Der Altcoin-Markt steckt weiterhin in einem massiven Bärenmarkt. Bei zahlreichen Kryptowährungen fehlen seit Monaten nachhaltige Kaufimpulse, während kurze Erholungen regelmäßig wieder abverkauft werden. Viele Altcoins notieren mittlerweile 80 Prozent oder mehr unter ihren historischen Höchstständen.
Besonders deutlich zeigt sich das bei Uniswap: UNI ist von seinem Allzeithoch weiterhin weit entfernt. Dennoch gibt es erstmals wieder interessante Signale unter der Oberfläche. Neue On-Chain-Daten zeigen, dass die jüngste Kursbewegung nicht ausschließlich von kurzfristiger Spekulation getragen wurde. Steigende Nutzerzahlen, mehr aktive Adressen und zunehmende Whale-Aktivität könnten vielmehr darauf hindeuten, dass bei Uniswap tatsächlich neues Momentum entsteht.
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Uniswap aktiviert den Fee Switch: Beginnt für UNI die Trendwende?
Auslöser der jüngsten Bewegung war die Aktivierung der Protokollgebühren für ausgewählte Uniswap-v4-Pools. Die entsprechende Governance-Abstimmung wurde mit 46,6 Millionen UNI-Stimmen angenommen, während lediglich 1,27 Millionen Stimmen dagegen votierten. Am 27. Juli wurde der Beschluss schließlich ausgeführt. Der Fee Switch gilt zunächst für v4-Pools auf sieben Netzwerken, darunter Ethereum, Arbitrum, Base, BNB Chain, Polygon, Optimism und Robinhood Chain.
$UNI’s v4 fee switch went live, and the on-chain response held for a second day, not just the price.
📈 $UNI ran ~19%, from ~$3.83 to ~$4.54 over Jul 29 to 31, on the v4 fee-switch activation and buy-and-burn going live, before easing to ~$4.07.
🆕 New addresses stepped up and… pic.twitter.com/o0g2nMrAog— Santiment Intelligence (@SantimentData) August 1, 2026
Der entscheidende Punkt: Ein Teil der beim Handel entstehenden Gebühren fließt nun an das Protokoll. Die Einnahmen werden über spezielle Smart Contracts mit dem bereits etablierten Buy-and-Burn-System verknüpft.
Dadurch werden UNI-Token am Markt erworben beziehungsweise dauerhaft aus dem Umlauf entfernt. Je stärker Uniswap genutzt wird, desto größer kann theoretisch auch der deflationäre Effekt auf das UNI-Angebot ausfallen. Erste Daten zeigten nach der Aktivierung einen deutlichen Anstieg der täglichen Protokolleinnahmen auf rund 325.000 US-Dollar. Zuvor hatte die Rate zeitweise nur bei etwa 114.000 US-Dollar gelegen.
Auch die On-Chain-Reaktion fällt bemerkenswert aus. Laut Santiment stieg UNI zwischen dem 29. und 31. Juli zunächst von rund 3,83 auf 4,54 US-Dollar. Noch wichtiger war jedoch, dass die Netzwerkaktivität selbst nach dem ersten Kurssprung erhöht blieb. Die Zahl neuer Adressen erreichte zunächst 510 und anschließend 582 pro Tag – ungefähr doppelt so viel wie die zuvor übliche Juli-Spanne von etwa 250 bis 320 Adressen. Gleichzeitig stiegen die aktiven Adressen auf 2.341 beziehungsweise 2.457 und damit auf die höchsten Werte des Monats. Auch 142 Whale-Transaktionen mit einem Volumen von mindestens 100.000 US-Dollar signalisierten wachsendes Interesse größerer Marktteilnehmer.
Das garantiert noch keine nachhaltige Trendwende. Entscheidend ist jedoch, dass Nutzeraktivität und neue Adressen nicht sofort gemeinsam mit dem Preis zurückgingen. Damit erhält die Bewegung erstmals ein fundamentales Fundament: Uniswap generiert zusätzliche Protokolleinnahmen, UNI bekommt einen direkteren wirtschaftlichen Bezug zur Nutzung und die On-Chain-Nachfrage zieht an. Bleiben diese Werte erhöht, könnte aus der kurzfristigen Reaktion tatsächlich eine längerfristige Neubewertung entstehen.
Standard Chartered sieht für Uniswap langfristig sogar 3.900 Prozent Potenzial
Bereits Mitte Juni hatte Uniswap ein außergewöhnlich bullisches Signal von institutioneller Seite erhalten. Standard Chartered nahm UNI erstmals offiziell in seine Krypto-Analyse auf und formulierte dabei ein äußerst ambitioniertes Kursziel: Bis Ende 2030 könnte der Uniswap-Token demnach auf 100 US-Dollar steigen. Ausgehend von dem damaligen Kurs bei ungefähr 2,50 US-Dollar entspräche dies einer Vervierzigfachung beziehungsweise einem möglichen Plus von rund 3.900 Prozent. Für Ende 2026 prognostizierte die Bank zunächst 6,50 US-Dollar, gefolgt von 20 US-Dollar im Jahr 2027, 40 US-Dollar 2028 und 65 US-Dollar 2029.
Die optimistische Prognose basiert vor allem auf der erwarteten Tokenisierung traditioneller Vermögenswerte. Standard Chartered geht davon aus, dass der Wert tokenisierter Assets, die aktiv in DeFi-Anwendungen eingesetzt werden, bis 2030 um das 37-Fache wachsen könnte. Dadurch könnte das in DeFi-Protokollen gebundene Kapital langfristig auf rund 2,7 Billionen US-Dollar steigen. Uniswap soll von dieser Entwicklung überproportional profitieren, da das Protokoll bereits heute zu den wichtigsten dezentralen Handelsinfrastrukturen gehört.
NEW: Standard Chartered initiates coverage of Uniswap.
The bank forecasts UNI will rise from roughly $2.50 today to $100 by 2030 — a 40x increase.
The thesis: tokenized assets active in DeFi grow 37x this decade, and Uniswap becomes a core piece of trading infrastructure for… pic.twitter.com/LWEc3XBXxA
— Frank Chaparro (@fintechfrank) June 15, 2026
Die entscheidende These lautet: Wandern Aktien, Anleihen, Fonds und andere reale Vermögenswerte verstärkt auf öffentliche Blockchains, benötigen sie liquide Handelsplätze. Uniswap könnte sich dabei zu einer zentralen Schnittstelle zwischen traditionellem Finanzmarkt und dezentraler Infrastruktur entwickeln. Die Prognose bleibt zwar hochspekulativ und hängt von starkem RWA-Wachstum, regulatorischer Klarheit sowie institutioneller Adoption ab. Zusammen mit dem nun aktivierten Fee Switch und steigenden On-Chain-Daten erhält die bullische Langfristthese jedoch ein zunehmend fundamentales Fundament.
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Zuletzt aktualisiert am 2. August 2026



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