
Gold gehörte in den vergangenen Jahren zu den stärksten Anlageklassen überhaupt. Während Bitcoin lange Zeit hinter den Erwartungen zurückblieb, eilte das Edelmetall von Rekord zu Rekord und profitierte von geopolitischen Spannungen, hoher Staatsverschuldung und einer starken Nachfrage der Zentralbanken.
Doch zuletzt geraten sowohl Gold als auch Bitcoin unter Druck. Während Anleger bei Gold erstmals über eine größere Trendwende diskutieren, könnte genau das für Bitcoin interessant werden. Denn wenn Kapital aus dem Edelmetallmarkt abfließt, sucht es oft nach neuen Renditechancen.
Einige Analysten sehen daher die Möglichkeit, dass Bitcoin mittelfristig wieder stärker in den Fokus rückt. Grundlage dieser Überlegung ist eine auffällige Zyklus-Theorie, die für Gold nun eine längere Schwächephase prognostiziert.
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10/4-Zyklen-Theorie sieht Gold vor einem 4- bis 5-jährigen Abschwung
Der bekannte Marktbeobachter CryptoCon verweist auf seine sogenannte „10/4 Cycles Theory“. Dahinter steckt die Beobachtung, dass Gold historisch häufig etwa zehn bis elf Jahre in einem Bullenmarkt verbringt, bevor eine mehrjährige Korrektur- oder Seitwärtsphase von rund vier bis fünf Jahren folgt.
Im Chart werden mehrere historische Zyklen hervorgehoben. So stieg Gold von 1968 bis 1980 rund 10,5 Jahre lang an, bevor eine etwa fünfjährige Schwächephase folgte. Ähnliche Muster zeigten sich laut der Analyse zwischen 2001 und 2011 sowie im anschließenden Zyklus bis 2016. Der jüngste Aufwärtstrend begann demnach 2016 und dauerte bis Anfang 2026 – ebenfalls rund 10,4 Jahre.
Gold looks right on track to start its 4 – 5 year bear market according to the 10/4 Cycles Theory.
It had a perfect 10.5-year bull market with a parabolic top in January of this year.
Gold and other precious metals are set up to start recovering just before the predicted… pic.twitter.com/FVFe9VZ632
— CryptoCon (@CryptoCon_) June 10, 2026
Besonders interessant ist dabei die Annahme, dass Gold Anfang 2026 bereits ein parabolisches Hoch ausgebildet haben könnte. Sollte sich das historische Muster erneut wiederholen, wäre nun eine vier- bis fünfjährige Bärenmarktphase wahrscheinlich. Das würde den Zeitraum bis etwa 2030 oder 2031 umfassen.
Natürlich handelt es sich dabei nicht um eine gesicherte Prognose, sondern um eine zyklische Betrachtung auf Basis historischer Kursmuster. Dennoch beobachten viele Investoren solche langfristigen Rhythmen genau. Sollte Gold tatsächlich in eine längere Konsolidierungsphase übergehen, könnte dies Kapitalströme verändern. Genau hier sehen einige Marktteilnehmer eine Chance für Bitcoin. Während Gold nach einer außergewöhnlich starken Dekade an Dynamik verlieren könnte, würde eine zunehmende Suche nach Wachstum und Rendite den Blick wieder stärker auf digitale Assets lenken. Für Bitcoin könnte ein möglicher Gold-Bärenmarkt daher langfristig sogar zu einem unerwarteten Rückenwind werden.
Liquiditätskrise statt Gold-Crash? Analysten sehen Chance für Bitcoin
Die jüngste Schwäche bei Gold, Silber und Bitcoin sorgt derzeit für intensive Diskussionen unter Marktbeobachtern. Während Gold in den vergangenen Jahren als sicherer Hafen glänzte und Bitcoin gleichzeitig deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, geraten inzwischen beide Anlageklassen unter Verkaufsdruck. Genau darin sehen einige Analysten jedoch kein Zeichen fundamentaler Schwäche, sondern vielmehr einen klassischen Liquiditätsengpass.
🚨 Gold and silver are getting hit just as hard as Bitcoin. And that tells you something.
In the last two weeks:
– Gold has fallen from around $4,540 to $4,160, roughly 8%
– Silver has dropped from about $78 to $64, roughly 18%No crisis headline. No rate shock. No catalyst.… pic.twitter.com/wt3VJsY1g1
— Thierry from arvy 🇨🇭 (@ThierryBorgeat) June 10, 2026
Der Makroanalyst Thierry Borgeat argumentiert, dass die parallelen Kursverluste bei Gold, Silber und Bitcoin ungewöhnlich seien. Normalerweise profitieren Edelmetalle von Unsicherheit an den Finanzmärkten. Wenn jedoch sowohl Risikoanlagen als auch klassische Schutzassets gleichzeitig fallen, deutet dies häufig darauf hin, dass Investoren schlicht Liquidität benötigen. In solchen Phasen verkaufen Marktteilnehmer nicht unbedingt die schwächsten Vermögenswerte, sondern die liquidesten. Gold, Silber und Bitcoin lassen sich rund um die Uhr handeln und werden daher oft zuerst verkauft.
