Krypto News: Polymarket kündigt Abschied von Polygon an

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Polymarket hat sich in den vergangenen Jahren von einer Nischenanwendung zu einer der spannendsten Krypto-Plattformen entwickelt. Spätestens rund um die US-Präsidentschaftswahl wurde das Prognose-Tool zum Mainstream-Phänomen, da Nutzer hier in Echtzeit auf politische und wirtschaftliche Ereignisse wetten konnten. Das starke Wachstum und der klare Product-Market-Fit überzeugen zunehmend auch institutionelle Beobachter.

Nun scheint das nächste Kapitel bevorzustehen: Polymarket denkt laut aktuellen Aussagen aktiv über einen Chain-Wechsel nach – ein Schritt, der weitreichende Folgen für das gesamte Ökosystem haben könnte.

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Polymarket prüft Chain-Migration: Skalierungsprobleme als Auslöser

Der neue VP of Engineering bei Polymarket, Josh Stevens, hat in einem aktuellen Statement ungewöhnlich offen über die technischen Herausforderungen gesprochen. Demnach sei das Wachstum der Plattform zuletzt so stark gewesen, dass die bestehende Infrastruktur nicht mehr Schritt halten konnte. Insbesondere die aktuelle Nutzung auf Polygon scheint an ihre Grenzen zu stoßen.

Konkret nennt Stevens mehrere zentrale Probleme: Zum einen sei die Onchain-Datenlatenz zu hoch, was die Nutzererfahrung beeinträchtigt. Ziel sei es daher, diese nahezu in Echtzeit zu bringen. Noch entscheidender ist jedoch die geplante Chain-Migration. Polymarket benötigt laut eigener Aussage deutlich mehr Blockspace, niedrigere Transaktionskosten und vor allem wesentlich kürzere Blockzeiten, um ein nahezu sofortiges Settlement zu ermöglichen.

Hinzu kommt ein besonders kritischer Punkt: Transaktionen werden aktuell teilweise abgebrochen oder gar nicht erst ausgeführt. Für eine Plattform, die auf präzise Marktmechanismen angewiesen ist, stellt das ein erhebliches Problem dar. Entsprechend betont das Team, dass bereits an einer umfassenden Lösung gearbeitet wird.

Parallel dazu baut Polymarket seine Infrastruktur grundlegend um. Der zentrale Orderbuch-Mechanismus (CLOB) wird neu entwickelt, um langfristig Skalierbarkeit und Performance sicherzustellen. Ergänzt wird dies durch neue APIs, ein einheitliches SDK sowie eine verbesserte Systemüberwachung, um Probleme frühzeitig zu erkennen.

Auch strategisch stellt sich das Unternehmen breiter auf: Neue Führungskräfte in den Bereichen Data Engineering, QA und Developer Tools sollen die Entwicklung beschleunigen. Gleichzeitig arbeitet man an neuen Features wie Perpetual Markets sowie einem komplett neuen Backend in Rust.

Die mögliche Abkehr von Polygon ist damit weniger ein Risiko als vielmehr ein logischer Schritt in der nächsten Wachstumsphase. Sollte Polymarket tatsächlich auf eine leistungsfähigere Blockchain wechseln, könnte dies nicht nur die eigene Plattform massiv stärken, sondern auch ein Signal für die gesamte Branche sein, welche Anforderungen zukünftige Krypto-Anwendungen erfüllen müssen.

Abwanderung wäre ein herber Rückschlag für Polygon

Eine mögliche Migration von Polymarket dürfte für Polygon weit mehr als nur ein symbolischer Verlust sein. Denn aktuelle Daten zeigen, wie stark das Netzwerk inzwischen von der Prognoseplattform abhängig ist. So entfallen laut jüngsten Auswertungen rund 55 Prozent aller Transaktionen im Zusammenhang mit Polymarket – gleichzeitig sollen etwa 67 Prozent der Gasgebühren direkt durch die Aktivität der Plattform generiert werden. Damit ist Polymarket nicht nur ein wichtiger Nutzer, sondern einer der zentralen Wachstumstreiber des gesamten Ökosystems.

Diese Abhängigkeit wird noch deutlicher beim Blick auf die Einnahmenstruktur: Innerhalb von 24 Stunden generierte Polymarket zuletzt rund 928.000 US-Dollar an Gebühren – bei insgesamt etwa 1,46 Millionen US-Dollar an App-Fees auf Polygon. Das entspricht einem Anteil von deutlich über 60 Prozent der wirtschaftlichen Aktivität. Sollte diese Nachfrage wegfallen, könnte das kurzfristig massive Auswirkungen auf Netzwerkauslastung, Einnahmen und Wahrnehmung haben.

Gerade vor dem Hintergrund, dass Polygon verstärkt auf Stablecoins und Zahlungsanwendungen setzt, wäre ein solcher Einschnitt problematisch. Denn Polymarket gilt als eines der wenigen Beispiele mit klarem Product-Market-Fit und hoher realer Nutzung. Ein Abgang würde daher nicht nur Kennzahlen verschlechtern, sondern auch das Narrativ schwächen, dass Polygon führend bei skalierbaren Consumer-Anwendungen ist.

Polymarket will mehr als Prediction Markets

Dahinter steckt wohl eine größere strategische Neupositionierung. Polymarket will offenbar nicht nur schneller und stabiler werden, sondern sein Modell deutlich ausweiten. Bereits in der vergangenen Woche kündigte die Plattform Perpetual Futures an – also unbefristete Terminkontrakte, mit denen Nutzer dauerhaft auf Kursbewegungen spekulieren können. Laut Berichten sollen dabei Assets wie Kryptowährungen, US-Aktien und Rohstoffe im Fokus stehen.

Damit würde Polymarket in Richtung Perp-DEX expandieren und stärker mit Plattformen wie Hyperliquid konkurrieren. Perps sind im Krypto-Markt extrem beliebt, weil sie rund um die Uhr handelbar sind und häufig mit Hebel genutzt werden.

Genau dafür braucht Polymarket jedoch eine andere technische Basis: mehr Blockspace, geringere Kosten, kürzere Blockzeiten und ein performantes Backend. Die geplante Chain-Migration passt daher zur Perp-Offensive. Polymarket entwickelt sich vom reinen Prognosemarkt zunehmend zu einer breiteren Trading-Plattform.

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Zuletzt aktualisiert am 25. April 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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