
Das Layer-2-Ökosystem rund um Ethereum wächst rasant – und zunehmend sind es nicht mehr nur DeFi-Protokolle oder Startups, die eigene Rollups starten. Große, regulierte Börsen erkennen, dass der Betrieb eigener Blockchain-Infrastruktur strategische Vorteile bietet: Kontrolle über Transaktionssequenzierung, Compliance-Durchsetzung und direkte Partizipation an Gebühreneinnahmen. Dieser Trend gewinnt an Fahrt.
Jetzt hat Upbit, Südkoreas größte Kryptobörse mit über 13 Millionen registrierten Nutzern, einen entscheidenden Schritt gemacht. In Partnerschaft mit der Optimism Foundation baut Upbit die GIWA Chain – eine eigene Ethereum-Layer-2-Blockchain auf Basis des OP Stack. Das Projekt ist bereits im Testnet live.
Ethereum L2-Wachstum und Fragmentierung des Ökosystems – hier mehr erfahren
GIWA Chain: Upbit übernimmt die volle Kontrolle über den Sequencer
Laut einer offiziellen Ankündigung vom Montag wird GIWA Chain als erste Blockchain überhaupt im sogenannten Self-Managed-Tier von OP Enterprise lanciert. Das bedeutet: Upbit betreibt den Rollup-Sequencer eigenständig – ein zentrales Bauteil, das bestimmt, in welcher Reihenfolge Transaktionen in Blöcke aufgenommen werden. Wer den Sequencer kontrolliert, kontrolliert auch die Gebühreneinnahmen und die Compliance-Filterung.

Die Optimism Foundation übernimmt dabei keine operative Kontrolle, stellt aber ein institutionelles Sicherheitsnetz bereit. Dieses umfasst Monitoring, einen Failover-Sequencer, priorisierte Sicherheits-Patches und technische Beratung – abgesichert durch ein Memorandum of Understanding. „Self-Managed is built for operators who can’t cede operational control. For a regulated exchange serving Korean and global institutional users, giving up sequencer control over Upbit’s chain was never going to be acceptable“, so die Optimism Foundation in einem Blog-Beitrag.
Der Testnet-Betrieb – bekannt als GIWA Sepolia – läuft seit dem 9. September 2025 und hat bereits über 4 Millionen Blöcke produziert. Ein Live-Block-Explorer sowie vollständige EVM-kompatible Entwicklerwerkzeuge stehen bereit. Ein Mainnet-Startdatum wurde noch nicht kommuniziert.
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OP Stack als institutionelle Infrastruktur: Ein Muster, das sich wiederholt
Der Launch von GIWA Chain ist kein Einzelfall – er ist Teil eines strukturellen Musters. Coinbase baute Base, Kraken entwickelt Ink, Uniswap lancierte Unichain – allesamt auf dem OP Stack aufgebaut, allesamt mit operator-kontrollierten Sequencern. Nahezu drei Dutzend Chains wurden mittlerweile auf Basis des OP Stack gestartet. Optimism positioniert sich damit als bevorzugte technische Grundlage für institutionelle Blockchain-Infrastruktur.

Besonders auffällig: Jing Wang, Director der Optimism Foundation, formuliert die Nachfrage präzise – „What we hear consistently from the largest exchanges and institutional operators is that they want to own the chain their users transact on, not rent it.“ Der Hinweis auf Skaleneffekte folgt auf dem Fuß: „At that size, the math stops working for renting someone else’s infrastructure.“ Upbit rangiert laut CoinGecko zeitweise als Nummer 2 global nach kumulativem Spot-Handelsvolumen.
Das Ethereum-Ökosystem fragmentiert sich damit weiter in spezialisierte, exchange-native L2s – ein Trend, der sowohl Chancen als auch Risiken für die Liquiditätsverteilung birgt. Wer die Hintergründe dieses Wachstums besser verstehen möchte, findet eine fundierte Analyse dazu bei Ethereums Fundamentaldaten und Staking-Entwicklung.
Was Anleger in ETH, OP und L2-Infrastruktur beachten sollten
Für ETH-Halter ist GIWA Chain zunächst ein positives Signal: Jede neue L2, die auf Ethereum als Settlement-Layer setzt, stärkt die fundamentale Nachfrage nach ETH als Gas-Token und Sicherheitsanker. Mehr Transaktionen auf L2s bedeuten mehr Blob-Fees und potenziell mehr ETH-Verbrennung über EIP-1559-Mechanismen.
Für OP-Token-Inhaber dürfte die Entwicklung ebenfalls konstruktiv sein. GIWA Chain ist Teil des OP-Stack-Ökosystems und zahlt – wie andere Superchain-Mitglieder – einen Anteil der Sequencer-Einnahmen an das Optimism Collective. Je mehr institutionelle Volumen über GIWA Chain fließen, desto relevanter wird dieser Einnahmestrom. Potenzielle Airdrop-Aktivitäten oder Liquiditätsanreize bei Mainnet-Launch könnten zusätzliche Aufmerksamkeit auf das Ökosystem lenken – konkrete Ankündigungen stehen allerdings noch aus.
Besonders relevant: Der Self-Managed-Tier von OP Enterprise öffnet den Markt für weitere regulierte Börsen, die bisher vor dem Kontrollverlust durch vollständig verwaltete Lösungen zurückschreckten. Das könnte die Pipeline institutioneller OP-Stack-Deployments deutlich ausweiten.
Bitcoin Hyper: Layer-2-Dynamik auch im Bitcoin-Ökosystem im Blick behalten
Ethereum dominiert derzeit das Layer-2-Segment – doch auch das Bitcoin-Ökosystem entwickelt seine eigene Skalierungsinfrastruktur. Bitcoin Hyper ist ein Projekt, das genau an dieser Schnittstelle ansetzt: als Bitcoin-natives Layer-2-Protokoll, das DeFi-Funktionalität direkt auf BTC bringt. Der laufende Presale hat bereits beachtliches Kapital eingesammelt, und das Staking-Modell bietet attraktive APY-Konditionen für frühe Teilnehmer.
Wer die Entwicklungen rund um institutionelle L2-Infrastruktur – ob bei Ethereum oder Bitcoin – strategisch im Portfolio berücksichtigen möchte, könnte Bitcoin Hyper als Exposure in den wachsenden Bitcoin-Skalierungssektor in Betracht ziehen.
Zuletzt aktualisiert am 5. Mai 2026



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