
Die Kryptobörse Coinbase gilt seit Jahren als das führende Krypto-Unternehmen in den USA. Als 2012 gegründet, hat sich die Plattform zu einem zentralen Zugangspunkt für digitale Assets entwickelt – sowohl für private Anleger als auch für institutionelle Investoren. Gerade in den Vereinigten Staaten ist Coinbase für viele Marktteilnehmer das Synonym für regulierten, börsennotierten Kryptohandel. Mit der Notierung an der Nasdaq und einer engen Verzahnung mit traditionellen Finanzmärkten steht das Unternehmen an der Schnittstelle zwischen Wall Street und Krypto-Ökosystem.
Doch trotz dieser Rolle sieht CEO Brian Armstrong sein Unternehmen von klassischen Investoren missverstanden.
Coinbase-CEO Brian Armstrong: Wall Street unterschätzt das Geschäftsmodell
Brian Armstrong betont in seiner jüngsten Stellungnahme, dass die Wall Street Coinbase noch immer primär als zyklisches Handelsunternehmen betrachte – stark abhängig von kurzfristigen Kryptopreisen und spekulativer Aktivität. Diese Sichtweise greife jedoch zu kurz. Armstrong argumentiert, dass sich Coinbase in den vergangenen Jahren strategisch breiter aufgestellt habe. Neben dem klassischen Retail-Handel habe das Unternehmen massiv in Infrastruktur, Custody-Lösungen, Staking, institutionelle Dienstleistungen und regulatorische Compliance investiert.
Gerade im institutionellen Segment sieht Armstrong enormes Potenzial. Große Vermögensverwalter, Hedgefonds und zunehmend auch börsennotierte Unternehmen nutzten Coinbase als Verwahrstelle und Handelsplattform. Zudem spiele Coinbase eine zentrale Rolle bei der Abwicklung von Bitcoin-ETFs in den USA, was die strukturelle Bedeutung des Unternehmens unterstreiche. Für Armstrong ist Coinbase daher weniger eine reine Handelsplattform als vielmehr eine Infrastrukturgesellschaft für die digitale Finanzwelt.
“Why is Coinbase always misunderstood or under-appreciated by Wall Street?” – I got asked this today in our AMA with analysts, and it’s an interesting question. Sharing my answer here.
I do think Coinbase is a bit of a misunderstood company. It’s a classic innovator's dilemma.…
— Brian Armstrong (@brian_armstrong) February 17, 2026
Seiner Ansicht nach werde das langfristige Wachstumspotenzial unterschätzt. Während traditionelle Analysten vor allem Quartalszahlen und Handelsvolumen fokussierten, entwickle sich Coinbase zunehmend zu einem diversifizierten Finanzdienstleister im Krypto-Bereich. Armstrong impliziert damit, dass die aktuelle Bewertung eher das kurzfristige Marktumfeld widerspiegele als die strukturelle Marktstellung des Unternehmens.
Coinbase-Aktie unter Druck: Earnings durchwachsen, starkes Handelsvolumen
An der Börse zeigte sich zuletzt jedoch ein anderes Bild. Die Aktie von Coinbase hat im laufenden Jahr rund 30 Prozent an Wert verloren. Hintergrund sind unter anderem Quartalsergebnisse, die hinter den Erwartungen der Wall Street zurückblieben. Besonders das vierte Quartal sorgte für Enttäuschung bei Analysten, die höhere Margen und stärkere Gewinnzahlen erwartet hatten.
Highlights from the $COIN Coinbase Q4 & FY25 Earnings Report
1) Total Revenue and Revenue Composition
Coinbase revenues are growing over the years, while simultaneously the company diversifies away from cyclical retail-driven transaction revenues pic.twitter.com/4hbbz9DZwU
— PostTenebras (@PostTenebras2) February 13, 2026
Dabei sprechen einige operative Kennzahlen durchaus für Dynamik. Das gesamte Handelsvolumen auf der Plattform belief sich im vergangenen Jahr auf 5,2 Billionen US-Dollar – ein Anstieg von rund 150 Prozent im Jahresvergleich. Vor allem das professionelle Segment entwickelte sich stark. Institutionelle Kunden trugen maßgeblich zum Wachstum bei, was Armstrongs strategische Ausrichtung bestätigt.
Das Geschäftsbuch im institutionellen Bereich wuchs deutlich, während Coinbase seine Rolle als Infrastrukturpartner für große Marktteilnehmer weiter ausbaute.
Dennoch reagierte der Markt verhalten. Investoren fokussierten sich stärker auf kurzfristige Ertragskennzahlen als auf strukturelle Trends.
Die Diskrepanz zwischen operativer Expansion und Kursentwicklung verdeutlicht damit genau jene Wahrnehmungslücke, die Armstrong kritisiert: Während Coinbase seine Position im institutionellen Krypto-Ökosystem ausbaut, bewertet die Wall Street das Unternehmen weiterhin stark im Kontext kurzfristiger Zyklik und Gewinnschwankungen.
Zuletzt aktualisiert am 18. Februar 2026



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