US-Senator vergleicht Facebooks Libra mit einer Hypothek

Facebooks Streifzug in die Kryptowelt hat der Firma in politischen Kreisen wenig Freunde gemacht. Die Libra-Reaktionen waren so negativ, dass selbst Bitcoin und der Rest der Kryptoindustrie darunter zu leiden hatten. Diese Woche haben die US-Senatoren ihre Rhetorik gegen das Internet-Monopol und seine Bankambitionen verstärkt.

Facebook: Krypto einer Krise

Ein hochrangiges Mitglied des Senatsbankenausschusses hat diese Woche wieder gegen Libra geschossen, als er es mit der Subprime-Krise verglich, die die globale Rezession 2008 verursacht hatte. Senator Sherrod Brown:

Bevor sie 2008 die Wirtschaft in die Luft jagten, bewarben Bankiers ein ‚innovatives‘ neues Produkt namens Subprime-Hypotheken. Genau wie Facebook – das behauptet, dass seine neue Währung den Unbankierten und Unterbankierten helfen wird – sollten diese Hypotheken Menschen helfen, die nie Zugang zu Krediten hatten, den amerikanischen Traum vom Wohneigentum zu verwirklichen.

Demokrat Brown fuhr fort mit der Krise, die als nächstes kam:

In Wirklichkeit haben diese Hypotheken Millionen von Familien zerstört, die am Ende ihre Häuser verloren haben, sie haben die Wirtschaft zerstört, und sie haben die erschütternde Ungleichheit in diesem Land noch verschlimmert… Big-Tech-Unternehmen und Wall Street-Banken nutzen Innovationen als Vorwand, um wichtige öffentliche Dienstleistungen zu übernehmen.

Die primäre Angst ergibt sich aus der Vorstellung, Facebook versuche, die größte Bank der Welt zu werden. Bei einer Userbasis von rund einem Drittel der Weltbevölkerung würde Libra die bestehenden Finanzsysteme destabilisieren, selbst wenn nur ein Bruchteil davon die Währung nutzt.

Browns Kommentare spiegeln die des republikanischen Kryptogegners Brad Sherman wider, der bei einer Anhörung im Kongress sagte, dass „Libra Amerika mehr gefährden könne als der 11. September“. Seine Rhetorik war die gleiche wie bei Bitcoin, jedoch diesmal mit Bezug auf „Drogenhändler, Menschenhändler, Terroristen, Steuerhinterzieher und Sanktionshinterzieher“.

Anbaudruck

Facebook hat die Hitze des zunehmenden regulatorischen Drucks gespürt. Anfang der Woche deutete das Unternehmen an, dass das Projekt vielleicht nie das Licht der Welt erblicken wird, und scheint dabei frühere Behauptungen zu vergessen, dass man die größte Bank der Welt werden wolle.

Die jüngsten Skandale im Bereich des Datenschutzes dürften die FUD für Facebook antreiben, da die Erinnerungen an das Cambridge-Analytica-Chaos noch lange in Erinnerung bleiben. Eine Geldbuße von 5 Milliarden Dollar, die von der Federal Trade Commission erhoben wurde, kam ungefähr zur gleichen Zeit, als die Firma Libra ankündigte – der Zeitpunkt hätte also nicht schlechter sein können.

Da Indien und China bereits die bestehenden und geplanten Finanzdienstleistungen des sozialen Netzwerks blockieren und eine wachsende Liste von Nationen ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck bringt, könnte Libra bereits jetzt eine Totgeburt sein.

Textnachweis: bitcoinist

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