Hat Satoshi bei Bitcoin einen großen Fehler gemacht?

Satoshi Nakamoto ist das bis heute unbekannte Pseudonym hinter der Erfindung von Bitcoin. Im Oktober 2008 veröffentlichte Satoshi das Bitcoin-Whitepaper, ehe das Netzwerk Anfang 2009 mit dem ersten Block startete. Wer sich tatsächlich hinter dem Namen verbirgt, ist weiterhin ungeklärt. Möglich ist sowohl eine einzelne Person als auch eine Gruppe von Entwicklern und Kryptografen.

Die grundlegende Vision beschreibt das Whitepaper bereits im Titel: „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“. Vorgesehen war somit ein elektronisches Geldsystem, bei dem Zahlungen ohne eine zentrale Bank oder einen anderen Finanzintermediär direkt zwischen zwei Parteien abgewickelt werden können. Im Abstract spricht Satoshi von einer „purely peer-to-peer version of electronic cash“. Transaktionen werden durch kryptografische Nachweise und ein dezentrales Netzwerk abgesichert, anstatt sich auf eine zentrale Vertrauensinstanz zu verlassen.

Parallel etablierte Satoshi eine vorhersehbare Geldpolitik. Die Ausgabe neuer Bitcoin reduziert sich regelmäßig durch die Halvings, sodass langfristig höchstens rund 21 Millionen BTC entstehen. Diese feste Obergrenze gehört heute zu den wichtigsten Eigenschaften des Netzwerks und wird von Bitcoin Core bei der Validierung neuer Blöcke durchgesetzt. Doch ausgerechnet bei der Darstellung dieser begrenzten Menge könnte Satoshi nach Ansicht eines bekannten Bitcoin-Unterstützers einen folgenreichen Fehler gemacht haben.

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Hat Satoshi die Bitcoin-Einheiten falsch gewählt?

Der langjährige Bitcoin-Unternehmer und Investor Dan Held argumentiert, dass Satoshi Nakamoto bei der Stückelung von Bitcoin möglicherweise eine unvorteilhafte Entscheidung getroffen habe. Seine Kritik richtet sich allerdings nicht gegen die begrenzte Gesamtmenge oder die Geldpolitik. Vielmehr geht es um die Frage, warum Satoshi die maximale Anzahl ausgerechnet auf 21 Millionen sichtbare Bitcoin-Einheiten festlegte – und nicht beispielsweise auf 21 Milliarden.

Ein Bitcoin lässt sich aktuell in 100 Millionen kleinere Einheiten unterteilen. Die kleinste Einheit wird Satoshi beziehungsweise Sat genannt. Insgesamt existieren damit theoretisch 2,1 Billiarden Satoshis. Technisch wäre es jedoch möglich gewesen, dieselbe Gesamtmenge anders darzustellen. Satoshi hätte den Dezimalpunkt beispielsweise so setzen können, dass maximal 21 Milliarden Bitcoin angezeigt werden, während jede Einheit entsprechend weniger Satoshis umfasst. Die tatsächliche Knappheit des Netzwerks würde sich dadurch nicht verändern.

Held sieht darin vor allem ein Problem der Nutzerpsychologie. Viele unerfahrene Anleger empfinden einen Bitcoin mit einem Preis von mehreren Zehntausend Dollar als „zu teuer“. Sie kaufen deshalb lieber günstig wirkende Altcoins, von denen sie mehrere vollständige Token besitzen können. Dabei übersehen sie, dass Bitcoin beliebig in kleinere Beträge aufgeteilt werden kann und niemand einen ganzen BTC kaufen muss.

Dieses Phänomen wird als Unit Bias bezeichnet. Menschen bevorzugen häufig Anlagen, bei denen sie eine große Anzahl vollständiger Einheiten erhalten. Ein Token für einen Dollar wirkt intuitiv günstiger als Bitcoin, obwohl für die Bewertung eigentlich Marktkapitalisierung, Umlaufmenge und wirtschaftlicher Nutzen entscheidend sind.

Held vermutet deshalb, Satoshi sei bei der erwarteten Verbreitung und Wertentwicklung von Bitcoin möglicherweise „zu bearish“ gewesen. Eine höhere Zahl sichtbarer Einheiten hätte Bitcoin psychologisch zugänglicher machen können. Von einem technischen Fehler kann jedoch keine Rede sein: Es handelt sich vielmehr um eine nachträgliche Kritik an der Benutzerfreundlichkeit und Darstellung der Einheiten. Die Knappheit von Bitcoin bleibt unabhängig vom gewählten Dezimalpunkt identisch.

Satoshis Bitcoin-Bestand sorgt für neue Diskussionen

Neben der Stückelung von Bitcoin wird aktuell auch intensiv über die schätzungsweise 1,1 Millionen BTC diskutiert, die Satoshi Nakamoto zugerechnet werden. Diese Coins stammen aus der Frühphase des Netzwerks und wurden seit vielen Jahren nicht bewegt. Mit Blick auf zukünftige Quantencomputer stellt sich nun die Frage, was mit dauerhaft inaktiven und kryptografisch gefährdeten Beständen geschehen sollte.

Binance-Gründer Changpeng Zhao, besser bekannt als CZ, brachte dafür einen kontroversen Ansatz ins Spiel. Nach einem zukünftigen Wechsel Bitcoins auf quantenresistente Kryptografie sollten Besitzer alter Adressen seiner Ansicht nach sechs bis zwölf Monate Zeit erhalten, ihre Coins auf neue, geschützte Adressen zu übertragen. Bleiben Satoshis Bestände innerhalb dieser Frist unangetastet, könnte die Community anschließend entscheiden, sie dauerhaft einzufrieren.

CZ begründet den Vorschlag mit dem Risiko, dass ausreichend leistungsfähige Quantencomputer eines Tages aus öffentlich bekannten Schlüsseln die zugehörigen privaten Schlüssel berechnen könnten. Ein Angreifer könnte dann theoretisch Satoshis Bitcoin entwenden und auf den Markt werfen. Allerdings existiert eine solche Maschine derzeit noch nicht.

Der Vorschlag ist deshalb höchst umstritten. Befürworter sehen darin vorbeugenden Schutz für das Netzwerk. Kritiker warnen dagegen, das Einfrieren fremder Vermögenswerte widerspreche Bitcoins Prinzipien der Unveränderlichkeit, Neutralität und Zensurresistenz.

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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