Harmony prüft Ketten-Rollback nach mutmaßlichem ONE-Exploit

Blockchain ledger being rolled back after a cryptocurrency exploit

Harmony gerät erneut unter Druck: Der ONE-Token fiel am Mittwochmorgen asiatischer Zeit laut CoinDesk um rund 26 Prozent, nachdem ein mutmaßlicher Exploit knapp 4 Milliarden neue ONE-Token geschaffen haben soll. Für Anleger geht es dabei nicht nur um den Kursrückgang, sondern auch um die Frage, ob das Netzwerk seine Transaktionshistorie zurückdrehen muss, um mögliche Folgen zu begrenzen.

Was am Dienstag bekannt wurde

Harmony bestätigte den Angriff in einem Beitrag auf X und erklärte, mit Handelsplätzen zusammenzuarbeiten, um betroffene Gelder einzufrieren. Zudem bereite das Netzwerk einen Software-Patch vor und prüfe Optionen für einen Rollback. Ein weiteres Update solle folgen, sobald mehr Informationen verfügbar seien.

Vor dem Vorfall waren rund 15 Milliarden ONE im Umlauf. Die mutmaßlich zusätzlich geschaffenen 4 Milliarden Token entsprächen damit mehr als einem Viertel des bisherigen Angebots. Sollte sich die Token-Schaffung bestätigen, würde dies das Angebot deutlich erhöhen.

Rollback als technische Notmaßnahme

Ein Rollback würde bedeuten, dass das Netzwerk zu einem Zeitpunkt vor dem mutmaßlichen Exploit zurückkehrt und von dort weiterläuft. Transaktionen nach diesem Zeitpunkt würden damit nicht mehr Teil der akzeptierten Blockchain-Historie sein. Das könnte verhindern, dass neu geschaffene Token auf dem Netzwerk verbleiben. Schwieriger wird dies, wenn Gelder bereits an Börsen oder auf andere Systeme transferiert wurden.

Ein ähnliches Spannungsfeld zeigte sich laut CoinDesk einen Tag zuvor bei Ravencoin, einer kleineren Blockchain, die auf Bitcoin-Code basiert. Nachdem Teile des Netzwerks ungültige Blöcke akzeptiert hatten, bauten Miner die Chain von vor dem Fehler neu auf. Dadurch standen mehrere Tage an Transaktionen zur möglichen Rückabwicklung. Die Fälle sind voneinander getrennt, verdeutlichen aber den Zielkonflikt eines Rollbacks: Ein Angriff kann rückgängig gemacht werden, zugleich können auch rechtmäßige spätere Transaktionen betroffen sein.

Unbestätigte Angaben zum Ablauf

Zur genauen Ursache, zur Anzahl möglicherweise geschaffener Token und zu einem möglichen Transferumfang machte Harmony keine offiziellen Angaben. Cointelegraph berichtete, Harmony habe auf Beiträge eines X-Accounts mit dem Namen „Juiceberg“ reagiert. Nach Darstellung dieses Accounts seien nicht autorisierte ONE-Token über leere Blöcke erzeugt worden; zudem seien etwa 2,8 Milliarden ONE an Börsen weitergeleitet worden. Der Account schätzte ferner, dass rund 115 Millionen ONE beim mutmaßlichen Angreifer on-chain verblieben.

Diese Angaben sind nicht unabhängig verifiziert. Cointelegraph erklärte ausdrücklich, die Behauptungen des X-Accounts nicht unabhängig bestätigen zu können. Auch Harmony selbst bestätigte weder die Ursache noch die genaue Menge der geschaffenen Token oder den Anteil, der möglicherweise an Börsen gelangte. Laut CoinGecko lag der 24-Stunden-Verlust von ONE zum Zeitpunkt der Cointelegraph-Berichterstattung bei rund 33,9 Prozent.

Frühere Vorfälle bei Harmony

Es ist nicht das erste Mal, dass ONE unautorisiert vermehrt wurde. Im Dezember 2023 führte ein Fehler im Staking-System dazu, dass rund 146,3 Millionen ONE entstanden, weil Token weiterhin Ausschüttungen erhielten, obwohl diese hätten enden sollen. Harmony zufolge waren damals 74 Adressen betroffen. Eine davon erhielt 51,2 Millionen ONE; rund 16,4 Millionen ONE wurden anschließend an eine Börse transferiert. Das Netzwerk reagierte mit einem Notfall-Update und setzte die Adressen mit den fehlerhaft geschaffenen Token auf eine Blacklist.

