Bitcoin steht massiv unter Druck. Nach dem erneuten Test der Zone um 60.000 US-Dollar fehlt weiterhin jedes klare Momentum. Auf Wochensicht verlor BTC rund 15 Prozent, vom Allzeithoch bleibt der Kurs mehr als 50 Prozent entfernt. Damit bleibt das übergeordnete Chartbild angeschlagen: Die Tiefs liegen nur knapp unter dem aktuellen Niveau, jeder Erholungsversuch wirkt bislang fragil.
Auch das Sentiment ist schwach, Angst dominiert den Markt. Genau in solchen Phasen stellt sich die entscheidende Frage: War das bereits der Boden – oder fehlt noch die finale Kapitulation? Historisch enden Bitcoin-Bärenmärkte häufig erst dann, wenn Verkäufer wirklich erschöpft sind.
Das bedeutet: Panikverkäufe, hohe realisierte Verluste und eine Marktbereinigung, bei der schwache Hände endgültig aussteigen.
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Bitcoin Analyse: Boden naht, aber Kapitulation fehlt noch
Die jüngste Analyse von CryptoQuant zeichnet ein gemischtes Bild. Einerseits nähert sich Bitcoin wichtigen Bewertungszonen, die in früheren Bärenmärkten oft in der Nähe eines Bodens lagen. Der Kurs fiel zuletzt zeitweise unter 60.000 US-Dollar und liegt damit nur noch rund neun Prozent über dem Realized Price von etwa 53.600 US-Dollar. Diese Kennzahl beschreibt den durchschnittlichen Einstandspreis aller Bitcoin am Markt. Historisch wurden große Bärenmarktböden häufig in der Nähe oder leicht unterhalb dieses Niveaus gebildet. Aus Bewertungssicht rückt der Markt also näher an eine mögliche strukturelle Bodenregion.
Bitcoin’s correction still lacks capitulation.
Realized losses reached 187K BTC over the last 30 days, below the 400K BTC panic in Feb and the 1.2M BTC spike after FTX collapsed.
Historically, major bottoms form after seller exhaustion. The data suggests we’re not there yet. pic.twitter.com/qcLXQwUT7o
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) June 10, 2026
Doch genau hier liegt laut CryptoQuant das Problem: Ein günstigeres Bewertungsniveau allein reicht nicht aus. Die Nachfrage bleibt schwach. Die Analysten verweisen darauf, dass die gesamte Bitcoin-Nachfrage zuletzt auf rund minus 652.000 BTC gefallen sei – die stärkste Kontraktion seit Januar 2022. Auch die langfristige Spot-Nachfrage habe sich deutlich verschlechtert. Damit fehlt bislang der Käuferdruck, der nötig wäre, um aus einer bloßen Bodenregion eine echte Trendwende zu machen.
Besonders belastend ist zudem die ETF-Seite. US-Spot-Bitcoin-ETFs, die im vorherigen Zyklus noch als zentraler Nachfragetreiber galten, zeigen aktuell deutliche Schwäche. Laut Berichten kam es zuletzt zu massiven Abflüssen, während institutionelle Nachfrage nicht mehr stabilisiert, sondern zeitweise zusätzlich belastet.
Entscheidend ist aber die Kapitulationsfrage. CryptoQuant verweist darauf, dass realisierte Verluste in den vergangenen 30 Tagen bei rund 187.000 BTC lagen. Das ist schmerzhaft, aber historisch noch kein Extremwert. Im Februar 2026 wurden rund 400.000 BTC an Verlusten realisiert, nach dem FTX-Crash 2022 sogar etwa 1,2 Millionen BTC. Große Böden entstehen häufig erst nach solchen Phasen extremer Verkäufer-Erschöpfung.
Die Schlussfolgerung: Bitcoin nähert sich zwar einer interessanten Bewertungszone, doch die finale Marktbereinigung ist noch nicht eindeutig sichtbar. Solange Nachfrage, ETF-Flows und realisierte Verluste keine klare Wende zeigen, bleibt der Boden eher eine Möglichkeit als eine Bestätigung.
Bitcoin-Supply-in-Loss erreicht wichtiges Kapitulationssignal
Während einige On-Chain-Daten noch keine vollständige Kapitulation zeigen, sendet eine andere Metrik inzwischen deutlich bullischere Signale. Laut aktuellen Daten von CryptoQuant ist der „Bitcoin Supply in Loss MA7“ erstmals im Jahr 2026 auf über 50 Prozent gestiegen. Die Kennzahl misst den Anteil aller Bitcoin, die aktuell unter ihrem ursprünglichen Kaufpreis gehalten werden.
