
Bitcoin zeigt nach Wochen des Drucks erste Anzeichen einer strukturellen Bodenbildung im Bereich zwischen 60.000 und 70.000 Dollar – gestützt durch On-Chain-Daten, die eine historisch ungewöhnlich dichte Angebotsverdichtung in genau dieser Preisspanne belegen. Knapp 20 Prozent des gesamten umlaufenden Bitcoin-Angebots haben in diesem Korridor zuletzt ihren Besitzer gewechselt, was die Zone zu einem der bedeutsamsten Kostenbasis-Cluster der gesamten Bitcoin-Geschichte macht.
Doch bei genauerem Hinsehen ist die Lage alles andere als eindeutig: Ein klassisches bearishes Flaggenmuster auf dem Tageschart droht, den nächsten Abwärtsschub bis in die Region von 53.500 bis 50.000 Dollar einzuleiten, falls Bitcoin die entscheidenden technischen Widerstände nicht zurückerobert.
On-Chain-Daten zeigen massive Angebotsverdichtung
Quant-Analyst Frank Fetter hat auf Basis von Checkonchain-Daten die sogenannte Unrealized Price Distribution (URPD) ausgewertet – eine Kennzahl, die zeigt, wo Bitcoin-Bestände zuletzt on-chain bewegt wurden und welche Preiszone als Kostenbasis für welchen Anteil des Angebots gilt. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Rund 20 Prozent aller Bitcoin weisen eine Kostenbasis zwischen 60.000 und 70.000 Dollar auf.
Fetter kommentierte den Befund knapp aber präzise: „This is how meaningful floors are put in.“ Dichtekonzentrationen in der URPD gelten unter On-Chain-Analysten als starke Unterstützungszonen, weil ein großer Anteil der Halter in einem gemeinsamen Preisbereich verankert ist und bei einem erneuten Test dieser Zone weniger geneigt ist, mit Verlust zu verkaufen.
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Redistribution: Schwache Hände geben an starke ab
Darkfost, ein mit CryptoQuant assoziierter On-Chain-Analyst, beschreibt das aktuelle Marktgeschehen als „one of the biggest BTC transfers from weak hands to strong ones“ – also als eine der größten Umverteilungsphasen in der jüngeren Bitcoin-Geschichte. In solchen Phasen verkaufen kurzfristig orientierte Investoren unter Druck ihre Positionen, während überzeugungsstarke Akkumulatoren diese Bestände absorbieren.
Dass diese Dynamik gerade im Bereich 60.000 bis 70.000 Dollar stattfindet, verleiht der Zone zusätzliches strukturelles Gewicht. Genau deshalb sprechen mehrere Analysten davon, dass hier ein Boden „eingebaut“ wird – nicht durch Preisanstieg, sondern durch die stille Umschichtung zwischen Marktteilnehmern mit unterschiedlichem Zeithorizont.
Analyst DurdenBTC ergänzt eine weitere Perspektive: Der Anteil des Bitcoin-Angebots im Gewinn sei in eine sogenannte „Kapitulationszone“ gefallen. Laut DurdenBTC hat Bitcoin diese Zone in der jüngeren Geschichte nur viermal erreicht – bei rund 3.200 Dollar im Jahr 2019, bei 5.000 Dollar im Jahr 2020, bei 16.000 Dollar im Jahr 2023 und jetzt nahe 59.000 Dollar. Jedes der vorangegangenen Ereignisse markierte in der Rückschau einen zyklischen Tiefpunkt.
Bearishes Flaggenmuster trübt das technische Bild
So konstruktiv die On-Chain-Signale klingen mögen – der Tageschart spricht eine andere Sprache. Bitcoin konsolidiert derzeit innerhalb eines bearishen Flaggenmusters: Nach einem scharfen Ausverkauf erholt sich der Kurs in einem leicht aufwärts gerichteten Keil, bevor typischerweise ein weiterer Abwärtsschub folgt.
Wird die Obergrenze des Musters abgelehnt, liegt das rechnerische Kursziel der Flagge bei rund 53.500 Dollar – in unmittelbarer Nähe zur breiten Unterstützungszone um 50.000 Dollar. Der entscheidende technische Widerstand liegt dabei beim 20-Tage-EMA bei 66.420 Dollar. Ein überzeugender Tagesschlusskurs über diesem Niveau würde das Bärenszenario erheblich abschwächen und den Weg zur 50-Tage-EMA bei rund 70.250 Dollar freigeben.
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Wohin führt die aktuelle Bodenbildung mittelfristig?
Research-Häuser wie Bernstein und Compass Point sehen in der 60.000-bis-68.000-Dollar-Zone einen strukturellen Boden, gestützt durch die Einstiegspunkte langfristiger Halter. Rücksetzer in diese Region werden von institutioneller Seite primär als Kaufgelegenheit interpretiert, nicht als Vorbote eines tieferen Bärenmarkts.
Auf der Unterseite bleibt das Risiko aber real: Laut Glassnode-basierten Auswertungen befinden sich aktuell über 9,3 Millionen BTC im Verlust – der höchste Stand seit Januar 2023. Ein klares Unterschreiten von 60.000 Dollar würde das Risiko eines Tests des 21-Wochen-SMA im mittleren 50.000er-Bereich erhöhen und die laufende Boden-These ernsthaft in Frage stellen.
Mehrere quantitative Modelle sehen dagegen über 95 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass Kurse nahe 69.000 Dollar nicht dauerhaft unterschritten werden – was einen strukturellen Boden eher in der Nähe der oberen Hälfte der aktuellen Spanne impliziert. Mittelfristige Kursziele von 80.000 Dollar als erste große Hürde und anschließend 100.000 Dollar bleiben das Basisszenario mehrerer Analysehäuser, sofern die 60.000-Dollar-Marke hält.
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Zuletzt aktualisiert am 17. Juni 2026




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