Aave auf 175 Dollar? So begründet Grayscale die bullische Prognose

Grayscale Logo auf Smartphone, das auf Dollarscheinen liegt

Aave gehört zu den bekanntesten DeFi-Protokollen am Kryptomarkt. Über die Plattform können Nutzer digitale Vermögenswerte verleihen oder gegen Sicherheiten Kredite aufnehmen – ganz ohne klassische Banken. Trotz dieser starken Marktstellung verlief das Jahr 2026 für den AAVE-Token bislang enttäuschend. Zwar legte der Kurs in den vergangenen sieben Tagen um rund 20 Prozent zu und zeigt erste Rebound-Tendenzen, doch auf Jahressicht notiert AAVE weiterhin rund 50 Prozent im Minus.

aave

Damit rutschte das Projekt zuletzt sogar aus den Top 50 der größten Kryptowährungen. Vom Allzeithoch trennen den Token inzwischen sogar rund 90 Prozent. Während viele Anleger daher weiterhin skeptisch bleiben, sieht Grayscale genau in dieser Schwächephase eine attraktive Chance. Der Vermögensverwalter argumentiert, dass der Markt die fundamentale Entwicklung von Aave aktuell deutlich unterschätzen könnte.

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Grayscale sieht Aave als DeFi-Value-Play: Kursziel bei 175 Dollar

Laut Grayscale befindet sich der Kryptomarkt aktuell in einer wichtigen Neubewertung. Während in den vergangenen Jahren häufig Narrative und Spekulationen die Kurse bestimmten, rücken nun zunehmend fundamentale Kennzahlen in den Fokus. Besonders DeFi-Protokolle profitieren davon. Seit 2023 haben dezentrale Finanzanwendungen laut Grayscale kumuliert fast 25 Milliarden US-Dollar an Gebühren durch reale Nutzer generiert. Damit handelt es sich längst nicht mehr um ein experimentelles Marktsegment, sondern um eine Branche mit wiederkehrenden Umsätzen und funktionierenden Geschäftsmodellen.

Gerade im Bereich des DeFi-Lendings erkennt Grayscale inzwischen attraktive Bewertungen. Die Multiples vieler Projekte seien deutlich zurückgekommen, obwohl die Protokolle operativ weiter wachsen. Aave zählt dabei zu den bevorzugten Kandidaten der Analysten. Neben Morpho, Maple, Sky und Hyperliquid wird Aave als eines der interessantesten Value-Investments innerhalb des Sektors genannt.

Besonders spannend ist dabei die Gewinnentwicklung. Trotz des schwierigen Marktumfelds erwartet Grayscale für Aave im Jahr 2026 einen Protokollgewinn von rund 60 Millionen US-Dollar. Würde der Markt das Projekt ähnlich bewerten wie etablierte Fintech-Unternehmen, die häufig mit dem 20- bis 25-fachen Jahresgewinn gehandelt werden, ergäbe sich bereits heute eine faire Bewertung zwischen 1,2 und 1,5 Milliarden US-Dollar. Daraus leitet Grayscale einen fairen Tokenpreis von etwa 80 bis 100 US-Dollar ab – selbst ohne größere Wachstumsannahmen.

Noch deutlich bullischer fällt jedoch das Basisszenario aus. Sollte regulatorische Klarheit die Tokenisierung von Vermögenswerten beschleunigen und reale Finanzwerte zunehmend auf die Blockchain wandern, könnte Aave erheblich profitieren. In diesem Fall sieht Grayscale einen fairen Wert von rund 175 US-Dollar innerhalb der kommenden zwölf Monate. Das entspräche mehr als einer Verdopplung gegenüber dem aktuellen Niveau.

Hinzu kommt, dass die Analysten die neue Aave-V4-Architektur, steigende Stablecoin-Nachfrage, institutionelle Nutzung sowie die zunehmende Integration traditioneller Finanzmärkte als wichtige Kurstreiber ansehen. Während viele Anleger weiterhin auf vergangene Kursverluste blicken, konzentriert sich Grayscale auf die Fundamentaldaten. Genau dort sieht der Vermögensverwalter derzeit erhebliches Aufholpotenzial für Aave.

Aave steigert die Profitabilität trotz schwächerem Marktumfeld

Besonders bemerkenswert ist laut aktuellen Daten, dass Aave seine Umsätze deutlich schneller steigern konnte als die zugrunde liegenden Kennzahlen wie TVL (Total Value Locked) oder das ausstehende Kreditvolumen. Während viele DeFi-Protokolle stark von immer neuen Kapitalzuflüssen abhängig sind, gelingt es Aave zunehmend, bestehendes Kapital effizienter zu monetarisieren.

Die Umsatzentwicklung verdeutlicht diesen Trend eindrucksvoll. Lag der kumulierte Jahresumsatz 2023 noch bei lediglich rund 22,6 Millionen US-Dollar, stieg dieser 2024 bereits auf knapp 90 Millionen US-Dollar und erreichte 2025 sogar rund 149 Millionen US-Dollar. Auch 2026 bleibt die Entwicklung auf einem hohen Niveau. Bereits zur Jahresmitte wurden mehr als 50 Millionen US-Dollar Umsatz erzielt, obwohl die Aktivität im DeFi-Sektor zuletzt spürbar nachgelassen hat und sowohl Einlagen als auch Kreditvolumina unter ihren Höchstständen liegen.

Der entscheidende Unterschied liegt dabei im Geschäftsmodell. Aave verdient heute nicht mehr ausschließlich an seinem klassischen Kreditgeschäft. Mit dem Stablecoin GHO, den sogenannten SVR-Einnahmen, Liquidationsgebühren sowie weiteren Monetarisierungsmechanismen verfügt das Protokoll mittlerweile über mehrere unabhängige Umsatzquellen. Dadurch wird das Geschäftsmodell robuster und weniger abhängig von einzelnen Marktphasen.

Genau darin sehen viele Analysten einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. In Haussephasen profitiert Aave von steigender Kreditnachfrage und höherem Leverage. In Bärenmärkten sorgen Liquidationen und Risikomanagement für Einnahmen. Selbst in seitwärts laufenden Märkten generiert das Protokoll Erträge über Kapitalnutzung und Kreditaktivität. Für Investoren spricht dies für ein zunehmend diversifiziertes und widerstandsfähiges DeFi-Unternehmen mit nachhaltiger Ertragsbasis.

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Zuletzt aktualisiert am 18. Juni 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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