Ravencoin setzt Transfers aus: Exploit löst Chain-Spaltung aus

Ravencoin blockchain split after a consensus exploit, shown as a fractured chain with diverging paths

Ravencoin (RVN) ist am 12. August 2026 auf ein neues Allzeittief von 0,002754 US-Dollar gefallen, nachdem ein kritischer Konsens-Exploit das Vertrauen in die Blockchain erschüttert hat. Der Vorfall betrifft nicht nur einzelne Wallets oder Anwendungen, sondern die Kernlogik der Chain selbst – und stellt damit die Finalität sämtlicher Transaktionen der vergangenen Tage in Frage.

Der Exploit: Ungültige Blöcke seit dem 7. August

Laut einer offiziellen Netzwerk-Mitteilung des Ravencoin-Projekts wurde eine schwerwiegende Sicherheitslücke bereits seit dem 7. August 2026 ausgenutzt. Der erste bekannte ungültige Block erschien auf Höhe 4.487.776, weil betroffene Nodes das nHeight-Feld im Block-Header nicht korrekt gegen die tatsächliche Position in der Chain prüften. Dadurch konnten Angreifer deutlich günstiger Blöcke erzeugen, ohne den energieintensiven KAWPOW-Proof-of-Work vollständig zu erbringen.

Als Reaktion begannen die beiden Mining-Pools 2Miners und RavenMiner, eine neue Chain zu bauen, die die betroffenen Blöcke ab Höhe 4.487.776 ausschließt. Setzt sich diese Chain durch, drohe laut der Ravencoin-Ankündigung eine tiefe Reorganisation von rund drei Tagen – Einzahlungen, Auszahlungen und Zahlungen aus diesem Zeitraum könnten dann rückgängig gemacht werden.

Kursreaktion: RVN fällt auf Rekordtief

Der Markt reagierte unmittelbar. Binnen 24 Stunden verlor RVN rund 22 Prozent gegenüber seinem Tageshoch und markierte mit 0,002754 US-Dollar ein neues Allzeittief, wie aus Daten von CoinMarketCap hervorgeht. Das Handelsvolumen sprang dabei auf über 18 Millionen US-Dollar. Laut einem Bericht von Yahoo Finance/Decrypt verschwanden binnen weniger Stunden zweistellige Millionenbeträge an Marktkapitalisierung. Zugleich fiel RVN unter langfristige Unterstützungsniveaus.

Börsen ziehen die Notbremse

Als direkte Folge des Exploits stellten mehrere große Handelsplätze RVN-Transfers vorübergehend ein. Sowohl die südkoreanische Börse Upbit als auch der niederländische Anbieter Bitvavo froren Ein- und Auszahlungen ein, um Nutzer vor möglichen Double-Spends während der Chain-Aufspaltung zu schützen. Ravencoin rief Börsen dazu auf, Ein- und Auszahlungen bis zur Stabilisierung des Netzwerks auszusetzen.

Der Vorfall zeigt, wie stark Sicherheitsprobleme die Nutzbarkeit eines Netzwerks beeinträchtigen können. Wie schnell sich der Betrieb normalisiert, hängt davon ab, ob sich die Netzwerkteilnehmer auf eine gültige Chain einigen und Handelsplätze ihre Dienste wieder aufnehmen.

Der Notfall-Patch soll die Wende bringen

Als technische Antwort veröffentlichte 2Miners die Notfallversion 4.6.1.1-hf1. Sie lehnt Blöcke mit falscher Höhenangabe ab Block 4.487.776 ab und setzt einen Checkpoint auf den letzten als gültig bestätigten Block 4.487.775. Miner, Börsen, Explorer und Node-Betreiber wurden dazu aufgerufen, umgehend zu aktualisieren, damit sich die Netzwerkteilnehmer auf eine einzige, bereinigte Chain einigen können.

Bemerkenswert ist, dass Ravencoin bereits mitten in einem separaten BIP9-Soft-Fork-Prozess steckt, der seit dem 14. Juni 2026 einen Fehler im Asset-Code beheben soll – zwei parallele Upgrade-Baustellen erhöhen die Komplexität der aktuellen Stabilisierung zusätzlich.

Was Anleger jetzt im Blick behalten sollten

Für Anleger zählt nun vor allem, ob sich die von 2Miners und RavenMiner angeführte Chain durchsetzt und die Börsen den Betrieb wieder normalisieren. Erst wenn Upbit, Bitvavo und weitere Handelsplätze die Ein- und Auszahlungen freigeben, dürfte sich zeigen, ob RVN die Krise technisch und kommunikativ überstehen kann. Bis dahin bleibt die Lage fragil – wer Bestände hält, sollte Netzwerk-Updates und offizielle Mitteilungen des Ravencoin-Projekts engmaschig verfolgen, bevor er Transaktionen vornimmt.

Weiterlesen: Wie Sicherheitsvorfälle Nutzer, Infrastruktur und Marktvertrauen belasten

Zuletzt aktualisiert am 12. August 2026

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Tobias FennerExperte für Kryptowährungen

Tobias Fenner beschäftigt sich seit fast einem Jahrzehnt mit der Schnittstelle zwischen digitalen Vermögenswerten und der notorisch komplexen Welt des Steuerrechts. Der in Stuttgart ansässige Experte entwickelte früh eine Leidenschaft für die regulatorische Seite von Krypto, nachdem er feststellte, dass die meisten Enthusiasten weitaus mehr auf Gewinne fokussiert waren als auf das, was passiert, wenn das Finanzamt anklopft. Seine Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Wesentliche auf den Punkt bringen – mit einer praktischen, bodenständigen Perspektive, die sowohl Krypto-Neulinge als auch erfahrene Anleger anspricht, die sich mit deutschen und EU-Compliance-Vorgaben auseinandersetzen müssen.

Seine Berichterstattung auf Coincierge.de konzentriert sich auf steuerliche Meldepflichten, die Herausforderungen bei der Einstufung von DeFi, die steuerliche Behandlung von Staking-Einnahmen und die sich ständig weiterentwickelnden Richtlinien des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Tobias ist überzeugt, dass finanzielle Freiheit im Krypto-Raum nur dann sinnvoll ist, wenn die Menschen das Erreichte auch tatsächlich behalten dürfen. Das bedeutet, die Regeln im Detail zu verstehen, anstatt am Jahresende einfach auf das Beste zu hoffen.

Wenn er nicht gerade die neuesten BMF-Schreiben analysiert oder die Krypto-Meldestandards der OECD verfolgt, begeistert sich Tobias fürs Langstrecken-Radfahren und ein – vielleicht etwas übertriebenes – Interesse an Brettspielstrategien. Er schreibt für Leser, die Klarheit statt Hype suchen und die verstehen, dass die vermeintlich langweiligen Facetten von Krypto oft die wichtigsten sind.

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