Ethereums EIP-1559 startet: ETH-Kurs steigt 8% – folgt der Dump?

Ethereums „London“-Hard-Fork startet heute. Darin enthalten ist auch der Verbesserungsvorschlag EIP-1559. Der wird deflationären Druck auf ETH ausüben. Was bedeutet das für den Kurs?

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Die meisten Coins der Krypto-Top-100 sind heute im grünen Bereich, angeführt von Ethereum. Die zweitgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung ist in den letzten 24 Stunden um über 8% gestiegen.

Der Preis von ETH liegt nun knapp unter 2.700 Dollar. Das entspricht dem höchsten Stand seit über einem Monat. Die Aufwärtsbewegung begann gestern Abend – kurz vor einem großen Upgrade für das Netzwerk. Der sogenannte „London“-Hard-Fork der Kryptowährung umfasst mehrere Änderungen am Ethereum-Code, darunter auch der mittlerweile sehr bekannte Verbesserungsvorschlag EIP-1559.

Was ändert sich durch EIP-1559?

EIP-1559 ändert beispielsweise, wie Transaktionen im Netzwerk strukturiert sind. Gegenwärtig ist der Prozess etwas undurchsichtig, da die Nutzer im Grunde nur schätzen können, wie viel sie an die Miner schicken müssen, die die Transaktionen bearbeiten, damit ihre Transaktionen relativ schnell berücksichtigt werden. EIP-1559 wird eine Grundgebühr einführen, die die Transaktionskosten etwas senken und transparenter machen soll.

Normalerweise würde diese Art von Code-Änderungen die Leute nicht über die Maßen begeistern. Allerdings tut EIP-1559 noch etwas anderes, außer die Gebührenstruktur zu ändern: Es verbrennt die Transaktionsgebühr auch. Statt sie an die Miner auszuzahlen (die immer noch Trinkgelder und 2 ETH in Form von Block-Belohnungen für jeden von ihnen verarbeiteten Block erhalten), wird die Grundgebühr aus dem Verkehr gezogen, indem sie in eine unzugänglichen Wallet gelegt wird.

Tim Beiko, ein Entwickler bei der Ethereum Foundation, der das Upgrade koordiniert, sagt: EIP-1559 wird die Rate, mit der neues ETH produziert wird, senken. Wenn das Netzwerk überlastet ist und die Grundgebühren als Reaktion auf die Nachfrage über 150 gwei (ein Maß für die Kosten) steigen, würde das Netzwerk mit jedem Block sogar mehr an Transaktionsgebühren verbrauchen, als es produziert.

Das bedeutet: ETH wird nach der Änderung einem gewissen deflationären Druck ausgesetzt sein – ähnlich wie das Angebot von Bitcoin alle vier Jahre verknappt wird, wenn die BTC-Mining-Belohnungen halbiert werden. Die Preise steigen in der Regel, wenn das Angebot verknappt wird.

Es ist fraglich, ob die Auswirkungen dieses deflationären Drucks bereits in den aktuellen Kurs eingepreist sind, da sich der ETH-Preis seit Jahresbeginn schon mehr als verdoppelt hat. Wenn die heutige Aufwärtsbewegung ein Anzeichen dafür ist, so sind die Trader davon ausgegangen, dass Ethereum aktuell kurzfristig noch Raum für Wachstum besitzt. Ein Analyst beispielsweise rechnet bei Ethereum aufgrund des EUP-1559-Upgrades mit einer Kurs-Explosion.

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Textnachweis: Decrypt

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Jannis GrunewaldExperte für Kryptowährungen

Jannis Grunewald schreibt seit mehr als acht Jahren über Kryptowährungen und Technologie-Trends. Erstmals mit Bitcoin in Kontakt gekommen ist er 2015 als Inhaber einer Digitalagentur; mittlerweile gibt's für ihn kaum einen Tag ohne BTC, ETH und Co. Ob technische Analyse, Krypto-Trading, NFTs oder Web 3.0 – Jannis besitzt ein breites Fachwissen über moderne Finanz- und Wirtschaftsthemen, setzt dies auch entsprechend ein: Er führt Interviews mit bekannten Persönlichkeiten der Krypto-Branche, kommentiert Entwicklungen, schreibt Prognosen, News und Analysen. Der gefragte Autor ist hervorragend in der Szene vernetzt, zudem regelmäßiger Gast auf Krypto- und Blockchain-Konferenzen weltweit. Sie finden Jannis' Publikationen in führenden Fachmagazinen – beispielsweise auf Finanzen.net, Cryptonews.com, Kryptoszene oder Business2Community.

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