Weißes Haus veröffentlicht Studie zu Stablecoin-Zinsen: Das steht drin

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Monatelang blockierte der Clarity Act eine Einigung im US-Kongress – ein zentraler Streitpunkt: die Frage nach Zinsen auf Stablecoins.

Während Banken vor massiven Risiken warnten, etwa einer potenziellen Abwanderung von Einlagen und negativen Folgen für die Kreditvergabe, argumentierte die Krypto-Industrie genau gegenteilig. Sie sieht in verzinsten Stablecoins mehr Wettbewerb, Innovation und attraktive Renditechancen für Privatanleger.

Der Konflikt zeigt, wie tief die Gräben zwischen traditionellem Finanzsystem und Krypto-Ökonomie weiterhin sind.

Nun kommt Bewegung in die Debatte: Der White House Council of Economic Advisers hat eine mit Spannung erwartete Studie veröffentlicht, die genau diese Risiken – insbesondere „Deposit Flight“ und Auswirkungen auf die Banken – erstmals umfassend analysiert.

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Warum Stablecoin-Zinsen Banken kaum schaden

Der amerikanische Council of Economic Advisers (CEA) hat im April 2026 untersucht, ob die im GENIUS Act verankerte Zinspflicht für Stablecoins — also das Verbot, Haltern Rendite zu zahlen — tatsächlich das US-Bankensystem schützt. Das Ergebnis ist ernüchternd für die Befürworter dieser Regel: Die Angst, Stablecoins könnten Bankeinlagen abziehen und damit die Kreditvergabe gefährden, ist nach Einschätzung der CEA quantitativ kaum belegt.

Der Kern des Arguments liegt darin, wohin ein Dollar fließt, wenn jemand ihn in einen Stablecoin umwandelt. Stablecoin-Emittenten halten ihre Reserven überwiegend in US-Staatsanleihen (rund 88 % bei Circle/USDC) — nicht in Bankeinlagen. Wechselt ein Haushalt von der Bankeinlage zum Stablecoin, kauft der Emittent mit dem Geld T-Bills. Der Händler, der die Anleihe verkauft, deponiert die Mittel wiederum bei einer anderen Bank.

Unter dem Strich verschieben sich Einlagen im System, sie verschwinden nicht. Tatsächlich nur der kleine Anteil (rund 12 %), den Emittenten als Bankeinlagen halten und der bei 100-%-Reservepflicht nicht ausgeliehen werden darf, entzieht sich dem Kreditkreislauf. Hinzu kommt: Unter der aktuellen Geldpolitik der Federal Reserve herrscht ein Überschussreserven-Regime — Banken sitzen auf Billionen an Liquidität und müssen ihre Bilanzen nicht verkürzen, wenn Einlagen zwischen Instituten wandern.

Frühere Schätzungen, die Krediteinbußen von bis zu 1,5 Billionen Dollar prognostizierten, berücksichtigten diesen Kreislauf nicht: Sie berechneten lediglich, was die Ausgangsbank verliert, ohne zu modellieren, was die aufnehmende Bank dadurch gewinnt — ein klassischer Fehler.

Was das Modell konkret zeigt: Sind Stablecoins riskant für Banken?

Die CEA-Ökonomen haben ein Gleichgewichtsmodell gebaut, das Haushalte (die zwischen Einlagen und Stablecoins wählen), Stablecoin-Emittenten (die Reserven zwischen T-Bills und Bankeinlagen aufteilen) sowie zwei Banktypen — Gemeinschaftsbanken und Großbanken — abbildet.

Im Basisszenario, kalibriert mit realen Daten aus dem 4. Quartal 2025, ergibt sich: Ein vollständiges Zinsverbot würde rund 54 Milliarden Dollar von Stablecoins zurück in Bankeinlagen verschieben. Davon fließen jedoch nur 12 % (ca. 6,5 Mrd. USD) in den eigentlich kreditrelevanten Bereich. Nach Abzug von Mindestreserven und dem sogenannten Buffer-Absorptionseffekt — Banken parken frei gewordene Kapazitäten lieber als Überschussreserven als sie auszuleihen — verbleiben gerade einmal 2,1 Milliarden Dollar an zusätzlicher Kreditvergabe, was 0,02 % des gesamten US-Kreditvolumens entspricht. Gemeinschaftsbanken würden davon lediglich 500 Millionen Dollar erhalten.

Gleichzeitig weist das Modell eine Netto-Wohlfahrtskost von 800 Millionen Dollar pro Jahr aus — denn Stablecoin-Halter verlieren Rendite, ohne dass Kreditnehmer davon nennenswert profitieren. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis liegt bei 6,6 zu 1 gegen das Verbot. Selbst unter extremen Annahmen — Stablecoin-Marktanteil verdreifacht, alle Reserven in gebundenen Bankeinlagen, Federal Reserve gibt Überschussreservenpolitik auf — erreicht das Modell maximal 531 Milliarden Dollar an Mehrkredit. Das wären 4,4 % des Kreditvolumens, erfordert aber vier gleichzeitig implausible Bedingungen.

Die CEA betont zudem einen unberücksichtigten Gegeneffekt: Über 80 % der Stablecoin-Transaktionen laufen außerhalb der USA ab. Ausländische Nutzer erzeugen so eine strukturelle Nachfrage nach US-Staatsanleihen — Stablecoin-Emittenten halten bereits mehr T-Bills als Länder wie Saudi-Arabien. Ein Zinsverbot würde genau diese ausländische Nachfrage drosseln und damit einen fiskalischen Vorteil zunichtemachen, der die kleinen Kreditgewinne im Inland bei weitem überwiegen könnte.

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Zuletzt aktualisiert am 8. April 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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