Als mögliche Ursachen nennt Borgeat mehrere Faktoren. Dazu gehören die enorme Kapitalnachfrage durch neue Börsengänge, hohe Verschuldung im Finanzsystem, steigende Margin-Anforderungen sowie Mittelabflüsse aus verschiedenen Fondsstrukturen. Die Folge sei eine Art „Flucht in Cash“, bei der kurzfristig nahezu alle Anlageklassen unter Druck geraten. Aus dieser Perspektive wäre der Gold-Rückgang kein Zeichen eines strukturellen Bärenmarktes, sondern vielmehr eine temporäre Liquiditätsphase.
Noch bullischer für Bitcoin zeigt sich der technische Analyst Sunil Gurjar. Er verweist auf historische Parallelen zwischen dem Goldmarkt der frühen 1970er-Jahre und der aktuellen Bitcoin-Entwicklung. Seiner Analyse zufolge befindet sich Gold inzwischen in einer überkauften Marktphase, während Bitcoin bereits deutlich überverkauft sei. Besonders interessant ist dabei die Beobachtung, dass Bitcoin aktuell wichtige Fibonacci-Retracement-Zonen testet, die in früheren Marktzyklen häufig als Ausgangspunkt für neue Aufwärtsbewegungen dienten.
BITCOIN IS OVERSOLD AND GOLD IS OVERBOUGHT.
GOLD HAS ENDED ITS BULL CYCLE. pic.twitter.com/Say1RcQ1kx
— Sunil Gurjar, CFTe (@sunilgurjar01) June 8, 2026
Die zentrale These lautet daher: Sollte Gold tatsächlich sein zyklisches Hoch erreicht haben und Kapital aus dem Edelmetallsektor abfließen, könnte Bitcoin mittelfristig einer der größten Profiteure dieser Rotation werden. Noch fehlt dafür eine Bestätigung durch den Markt. Die aktuellen Analysen zeigen jedoch, dass einige Experten die jüngsten Kursverluste weniger als Warnsignal, sondern vielmehr als möglichen Vorboten einer größeren Kapitalumschichtung betrachten.
BTC/Gold-Ratio signalisiert langfristige Akkumulationschance
Die BTC/Gold-Ratio setzt den Bitcoin-Kurs ins Verhältnis zum Goldpreis und zeigt damit, wie stark Bitcoin im Vergleich zum wichtigsten traditionellen Wertspeicher performt. Steigt die Kennzahl, entwickelt sich Bitcoin besser als Gold. Fällt sie, gewinnt Gold relativ an Stärke.
Der langfristige Chart zeigt dabei ein interessantes Muster. Nach starken Aufwärtsphasen der Ratio folgten regelmäßig größere Korrekturen, bevor die nächste zyklische Aufwärtsbewegung startete. Genau eine solche Schwächephase sehen wir aktuell. Die BTC/Gold-Ratio ist seit ihren Höchstständen aus den Jahren 2024 und 2025 deutlich zurückgekommen und notiert inzwischen auf dem niedrigsten Niveau seit mehreren Jahren.

Historisch betrachtet waren solche Rückgänge häufig keine Warnsignale, sondern attraktive Einstiegsphasen für langfristig orientierte Anleger. Bitcoin hat gegenüber Gold zuletzt erheblich an relativer Stärke verloren, wodurch die Bewertung im historischen Vergleich deutlich günstiger erscheint. Gleichzeitig bleibt der langfristige Aufwärtstrend der Ratio trotz der Korrektur intakt.
Sollte Gold tatsächlich in eine mehrjährige Konsolidierung oder sogar einen Bärenmarkt übergehen, während Bitcoin wieder Kapitalzuflüsse verzeichnet, könnte die BTC/Gold-Ratio erneut in Richtung ihrer früheren Höchststände steigen. Aus zyklischer Sicht spricht die aktuelle Entwicklung daher eher für eine Akkumulationschance bei Bitcoin als für den Beginn einer dauerhaften Schwächephase. Langfristig bleibt Bitcoin gegenüber Gold weiterhin in einem strukturellen Aufwärtstrend.
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Zuletzt aktualisiert am 11. Juni 2026


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