Historisch war genau dieser Bereich besonders interessant. Immer dann, wenn mehr als die Hälfte des zirkulierenden Bitcoin-Angebots im Verlust lag, näherte sich der Markt häufig einer Phase der Kapitulation und späteren Bodenbildung. Der Grund ist einfach: Wenn ein großer Teil der Anleger bereits auf Buchverlusten sitzt, nimmt das verbleibende Verkaufspotenzial oft deutlich ab. Viele schwache Hände haben den Markt dann bereits verlassen.
Bitcoin Supply in Loss MA7d hits a new high of 50% in 2026
“Historically, when the indicator reaches levels above 50%, it signals periods of bitcoin:native capitulation and formation of cycle bottom.” – By @gaah_im pic.twitter.com/nNA27xbMNY
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) June 9, 2026
Besonders bemerkenswert ist der Vergleich mit dem letzten großen Zyklustief. Zuletzt erreichte die Metrik ähnliche Werte im November 2022 nach dem Zusammenbruch von FTX. Damals notierte Bitcoin unter 20.000 US-Dollar und markierte wenige Wochen später den endgültigen Bärenmarkt-Boden.
Dennoch sollte das Signal nicht isoliert betrachtet werden. Zwar deutet der hohe Anteil an Bitcoin im Verlust auf eine fortgeschrittene Bereinigungsphase hin, gleichzeitig zeigen andere Kennzahlen weiterhin eine schwache Nachfrage und fehlende Käuferdynamik. Genau deshalb sprechen viele Analysten aktuell von einer möglichen Bodenregion, aber noch nicht von einer bestätigten Trendwende.
BITCOIN HOLDERS STILL HAVEN’T PANICKED ENOUGH.
Realized losses over the last 30 days are sitting at just 187K bitcoin:native .
That sounds bad… until you compare it to 400K BTC in February 2026 and over 1.2 MILLION BTC after the FTX collapse.
Historically, major bottoms form… pic.twitter.com/M2JCXrVWmj
— BitBull (@AkaBull_) June 10, 2026
Die Daten deuten somit darauf hin, dass Bitcoin der finalen Kapitulation deutlich näher gekommen ist. Ob daraus tatsächlich ein nachhaltiger Boden entsteht, dürfte nun vor allem von einer Stabilisierung der Nachfrage und einer Rückkehr institutioneller Käufer abhängen.
MVRV Z-Score zeigt: Bitcoin nähert sich dem Boden, ist aber noch nicht dort
Eine weitere wichtige On-Chain-Metrik für die Bewertung von Bitcoin ist der MVRV Z-Score. Dieser vergleicht die aktuelle Marktkapitalisierung mit der sogenannten Realized Cap, also dem Wert aller Bitcoin basierend auf ihrem letzten On-Chain-Transfer. Vereinfacht gesagt zeigt die Kennzahl, ob Bitcoin im historischen Vergleich überbewertet oder unterbewertet ist.
Besonders relevant sind dabei die Extremzonen. Werte oberhalb von 7 signalisierten in der Vergangenheit häufig Zyklushochs und starke Überbewertungen. Dagegen markierte der grüne Bereich rund um oder unter 0 in früheren Bärenmärkten oft attraktive Akkumulationszonen und langfristige Tiefpunkte.
Aktuell notiert der MVRV Z-Score zwar deutlich niedriger als noch während der Hausse 2024 und 2025, hat die klassische Unterbewertungszone jedoch noch nicht erreicht. Die Kennzahl bewegt sich weiterhin oberhalb des grünen Bereichs und signalisiert damit, dass Bitcoin historisch betrachtet noch nicht das Niveau früherer Kapitulationsphasen erreicht hat.

Für Anleger ist das ein zweischneidiges Signal. Einerseits wurde bereits ein Großteil der spekulativen Überbewertung abgebaut. Andererseits spricht die Historie dafür, dass noch etwas weiterer Abwärtsdruck möglich bleibt. Sollte die Nachfrage schwach bleiben und sich die Marktstimmung weiter verschlechtern, könnte Bitcoin noch näher an die Bewertungszonen früherer Bärenmarktböden heranrücken.
Die Metrik bestätigt damit das Bild vieler anderer On-Chain-Indikatoren: Der Markt ist deutlich bereinigt und näher am Boden als am Hoch. Eine klare historische Unterbewertung, wie sie frühere finale Kapitulationen markierte, liegt bislang jedoch noch nicht vor.
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Zuletzt aktualisiert am 11. Juni 2026



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