue Daten von JPMorgan zeigen nun, dass sich die Lage für die Mining-Industrie weiter verschlechtert und dies zusätzliche Risiken für den Markt mit sich bringen könnte.
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JPMorgan sieht wachsenden Druck auf Bitcoin-Mining
Laut einer aktuellen Analyse von JPMorgan handelt Bitcoin inzwischen seit fünf aufeinanderfolgenden Monaten unter den geschätzten Produktionskosten. Die Bank beziffert die durchschnittlichen Kosten zur Erzeugung eines Bitcoins derzeit auf rund 78.000 US-Dollar. Gleichzeitig liegt der Marktpreis lediglich bei etwa 66.000 US-Dollar. Damit arbeitet ein erheblicher Teil der Branche inzwischen mit Verlust.
JPMorgan: Bitcoin Has Traded Below Production Cost for Five Consecutive Months, Leaving About 20% of Miners Unprofitable
Bitcoin mining economics have worsened in 2026, according to JPMorgan. Bitcoin has traded below its estimated production cost of approximately $78,000 for… pic.twitter.com/o7VZTKH4hb
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) June 18, 2026
Besonders bemerkenswert ist die Schätzung, dass mittlerweile rund 20 Prozent aller Bitcoin-Miner unprofitabel arbeiten. Diese Unternehmen müssen entweder auf finanzielle Reserven zurückgreifen, zusätzliche Kapitalquellen erschließen oder ihre Bitcoin-Bestände verkaufen, um laufende Kosten zu decken. Genau das zeigt sich bereits deutlich in den Daten.
Öffentlich gelistete Mining-Unternehmen haben allein im ersten Quartal 2026 mehr als 32.000 BTC verkauft. Damit wurden innerhalb von nur drei Monaten bereits mehr Bitcoins veräußert als im gesamten Jahr 2025. Dieser Verkaufsdruck erhöht das Angebot am Markt und kann die Kursentwicklung zusätzlich belasten.
Die Analyse verdeutlicht zudem, dass sich Hashrate und Mining-Schwierigkeit künftig deutlich volatiler entwickeln könnten. Wenn Bitcoin dauerhaft unter den Produktionskosten notiert, werden schwächere Miner gezwungen sein, Geräte abzuschalten. Sinkt dadurch die Hashrate, passt sich die Difficulty nach unten an. Kehren Miner später zurück, steigt sie wieder an. JPMorgan erwartet deshalb größere und häufigere Schwankungen innerhalb des Mining-Sektors.
Historisch waren Phasen, in denen Bitcoin deutlich unter den Produktionskosten gehandelt wurde, oft von Kapitulationen im Mining-Sektor begleitet. Kurzfristig erhöht dies die Risiken für den Markt. Gleichzeitig nähert sich Bitcoin damit einem Bereich, der in früheren Zyklen häufig mit einer langfristigen Unterbewertung und der Ausbildung wichtiger Tiefpunkte verbunden war. Derzeit spricht die Analyse jedoch zunächst für anhaltenden Druck auf Miner und einen weiterhin fragilen Kryptomarkt.
Oman setzt auf Bitcoin-Mining – trotz Branchenkrise
Während viele Bitcoin-Miner weltweit unter Druck geraten, professionalisiert Oman den Sektor im eigenen Land. Das Sultanat hat mit Omanhash.om einen staatlich unterstützten Mining-Pool gestartet, der für lizenzierte Betreiber verpflichtend werden soll. Zuständig ist das Ministerium für Transport, Kommunikation und Informationstechnologie; die technische Infrastruktur kommt von Enegix Global, gemeinsam mit lokalen Partnern.
Damit geht Oman einen anderen Weg als viele westliche Märkte: Statt Mining wegen Energieverbrauch oder Regulierung zurückzudrängen, wird die Branche kontrolliert aufgebaut. Schon zuvor entstanden in Salalah große Mining- und Datenzentren, darunter ein Projekt im Wert von rund 370 Millionen US-Dollar.
Der strategische Gedanke ist klar: Oman verfügt über Energie, Infrastruktur und den politischen Willen, sich unabhängiger vom klassischen Ölgeschäft zu machen. Bitcoin-Mining passt hier als Brücke zwischen Energiepolitik, Digitalisierung und Standortentwicklung. Besonders Salalah gilt wegen seines vergleichsweise kühleren Klimas als attraktiver Standort für Rechenzentren und Mining-Infrastruktur.
BREAKING: THE GOVERNMENT OF OMAN JUST LAUNCHED A NATIONAL #BITCOIN MINING POOL
NATION STATES ARE BUYING THE DIP
OIL MONEY BUYING BTC. IT'S HERE 🔥 pic.twitter.com/egZov7B5vU
— The Bitcoin Historian (@pete_rizzo_) June 18, 2026
Während also ein Teil der globalen Miner Verluste schreibt und BTC-Bestände verkaufen muss, nutzt Oman die Schwächephase offenbar antizyklisch. Der Staat schafft Regeln, bündelt Hashrate und positioniert sich als regulierter Mining-Standort im Nahen Osten. Das ist weniger eine kurzfristige Spekulation auf steigende Bitcoin-Kurse, sondern eher ein industriepolitischer Schritt: Aus Energie soll digitale Infrastruktur werden.
Bitcoin-Mining bleibt ein zyklisches Geschäft
Trotz der aktuellen Herausforderungen sollten Anleger die Entwicklungen im Mining-Sektor langfristig einordnen. Phasen, in denen Bitcoin unter den Produktionskosten notiert und Miner unter Druck geraten, gehören seit Jahren zum normalen Verlauf eines Krypto-Zyklus. Sinkende Margen, die Abschaltung ineffizienter Anlagen und die Kapitulation schwächerer Marktteilnehmer führen regelmäßig zu einer Bereinigung der Branche.
Gerade diese Prozesse schaffen jedoch die Grundlage für die nächste Wachstumsphase. Wenn unrentable Miner ausscheiden, sinkt der Wettbewerbsdruck und die verbleibenden Unternehmen profitieren von einer gesünderen Marktstruktur. Historisch gingen viele bedeutende Tiefpunkte bei Bitcoin mit einer solchen Kapitulation im Mining-Sektor einher.
Die aktuelle Schwäche muss daher nicht zwangsläufig als Warnsignal verstanden werden. Vielmehr zeigt sie, dass der Markt einen typischen Bereinigungsprozess durchläuft, der langfristig die Basis für einen nachhaltigeren Aufschwung schaffen kann.
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Zuletzt aktualisiert am 19. Juni 2026



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