2022 wurde zudem Harmonys Horizon-Bridge angegriffen. Dabei wurden nach Angaben von CoinDesk Kryptowährungen im Wert von rund 100 Millionen US-Dollar entwendet, nachdem private Schlüssel kompromittiert worden waren, die die Bridge kontrollierten. Das FBI ordnete den Diebstahl später der nordkoreanischen Lazarus Group zu.

Offene Fragen für ONE-Halter

Entscheidend bleibt, ob Harmony einen Rollback technisch umsetzt und ob möglicherweise bereits an Börsen transferierte Token davon betroffen sein könnten. Ursache und Umfang einer möglichen Token-Schaffung bleiben offen, solange Harmony keine weiteren bestätigten Angaben veröffentlicht.

Zuletzt aktualisiert am 12. August 2026

Bitcoin Hyper: Innovative Layer-2-Lösung für Bitcoin

  • Extrem niedrige Gebühren – ideal für Mikrozahlungen
  • Blitzschnelle Bitcoin-Transaktionen dank Layer-2-Technologie
  • Bitcoin meets DeFi: Staking, DEX, Smart Contracts
9.7/10
Kryptowährungen sind ein sehr volatiles, unreguliertes Investmentprodukt. Ihr Kapital ist im Risiko.
Vorheriger ArtikelEthereum Prognose: Finaler Ausbruch? Hoffnung für alle Bullen

Jeder Handel ist riskant. Keine Gewinngarantie. Jeglicher Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Assets, als auch für Produkte, Dienstleistungen und anderweitige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar und unabhängiger finanzieller Rat sollte immer wenn möglich eingeholt werden.

Tobias FennerExperte für Kryptowährungen

Tobias Fenner beschäftigt sich seit fast einem Jahrzehnt mit der Schnittstelle zwischen digitalen Vermögenswerten und der notorisch komplexen Welt des Steuerrechts. Der in Stuttgart ansässige Experte entwickelte früh eine Leidenschaft für die regulatorische Seite von Krypto, nachdem er feststellte, dass die meisten Enthusiasten weitaus mehr auf Gewinne fokussiert waren als auf das, was passiert, wenn das Finanzamt anklopft. Seine Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Wesentliche auf den Punkt bringen – mit einer praktischen, bodenständigen Perspektive, die sowohl Krypto-Neulinge als auch erfahrene Anleger anspricht, die sich mit deutschen und EU-Compliance-Vorgaben auseinandersetzen müssen.

Seine Berichterstattung auf Coincierge.de konzentriert sich auf steuerliche Meldepflichten, die Herausforderungen bei der Einstufung von DeFi, die steuerliche Behandlung von Staking-Einnahmen und die sich ständig weiterentwickelnden Richtlinien des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Tobias ist überzeugt, dass finanzielle Freiheit im Krypto-Raum nur dann sinnvoll ist, wenn die Menschen das Erreichte auch tatsächlich behalten dürfen. Das bedeutet, die Regeln im Detail zu verstehen, anstatt am Jahresende einfach auf das Beste zu hoffen.

Wenn er nicht gerade die neuesten BMF-Schreiben analysiert oder die Krypto-Meldestandards der OECD verfolgt, begeistert sich Tobias fürs Langstrecken-Radfahren und ein – vielleicht etwas übertriebenes – Interesse an Brettspielstrategien. Er schreibt für Leser, die Klarheit statt Hype suchen und die verstehen, dass die vermeintlich langweiligen Facetten von Krypto oft die wichtigsten sind.

Zeige alle Posts von Tobias Fenner

Weiter Lesen

Ethereum Prognose: Finaler Ausbruch? Hoffnung für alle Bullen
Martin Schwarz
vor 12 Minuten

Ethereum kommt weiterhin nicht richtig vom Fleck. Nachdem ETH zuletzt erneut an der Marke...

Lesen Sie Weiter
XRP zwischen Wal-Akkumulation und neuem ...
Südkorea nimmt Krypto-Börsen bei klein...
Australien nimmt Krypto-Geldautomaten in...

Fragen und Antworten

Sie haben eine Frage? Unser Experten-Panel beantwortet gerne Ihre Fragen.

Meine Frage posten

Ihre Frage war nicht dabei?

Fragen Sie uns jetzt!

Name*

Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Ihre Frage*

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein