K33: Rekord-LTH-Supply signalisiert Bärenmarkt-Ende

Bitcoin coin held firmly in hand symbolizing long-term holder accumulation during bear market bottom

Bitcoin hält Anleger weiterhin in Atem: Laut einer neuen On-Chain-Analyse des Krypto-Researchhauses K33 befinden sich aktuell rund 79 Prozent des gesamten zirkulierenden BTC-Angebots in den Händen sogenannter Long-Term-Holder – ein absolutes Allzeithoch, das historisch mit Phasen nahe großer Bärenmarkt-Tiefs zusammenfällt. Die entscheidende Frage: Ist das ein verlässliches Bodensignal oder schlicht eine Momentaufnahme eines noch laufenden Abwärtszyklus?

Was die LTH-Supply-Metrik misst – und warum sie jetzt relevant ist

Die Long-Term-Holder-Supply (LTH-Supply) erfasst alle Bitcoin-Bestände, die über einen definierten Zeitraum – üblicherweise mindestens 155 Tage – nicht bewegt wurden. Je höher dieser Anteil, desto stärker halten erfahrene Marktteilnehmer ihre Positionen, anstatt in Schwächephasen zu verkaufen.

In früheren Bitcoin-Zyklen stieg die LTH-Supply typischerweise in der Nähe zyklischer Tiefs an und markierte jene Akkumulationsphasen, die im Rückblick als Boden galten. Dass dieser Indikator nun ein neues Allzeithoch erreicht, verleiht der K33-These strukturelles Gewicht – auch wenn ein Signal allein keine Garantie für eine Trendumkehr darstellt.

Die Zahlen hinter dem Allzeithoch: Massive Umverteilung, schwindender Verkaufsdruck

K33-Research-Leiter Vetle Lunde beziffert in der aktuellen Analyse, dass seit 2024 rund 1,6 Millionen BTC mit einem Alter von über zwei Jahren wieder in Umlauf gebracht wurden – ein Gegenwertvolumen von etwa 138 Milliarden US-Dollar zum aktuellen Kurs. Diese Reaktivierung erfolgte laut K33 primär durch frühe Investoren, nicht durch technische Wallet-Umstrukturierungen.

Noch aussagekräftiger: In den vergangenen zwei Jahren wurden damit rund 20 Prozent des gesamten BTC-Angebots reaktiviert. Lunde spricht in diesem Zusammenhang von einer „sell-side saturation“ – dem Punkt, ab dem der Spielraum für weitere Verkäufe dieser Kohorte zunehmend ausgeschöpft ist. 2024 und 2025 zählen laut K33 zu den zweit- und drittgrößten Reaktivierungsjahren in der Bitcoin-Geschichte; einzig 2017 verzeichnete ein noch größeres Volumen an Long-Term-Supply, das wieder auf den Markt kam.

Parallel dazu meldet K33, dass erstmals seit dem letzten Bärenmarkt wieder mehr als 50 Prozent der zirkulierenden BTC zu einem höheren Preis gekauft wurden als dem aktuellen – die sogenannte „Supply in Loss“-Metrik. Als wahrscheinliches Zyklustief und zugleich attraktive Akkumulationszone setzt K33 dabei eine Marke von 60.000 US-Dollar an.

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Analyst-Einschätzung: Günstiges Chance-Risiko-Profil, aber kein Freifahrtschein

Lunde formuliert die Kernthese unmissverständlich: Die Kombination aus Rekord-LTH-Anteil und nachlassender Reaktivierung alter Coins deutet darauf hin, dass die Distributionsphase dieses Zyklus weit fortgeschritten ist. K33 erwartet, dass der Anteil der seit über zwei Jahren ruhenden Coins 2026 seine aktuelle Abwärtstendenz beendet und wieder ansteigt – ein Muster, das in früheren Zyklen auf abgeschlossene Distributionsphasen folgte.

Analysten, die K33s Berichte kommentieren, sehen in der Kombination dieser Metriken ein günstigeres Chance-Risiko-Profil für langfristige Käufer. Ähnliche Signale einer Erschöpfung auf der Verkäuferseite wurden zuletzt auch in einer separaten Analyse zu Bitcoin-Whales und Seller-Exhaustion-Signalen dokumentiert, die auf vergleichbare On-Chain-Muster hinweist.

Risiken: Zwei Faktoren könnten das Bild trüben

Das bullishe On-Chain-Bild hat strukturelle Gegenargumente. Erstens: Wenn makroökonomische Schocks – etwa eine erneute Zinserhöhungswelle der US-Notenbank Fed oder ein breiter Risikoasset-Abverkauf – den Markt treffen, können selbst Rekordwerte bei der LTH-Supply kurzfristig keine Unterstützung bieten. Das On-Chain-Fundament beeinflusst das Sentiment, nicht die Liquidität.

Zweitens bleibt die Frage offen, ob die „Supply in Loss“-Quote weiter steigt, bevor sie dreht. Sollte Bitcoin die Marke von 60.000 US-Dollar nachhaltig unterschreiten, wäre das ein klares Warnsignal dafür, dass der Zyklus noch nicht seinen Boden gefunden hat – und die K33-These einer nahe bevorstehenden Umkehr unter Druck geriete. Eine fehlende Kapitulationsphase, wie sie in früheren Zyklen immer wieder zu beobachten war, bleibt auch diesmal ein diskutierter Faktor unter Marktbeobachtern.

Ausblick: Was den Boden bestätigen oder widerlegen würde

K33s Analyse liefert ein konsistentes Bild: Rekord-LTH-Anteil, nachlassende Reaktivierung alter Coins und eine „Supply in Loss“-Quote auf Bärenmarkt-Niveau sprechen strukturell für ein fortgeschrittenes Zyklusstadium. Beobachter werden in den kommenden Wochen insbesondere auf ETF-Zuflüsse und die weitere Entwicklung der „Supply in Loss“-Quote achten, um zu prüfen, ob sich ein Zyklustief tatsächlich formiert.

Das Szenario gilt als bestätigt, wenn Bitcoin die 60.000-Dollar-Zone als Unterstützung hält und die LTH-Supply-Quote stabil bleibt oder weiter steigt. Als entscheidende Variable in den kommenden Wochen gilt die Reaktion des Markts auf den nächsten größeren makroökonomischen Datenpunkt – denn On-Chain-Stärke und externe Schocks liefern selten dasselbe Urteil.

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Zuletzt aktualisiert am 17. Juni 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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