Ethereum kommt weiterhin nicht richtig vom Fleck. Nachdem ETH zuletzt erneut an der Marke von 2.000 US-Dollar scheiterte, notiert der Kurs trotz eines leichten Wochenplus wieder unterhalb von 1.900 US-Dollar. Vom Allzeithoch ist Ethereum damit weiterhin deutlich mehr als 60 Prozent entfernt. Relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt ist bislang ebenfalls kaum erkennbar, während neue Impulse fehlen.
Dennoch könnte sich im Hintergrund eine interessante Ausgangslage entwickeln. Denn eine wichtige On-Chain-Kennzahl ist inzwischen in einen Bereich zurückgekehrt, der historisch mehrfach nahe größerer Tiefpunkte erreicht wurde. Damit könnte Ethereum womöglich den nächsten Ausbruchsversuch vorbereiten.
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Ethereum erreicht historische Bodenbildungszone – folgt jetzt die Trendwende?
Für neue Hoffnung sorgt aktuell die sogenannte Net Unrealized Profit and Loss, kurz NUPL. Die Kennzahl setzt die nicht realisierten Gewinne und Verluste einer bestimmten Anlegergruppe ins Verhältnis und zeigt damit, ob sich die beobachteten Coins im Durchschnitt im Gewinn oder im Verlust befinden. Ein positiver Wert signalisiert überwiegend unrealisierte Gewinne, während negative Werte darauf hindeuten, dass Anleger mit ihren Beständen unter ihrer geschätzten Kostenbasis liegen.
CryptoQuant betrachtet hierbei gezielt die auf Binance gehaltenen ETH-Bestände. Genau diese NUPL ist zuletzt wieder auf rund -0,35 gefallen. Damit befindet sich die beobachtete Supply deutlich im Verlust. Vereinfacht gesprochen zeigt die Metrik einen erheblichen finanziellen Stress unter den Marktteilnehmern. Gleichzeitig ist genau dieser Bereich historisch interessant.
The −0.35 Signal: Why ETH May Be Approaching Another Bottom
“Ethereum’s exchange-level NUPL on Binance has returned to a region that has historically appeared near important price floors.” – By @MorenoDV_ pic.twitter.com/RaSltW469r
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) August 11, 2026
Vergleichbare Extremzonen traten unter anderem Ende 2019, während des Crashs im März 2020, in den Bodenbildungsphasen des Jahres 2022 sowie während der Korrektur 2025 auf. Häufig war der Verkaufsdruck zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten. Schwächere Marktteilnehmer hatten kapituliert, während die verbleibenden Anleger weniger bereit waren, zu stark gedrückten Kursen zu verkaufen.
Ein unmittelbares Kaufsignal ist daraus allerdings nicht abzuleiten. Historisch folgten teilweise noch Retests oder sogar neue Tiefs. Sollte sich die NUPL jedoch wieder erholen, während Ethereum das aktuelle Kurstief verteidigt, würde dies das Bodenbildungsszenario stärken. Damit liefert die Kennzahl zumindest ein erstes fundamentales Signal dafür, dass der aktuelle Abverkauf zunehmend reifer werden könnte.
Ethereum-Netzwerk bleibt schwach: Dieses Signal mahnt zur Vorsicht
Trotz erster Hinweise auf eine mögliche Bodenbildung ist die fundamentale Lage bei Ethereum noch nicht durchgehend bullisch. Das zeigt der Active Address Momentum Indicator von Glassnode. Die Metrik betrachtet die Zahl aktiver Ethereum-Adressen und vergleicht deren kurzfristige Entwicklung mit dem langfristigen Trend. Dafür wird unter anderem der 30-Tage-Durchschnitt der aktiven Adressen dem 365-Tage-Durchschnitt gegenübergestellt.
Besonders relevant sind dabei sogenannte Crossovers. Steigt der kurzfristige Durchschnitt über den langfristigen Trend, deutet dies auf zunehmende Netzwerkaktivität und neues Momentum hin. Fällt er dagegen darunter, spricht dies eher für eine Kontraktion der On-Chain-Nachfrage.

Genau ein solches bearishes Crossover gab es bei Ethereum vor rund drei Monaten. Seitdem liegt der 30-Tage-Durchschnitt der aktiven Adressen weiterhin unter dem 365-Tage-Durchschnitt. Die kurzfristige Netzwerkaktivität bleibt damit schwächer als der langfristige Basistrend. Von einer überzeugenden Expansion kann bislang keine Rede sein.
Das relativiert auch die zuvor betrachteten Signale einer möglichen Bodenbildung. Zwar könnte der starke finanzielle Stress unter Anlegern darauf hindeuten, dass ein großer Teil der Kapitulation bereits erfolgt ist. Gleichzeitig fehlt Ethereum jedoch weiterhin das fundamentale Nachfrage-Momentum. Für eine nachhaltige Trendwende wäre daher besonders wichtig, dass die kurzfristige Aktivität wieder anzieht und der 30-Tage-Durchschnitt den langfristigen Trend zurückerobert.
Fazit: ETH zeigt relative Stärke – doch diese Marke muss halten
Unterm Strich bleibt das Bild bei Ethereum gemischt. Einerseits liefern einzelne On-Chain-Daten erste Hinweise auf eine mögliche Bodenbildung, andererseits fehlt dem Netzwerk weiterhin das überzeugende Aktivitätsmomentum. Positiv ist jedoch die Entwicklung gegenüber Bitcoin. Analyst Niels verweist darauf, dass sich ETH/BTC weiterhin oberhalb der wichtigen Zone um 0,026 BTC behauptet.
Ethereum is still holding strong against Bitcoin.
As long as ETH/BTC stays above 0.026, $ETH outperformance will continue.
Losing this level means both ETH and alts will suffer. pic.twitter.com/60cwCJiVJ3
— Niels (@Web3Niels) August 10, 2026
Diese Marke fungierte zuletzt als relevante Unterstützung. Gleichzeitig konnte Ethereum den zuvor bestehenden Abwärtstrend im ETH/BTC-Chart nach oben verlassen. Solange das Verhältnis oberhalb von 0,026 bleibt, könnte Ethereum gegenüber Bitcoin relative Stärke zeigen und damit auch einen möglichen nächsten Ausbruchsversuch beim Dollar-Kurs unterstützen.
Entscheidend ist jedoch die Absicherung nach unten. Ein nachhaltiger Rückfall unter diese Zone würde das technische Bild deutlich eintrüben und könnte nicht nur Ethereum, sondern auch den breiteren Altcoin-Markt belasten. Für eine echte Trendwende braucht ETH daher nun zusätzlich steigendes Netzwerk-Momentum und Anschlusskäufe.
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Zuletzt aktualisiert am 12. August 2026





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