Ethereum Prognose: Glamsterdam – größtes Upgrade seit Merge steht bevor

Close-up of a US Treasury note featuring the U.S. Treasury building.

Ethereum gilt seit Jahren als die innovationsstärkste Smart-Contract-Blockchain. Kaum ein anderes Netzwerk entwickelt sich so kontinuierlich weiter und bringt regelmäßig technische Upgrades hervor. Der bislang wichtigste Meilenstein war der Merge im September 2022. Damals wechselte Ethereum vom energieintensiven Proof-of-Work-Verfahren auf Proof-of-Stake und reduzierte den Energieverbrauch um mehr als 99 Prozent. Der Merge legte das Fundament für die heutige Skalierungsstrategie und weitere Verbesserungen.

Nun rückt mit „Glamsterdam“ das nächste große Upgrade näher. Viele Entwickler sprechen bereits von der bedeutendsten Weiterentwicklung seit dem Merge. Aktuell befindet sich das Upgrade in der finalen Testphase. Mehrere Multi-Client-Devnets wurden erfolgreich abgeschlossen. Als nächster Schritt stehen öffentliche Testnet-Implementierungen an, bevor ein konkreter Termin für das Mainnet festgelegt werden kann.

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Glamsterdam soll Ethereum strukturell verändern

Während viele Ethereum-Upgrades vor allem Optimierungen im Detail liefern, verfolgt Glamsterdam deutlich ambitioniertere Ziele. Im Mittelpunkt stehen zwei technische Neuerungen, die langfristig tiefgreifende Auswirkungen auf das Netzwerk haben könnten.

Der erste Schwerpunkt ist die Einführung von ePBS (enshrined Proposer Builder Separation). Bislang werden laut Entwicklerschätzungen rund 80 bis 90 Prozent aller Ethereum-Blöcke über externe MEV-Relays koordiniert. Diese Infrastruktur hat sich zwar etabliert, schafft jedoch zusätzliche Abhängigkeiten und Zentralisierungsrisiken. Mit ePBS wird die Trennung zwischen Block-Erstellern und Validatoren direkt in das Ethereum-Protokoll integriert. Dadurch könnten externe Relays deutlich an Bedeutung verlieren, während Transparenz, Sicherheit und Dezentralisierung zunehmen. Gleichzeitig soll die Dominanz von MEV-Akteuren reduziert werden.

Die zweite zentrale Neuerung sind sogenannte Block-Level Access Lists. Diese ermöglichen es dem Netzwerk, frühzeitig zu erkennen, welche Datenbereiche einer Transaktion tatsächlich genutzt werden. Dadurch entsteht die technische Grundlage für zukünftige Parallelisierung von Transaktionen.

Genau hier sehen viele Entwickler den langfristig größten Hebel. Bislang verarbeitet Ethereum Transaktionen weitgehend sequenziell. Schnellere Layer-1-Blockchains wie Solana setzen dagegen bereits auf parallele Verarbeitung, wodurch deutlich höhere Durchsatzraten möglich werden. Die neuen Access Lists gelten deshalb als wichtiger Baustein für Ethereums eigene Parallelisierungsstrategie.

Aktuell befindet sich Glamsterdam noch vor der öffentlichen Testnet-Phase. Ein fester Aktivierungsblock für das Mainnet wurde bisher bewusst nicht festgelegt. Dennoch gilt das Upgrade als eines der wichtigsten Entwicklungsprojekte der kommenden Jahre. Sollte die Testphase erfolgreich verlaufen, könnte Glamsterdam die Architektur von Ethereum langfristig stärker verändern als jedes Upgrade seit dem historischen Merge.

Ethereum erreicht historischen Entwickler-Meilenstein

Ethereum untermauert seinen Status als wichtigstes Entwickler-Ökosystem im Kryptomarkt. Laut aktuellen Berichten hat das Netzwerk seit dem Start die Marke von 1 Million „Lifetime Developers“ überschritten. Rund 232.000 davon waren allein im vergangenen Jahr aktiv. Damit bleibt Ethereum nicht nur technologisch relevant, sondern besitzt auch den größten Talentpool der Blockchain-Branche.

Besonders spannend ist der Bezug zu Joseph Lubin. Der Ethereum-Mitgründer hatte bereits 2019 auf der DevCon5 in Osaka die Frage gestellt: „Wann 1 Million Ethereum-Entwickler?“ Damals beschrieb er Ethereum als künftige globale Infrastruktur, in der Ether für Transaktionen, Speicherung, Staking und Anwendungen über viele Netzwerke hinweg genutzt wird. Sieben Jahre später wird diese Vision nun durch konkrete Zahlen gestützt.

Wichtig ist dabei die Einordnung: Die 1 Million umfasst alle Entwickler, die jemals am Ethereum-Ökosystem gearbeitet haben. Die 232.000 aktiven Entwickler zeigen jedoch, dass Ethereum nicht nur von früherer Dynamik lebt. Trotz schwacher Kursentwicklung, hoher Konkurrenz durch Solana und wachsender Layer-2-Fragmentierung bleibt die Builder-Basis außergewöhnlich stark.

Genau das ist für Ethereum entscheidend. Blockchains gewinnen langfristig nicht nur durch schnelle Transaktionen oder niedrige Gebühren, sondern durch Anwendungen, Infrastruktur, Standards und Netzwerkeffekte. Entwickler bauen Wallets, DeFi-Protokolle, Layer-2-Lösungen, Stablecoin-Infrastruktur, Tokenisierung und institutionelle Anwendungen. Je größer dieser Pool ist, desto wahrscheinlicher entstehen neue Usecases.

Der Meilenstein passt damit auch zur aktuellen Upgrade-Debatte rund um Glamsterdam. Ethereum kämpft zwar weiter mit Skalierung, UX und Konkurrenzdruck. Doch die Entwicklerdaten zeigen: Die fundamentale Dynamik bleibt intakt.

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Zuletzt aktualisiert am 17. Juni 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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