SEC und CFTC ordnen Krypto-Assets in neue Kategorien ein

Editorial image symbolizing SEC and CFTC oversight categories for crypto-assets

Die US-Börsenaufsicht SEC und die Terminmarktaufsicht CFTC haben am 17. März 2026 eine gemeinsame Interpretation veröffentlicht, die die Anwendung der Bundeswertpapiergesetze auf bestimmte Krypto-Assets und Transaktionen erläutert. Sie soll Marktteilnehmern mehr Klarheit über die Behandlung von Krypto-Assets geben und ergänzt die Beratungen des Kongresses über einen umfassenden gesetzlichen Rahmen.

Zwischen 2015 und 2025 führte die CFTC laut eigenen Angaben 83 Durchsetzungsmaßnahmen im Krypto-Bereich mit Strafen von rund 6 Milliarden US-Dollar durch, während die SEC im selben Zeitraum über 80 eigene Klagen einreichte und mehr als 2 Milliarden US-Dollar an Strafen erzielte. Zwei Bundesbehörden befassten sich damit über Jahre mit derselben Vermögensklasse, ohne dass ihre Zuständigkeiten eindeutig abgegrenzt waren.

Gemeinsame Interpretation vom 17. März

Mit der gemeinsamen Interpretation wollen beide Behörden zur Klärung beitragen, während der Kongress weiter berät. CFTC-Chairman Michael S. Selig erklärte, dass Akteure der Branche zu lange auf klare Leitlinien zum Status von Krypto-Assets unter dem Wertpapier- und Warenrecht gewartet hätten. SEC-Chairman Paul S. Atkins verwies auf mehr als ein Jahrzehnt der Unsicherheit und darauf, dass die Interpretation Marktteilnehmern ein klareres Verständnis der Behandlung von Krypto-Assets unter Bundeswertpapierrecht geben solle.

Die Interpretation enthält eine Taxonomie für digitale Commodities, digitale Sammlerstücke, digitale Werkzeuge, Stablecoins und digitale Wertpapiere. Nach der Einordnung können bestimmte Krypto-Assets, die selbst keine Wertpapiere sind, die Definition einer Commodity nach dem Commodity Exchange Act erfüllen. Im gemeinsamen Interpretationspapier werden BTC, ETH, SOL, XRP, ADA, LINK, AVAX, DOT, HBAR, LTC, DOGE, SHIB, XTZ, BCH, APT und XLM als digitale Commodities genannt.

Für die Einordnung als digitale Commodity ist nach dem CLARITY Act maßgeblich, ob der Wert eines fungiblen digitalen Vermögenswerts aus einem dezentralen Blockchain-Netzwerk resultiert und nicht aus der zentralen Steuerung eines Emittenten. Das Gesetz soll zudem einen Weg vorsehen, auf dem Token, die zunächst im Zusammenhang mit Fundraising als Wertpapiere gelten können, bei ausreichender Dezentralisierung später als digitale Commodities qualifiziert werden. Stablecoins bilden im CLARITY Act eine eigene Kategorie und werden dort gesondert behandelt.

CLARITY Act: Wo der Gesetzentwurf aktuell steht

Der CLARITY Act (H.R. 3633) passierte das Repräsentantenhaus im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen und durchlief im Januar 2026 den Landwirtschaftsausschuss des Senats. Als nächster Schritt steht in der zweiten Aprilhälfte die Beratung im Bankenausschuss des Senats an.

Wird das Gesetz verabschiedet, soll es erstmals die Rechtskategorie der digitalen Commodity schaffen und der CFTC die ausschließliche Aufsicht über deren Spot- und Kassamarkt übertragen. Handelsplattformen, Broker und Dealer für digitale Commodities müssten sich dann bei der CFTC registrieren. Die SEC bliebe für digitale Wertpapiere zuständig, also insbesondere für Token-Angebote im Rahmen von Investmentverträgen und für nicht registrierte Token-Angebote.

Laut dem vorliegenden Stand wird die April-Sitzung als entscheidendes Zeitfenster angesehen. Senatoren zufolge könnte eine fehlende Verabschiedung bis Mai die Krypto-Gesetzgebung wegen der bevorstehenden Zwischenwahlen auf unbestimmte Zeit verzögern.

Was Anleger und Trader beachten sollten

Für Privatanleger und Handelnde ist die Zuständigkeitsfrage praktisch relevant. Die gemeinsame Interpretation soll dabei helfen, die Abgrenzung zwischen der SEC und der CFTC besser zu verstehen. Für nicht als Wertpapier eingeordnete Krypto-Assets erläutert sie, unter welchen Umständen diese unter die Definition einer Commodity nach dem Commodity Exchange Act fallen können.

Bei Token, die im Rahmen eines Investmentvertrags verkauft wurden und bei denen Käufer Gewinne aufgrund der Leistung eines zentralen Teams erwarten, bleibt die SEC-Aufsicht maßgeblich. Das CLARITY-Gesetz würde die Zuständigkeiten für digitale Commodities und digitale Wertpapiere gesetzlich klarer festlegen.

Als nächster konkreter Termin gilt die Beratung im Bankenausschuss des Senats in der zweiten Aprilhälfte. Sie ist für die Frage relevant, ob die geplante Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen CFTC und SEC in Bundesrecht überführt wird.

Zuletzt aktualisiert am 12. August 2026

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Tobias FennerExperte für Kryptowährungen

Tobias Fenner beschäftigt sich seit fast einem Jahrzehnt mit der Schnittstelle zwischen digitalen Vermögenswerten und der notorisch komplexen Welt des Steuerrechts. Der in Stuttgart ansässige Experte entwickelte früh eine Leidenschaft für die regulatorische Seite von Krypto, nachdem er feststellte, dass die meisten Enthusiasten weitaus mehr auf Gewinne fokussiert waren als auf das, was passiert, wenn das Finanzamt anklopft. Seine Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Wesentliche auf den Punkt bringen – mit einer praktischen, bodenständigen Perspektive, die sowohl Krypto-Neulinge als auch erfahrene Anleger anspricht, die sich mit deutschen und EU-Compliance-Vorgaben auseinandersetzen müssen.

Seine Berichterstattung auf Coincierge.de konzentriert sich auf steuerliche Meldepflichten, die Herausforderungen bei der Einstufung von DeFi, die steuerliche Behandlung von Staking-Einnahmen und die sich ständig weiterentwickelnden Richtlinien des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Tobias ist überzeugt, dass finanzielle Freiheit im Krypto-Raum nur dann sinnvoll ist, wenn die Menschen das Erreichte auch tatsächlich behalten dürfen. Das bedeutet, die Regeln im Detail zu verstehen, anstatt am Jahresende einfach auf das Beste zu hoffen.

Wenn er nicht gerade die neuesten BMF-Schreiben analysiert oder die Krypto-Meldestandards der OECD verfolgt, begeistert sich Tobias fürs Langstrecken-Radfahren und ein – vielleicht etwas übertriebenes – Interesse an Brettspielstrategien. Er schreibt für Leser, die Klarheit statt Hype suchen und die verstehen, dass die vermeintlich langweiligen Facetten von Krypto oft die wichtigsten sind.

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