
Ethereum steht weiter massiv unter Druck. Der ETH-Kurs verliert heute erneut mehr als 2 Prozent und fällt in Richtung 1.600 US-Dollar. Damit notiert Ethereum weiterhin weit unter dem Allzeithoch, mehr als 60 Prozent entfernt von früheren Rekordständen. Die Stimmung bleibt schwach, positive Dynamik ist kaum erkennbar, der Bärenmarkt wirkt intakt.
Dennoch meldet sich nun Joseph Lubin mit einem neuen Bullcase zu Wort. Lubin ist Ethereum-Mitgründer und Gründer von Consensys, einem der wichtigsten Unternehmen im Ethereum-Ökosystem. Er sieht den Schlüssel nicht in kurzfristiger Spekulation, sondern in echter Nutzung, mehr Nachfrage nach ETH und steigender Burn-Rate.
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Joseph Lubin: Mehr Nutzung, mehr Burning, neuer Bullcase für Ethereum
Joseph Lubin argumentiert, dass das zentrale Problem von Ethereum aktuell weniger technischer Natur sei, sondern eher in der Erwartungshaltung des Marktes liege. Viele Anleger wollten schlicht einen steigenden ETH-Kurs sehen. Bleibt dieser aus, suche der Markt nach Schuldigen: bei der Ethereum Foundation, bei Entwicklern, bei Verkäufen oder bei der allgemeinen Strategie des Ökosystems. Lubin dreht diese Perspektive um. Für ihn entsteht der nachhaltige Bullcase nicht durch kurzfristige Narrative, sondern durch mehr reale Nutzung von ETH.
Der wichtigste Mechanismus dahinter ist das Burning. Seit EIP-1559 wird ein Teil der Transaktionsgebühren verbrannt. Je stärker Ethereum genutzt wird, desto mehr ETH kann aus dem Umlauf verschwinden. In einem Umfeld mit wachsender Nachfrage könnte dies langfristig einen strukturell positiven Effekt auf das Angebot haben. Lubins These lautet also: ETH muss nicht nur gehalten oder spekulativ gekauft werden, sondern stärker als wirtschaftlicher Treibstoff für komplexe Anwendungen dienen.
> This is a "we don't know what we actually want" problem.
The mob wants ETH number to go up. Failing that, someone, anyone, to point fingers at.
This will require greater need for and use of ETH, and therefore more burning of ETH.
Fortunately, we are getting very close to… https://t.co/SAvl7FBH8L
— Joseph Lubin (@ethereumJoseph) June 24, 2026
Besonders spannend ist sein Blick auf die nächste Entwicklungsphase: synchrone und nahezu synchrone Composability über verschiedene Netzwerke hinweg. Gemeint ist, dass Assets und Anwendungen künftig deutlich nahtloser zwischen Ethereum-L1, Layer-2-Netzwerken und privaten Unternehmensnetzwerken interagieren könnten. ZK-Proofs sollen dabei helfen, sichere Ausführungsumgebungen zu schaffen, in denen Transaktionen über mehrere Chains hinweg fast in Echtzeit koordiniert werden.
Das würde ein großes Ethereum-Problem adressieren: fragmentierte Liquidität. Heute verteilt sich Kapital über zahlreiche L2s, Bridges und Anwendungen. Wenn diese Liquidität künftig besser verbunden wird, könnten DeFi, TradFi-Anwendungen und agentische KI-Systeme Ethereum deutlich intensiver nutzen. Genau darin sieht Lubin den neuen Bullcase: Nicht der Hype soll ETH retten, sondern mehr komplexe Transaktionen, mehr reale Nachfrage und dadurch langfristig mehr verbranntes ETH.
Ethereum Foundation schrumpft: Warum der Umbau als bullisches Signal gelesen wird
Eine neue Entwicklung betrifft den Umbau der Ethereum Foundation. So soll die EF ihre Mitarbeiterzahl um rund 20 Prozent und ihre Ausgaben um etwa 40 Prozent reduziert haben. Parallel dazu startet mit Eth Labs eine neue, stärker auf Ethereum und ETH ausgerichtete Forschungs- und Entwicklungsorganisation. Genau diese Kombination wird von Teilen der Community nun als bullisches Signal interpretiert.
Der Hintergrund: Die Ethereum Foundation stand zuletzt immer wieder in der Kritik. Viele Marktteilnehmer warfen ihr vor, zu neutral, zu langsam und zu wenig auf den Wert von ETH als Asset fokussiert zu sein. Das Prinzip der „credible neutrality“ war zwar lange ein Kernargument für Ethereum: Die Foundation sollte nicht wie ein zentraler Konzern agieren, sondern möglichst wenig Macht über das Ökosystem ausüben.
The EF cutting staff and the launch of Eth Labs is incredibly bullish for Ethereum and the culmination of this saga where the people inside the largest organization in crypto are playing the "credible neutral" card while really just self-sabotaging ETH, the asset.
All of us can… https://t.co/lDxipV1jDu
— Andy (@andyyy) June 24, 2026
Kritiker sahen darin zuletzt jedoch eine Schwäche. Während Konkurrenten aggressiver wachsen, Kapital anziehen und Narrative besetzen, wirkte Ethereum für viele Anleger zu passiv.
Der Personalabbau und die geringeren Ausgaben können deshalb als strategischer Rückzug gelesen werden. Die Ethereum Foundation wird kleiner, weniger dominant und überlässt mehr Verantwortung dem breiteren Ökosystem. Gleichzeitig entsteht mit Eth Labs ein neuer Akteur, der offensiver an Ethereum als globaler Settlement-Schicht arbeiten will. Für Bullen ist das ein Neustart: weniger Bürokratie, weniger interne Selbstblockade, mehr Wettbewerb und mehr Fokus auf praktische Umsetzung.
Damit entsteht ein neues Narrativ für ETH. Nicht mehr allein die Foundation soll Ethereum tragen, sondern mehrere spezialisierte Organisationen, Entwicklerteams und kapitalmarktnähere Strukturen.
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Zuletzt aktualisiert am 24. Juni 2026




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