Die Wall Street greift jetzt Krypto-Börsen an

Wall Street in New York

Kryptowährungen sind an der Wall Street längst kein Randthema mehr. Die Bitcoin-Spot-ETFs waren der große Meilenstein, weil sie institutionellen und klassischen Anlegern erstmals einen regulierten Zugang über vertraute Finanzprodukte ermöglichten.

Doch TradFi geht nun einen Schritt weiter: Nicht mehr nur ETFs, sondern direkter Krypto-Handel rückt in den Fokus. Damit sind Bitcoin, Ethereum und Co. endgültig im Mainstream angekommen. Zugleich entsteht ein neuer Angriff auf die etablierten Krypto-Börsen. Denn wenn Banken und Broker mit großer Kundenbasis und günstigen Gebühren in den Markt drängen, könnte der Wettbewerb deutlich härter werden.

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Morgan Stanley greift mit E*Trade an: Krypto-Handel wird billiger

Morgan Stanley rollt den direkten Handel mit Kryptowährungen auf seiner Plattform ETrade aus und setzt dabei ein klares Signal an die Konkurrenz. Laut Bloomberg verlangt die Wall-Street-Bank künftig 50 Basispunkte auf den Dollarwert jeder Krypto-Transaktion. Das entspricht 0,50 Prozent pro Trade und liegt damit unter den Gebühren wichtiger Wettbewerber wie Coinbase, Robinhood oder Charles Schwab. Das Angebot befindet sich aktuell noch in einer Pilotphase, soll aber im Laufe des Jahres allen rund 8,6 Millionen ETrade-Kunden zugänglich gemacht werden.

Damit nutzt Morgan Stanley seine bestehende Retail-Brokerage-Plattform, um Krypto stärker in das klassische Anlageumfeld zu integrieren. Bereits 2025 hatte die Bank angekündigt, den Krypto-Handel über E*Trade in Zusammenarbeit mit Zerohash anzubieten. Zum Start sollten Kunden Zugang zu Bitcoin, Ethereum und Solana erhalten.

Besonders spannend ist die Preiskomponente. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas kommentierte auf X, Morgan Stanley feuere hier gewissermaßen „Schüsse“ ab. Aus seiner Sicht dürfte Schwab diesen Vorstoß kaum unbeantwortet lassen, während auch andere Anbieter ihre Preise senken könnten. Balchunas vergleicht die Entwicklung mit dem Gebührenkampf vor dem Start der Bitcoin-ETFs: Sobald TradFi in einen Markt eintritt, können Kosten massiv fallen.

Für Krypto-Börsen ist das ein ernstes Signal. Coinbase & Co. leben stark von Handelsgebühren und Kundenbindung. Wenn große Banken denselben Zugang über vertraute Plattformen, bestehende Konten und niedrigere Gebühren bieten, könnte ein Teil des Retail-Volumens abwandern. Morgan Stanley zeigt damit, dass TradFi Krypto nicht nur akzeptiert, sondern aktiv als Geschäftsfeld angreift.

Bitwise sieht Chancen für Coinbase trotz neuem Konkurrenzdruck

Nicht alle Experten bewerten den Einstieg von Morgan Stanley in den Krypto-Handel negativ für etablierte Kryptobörsen. Matt Hougan, CIO von Bitwise, vertritt hier eine deutlich andere Sichtweise. Seiner Einschätzung nach könnte die Entwicklung langfristig sogar positiv für Unternehmen wie Coinbase sein. Der Grund: Das eigentliche Geschäftsmodell großer Kryptoplattformen werde künftig weniger von klassischen Handelsgebühren abhängen, sondern zunehmend von zusätzlichen Dienstleistungen und Infrastrukturangeboten.

Hougan argumentiert, dass günstigere Gebühren durch TradFi-Anbieter den gesamten Markt vergrößern könnten. Wenn Millionen klassische Anleger über bekannte Broker wie E*Trade erstmals Zugang zu Bitcoin und anderen Kryptowährungen erhalten, steigt die allgemeine Adoption weiter an. Dadurch wächst letztlich auch die gesamte Nutzerbasis des Kryptosektors.

Für Coinbase liegt der strategische Fokus laut dieser Sichtweise zunehmend auf margenstärkeren Bereichen. Dazu gehören Verwahrungslösungen für institutionelle Kunden, Stablecoin-Infrastruktur, Staking-Angebote, Blockchain-Dienstleistungen oder der Betrieb von Netzwerken wie Base. Gerade Coinbase hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker als Infrastrukturunternehmen für die Krypto-Industrie positioniert und weniger nur als reine Trading-Plattform.

Die Situation erinnert damit an frühere Entwicklungen im klassischen Brokerage-Markt. Auch dort fielen Handelsgebühren im Laufe der Jahre massiv, während Broker neue Einnahmequellen erschlossen. Genau dieses Szenario könnte nun auch im Kryptomarkt entstehen.

Mehr Konkurrenz, aber auch mehr Adoption für den Kryptomarkt

Ob klassische Kryptobörsen unter dem Einstieg großer Wall-Street-Unternehmen leiden oder am Ende sogar profitieren, dürfte sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Kurzfristig steigt der Wettbewerbsdruck klar an, insbesondere über sinkende Gebühren und den leichteren Zugang für Privatanleger. Gleichzeitig könnte genau diese Entwicklung jedoch den gesamten Markt deutlich vergrößern.

Denn wenn Banken wie Morgan Stanley Kryptowährungen aktiv in ihre Plattformen integrieren, wird Krypto endgültig Teil des traditionellen Finanzsystems. Millionen neue Anleger erhalten dadurch erstmals direkten Zugang zu Bitcoin, Ethereum und anderen digitalen Assets. Das stärkt die Mainstream-Adoption weiter und dürfte langfristig auch mehr Kapital in den Markt bringen.

Für den Kryptosektor insgesamt bleibt das deshalb ein bullisches Signal. Die Wall Street konkurriert inzwischen nicht mehr mit Krypto – sie wird zunehmend selbst Teil davon.

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Zuletzt aktualisiert am 7. Mai 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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