Bitcoin pendelt aktuell weiter um die Marke von 77.000 US-Dollar und zeigt nach dem Rückfall unter 80.000 US-Dollar zum Wochenstart kaum neue Dynamik. Die jüngste Erholung wirkt fragil, während der übergeordnete Abwärtstrend technisch weiterhin intakt bleibt. Viele Anleger diskutieren deshalb intensiv, ob Bitcoin bereits einen tragfähigen Boden gefunden hat oder ob der Bärenmarkt noch länger anhalten könnte. Genau hier verweisen Analysten nun auf ein mögliches Warnsignal: Ein historisches Szenario aus den Jahren 2018 und 2019 könnte sich derzeit erneut abzeichnen. Damals sah es ebenfalls kurzzeitig nach einer Stabilisierung aus – bevor eine weitere Kapitulationsphase folgte.
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Wiederholt Bitcoin jetzt das bärische Muster aus 2018/2019?
Aktuell sorgt vor allem eine Analyse von Glassnode und Bitcoin Vector für Diskussionen am Kryptomarkt. Die Experten vergleichen die derzeitige Marktstruktur mit dem Verlauf aus dem Bärenmarkt 2018/2019. Besonders im Fokus steht dabei die sogenannte „Cost-Basis-Zone“. Diese Zone beschreibt den Bereich rund um die durchschnittlichen Einstiegspreise kurzfristiger Bitcoin-Halter sowie den „True Market Mean“, also eine Art fairen Marktmittelwert.
Im Jahr 2018 gelang es Bitcoin zunächst ebenfalls, diese Zone zurückzuerobern. Damals entstand kurzfristig die Hoffnung, dass der Bärenmarkt beendet sei. Der Kurs stabilisierte sich oberhalb wichtiger Kostenbasis-Niveaus und viele Marktteilnehmer interpretierten dies als frühes Signal einer nachhaltigen Trendwende. Genau diese Situation erinnert laut Analysten stark an die aktuelle Marktphase.
One bearish scenario we have to consider:
What if Bitcoin repeats the 2018–2019 cost-basis rejection structure?
Back then, BTC reclaimed the cost-basis zone and started consolidating above the True Market Mean and Short-Term Holder Cost Basis.
At first, it looked like the bear… pic.twitter.com/JKBTyWI7Ae
— Bitcoin Vector (@bitcoinvector) May 21, 2026
Doch im weiteren Verlauf scheiterte Bitcoin damals daran, neues Momentum aufzubauen. Statt einer dynamischen Rallye folgte eine längere Seitwärtsbewegung direkt an der Cost-Basis-Zone. Anschließend verlor BTC diese Unterstützungsregion erneut und fiel in eine finale Kapitulationsphase, die den eigentlichen Tiefpunkt des Bärenmarktes markierte.
Genau diese Gefahr sehen Analysten nun erneut. Bitcoin handelt aktuell wieder knapp unterhalb dieser wichtigen Zone. Die fehlende Dynamik trotz Stabilisierung wird deshalb zunehmend kritisch bewertet. Besonders auffällig: Der Kurs schafft es bislang nicht, sich nachhaltig oberhalb der Schlüsselregion rund um 78.000 bis 80.000 US-Dollar festzusetzen.
Noch handelt es sich laut Experten ausdrücklich nicht um eine bestätigte Fortsetzung des Bärenmarktes. Dennoch gilt die aktuelle Struktur als eines der wichtigsten bärischen Warnsignale, die Anleger derzeit im Blick behalten müssen. Sollte Bitcoin die Cost-Basis-Zone nicht schnell zurückerobern, könnte der Verkaufsdruck in den kommenden Wochen erneut deutlich zunehmen.
Bitcoins Onchain-Daten liefern Argumente für eine Bodenbildung
Trotz der anhaltenden Unsicherheit sehen viele Analysten derzeit durchaus valide Argumente dafür, dass Bitcoin bereits einen zyklischen Boden ausgebildet haben könnte. Besonders stark diskutiert wird aktuell ein neues Signal aus den Daten von Glassnode, das auch der bekannte Analyst Michaël van de Poppe hervorhebt. Demnach habe Bitcoin bereits vor rund zwei Monaten ein sogenanntes „Cycle Low“-Signal generiert – ein statistisches Onchain-Signal, das historisch nur an bedeutenden Tiefpunkten ausgelöst wurde.
Two months ago, Bitcoin printed a cycle LOW signal.
Not a "buy the dip" signal. A statistical, on-chain cycle low: the kind that historically only appeared at the FTX bottom in 2022 and the banking crisis low in early 2023.
Most of Crypto Twitter is still talking about a bottom… pic.twitter.com/MUs5Lcs4DB
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) May 21, 2026
Das Besondere daran: Dieses Signal trat zuvor lediglich während des FTX-Crashs Ende 2022 sowie während der Bankenkrise Anfang 2023 auf – beides Zeitpunkte, die sich im Nachhinein als markante lokale Tiefs erwiesen. Grundlage des Indikators ist eine Kombination aus vier wichtigen Onchain-Metriken. Dazu zählen das MVRV Ratio für unrealisierte Gewinne und Verluste, der aSOPR-Indikator für realisierte Gewinne und Verluste, der Puell Multiple zur Bewertung der Miner-Einnahmen sowie Reserve Risk, das die langfristige Überzeugung von Bitcoin-Hodlern misst.
Das Signal aktiviert sich laut Glassnode dann, wenn mindestens drei dieser vier Kennzahlen statistische Extremwerte erreichen. Genau das soll zwischen Februar und April 2026 erneut passiert sein. Für viele Analysten deutet dies darauf hin, dass der Markt bereits eine massive Bereinigung hinter sich haben könnte.
Hinzu kommt: Trotz der Schwäche fiel Bitcoin zuletzt nicht mehr impulsiv weiter nach unten. Vielmehr stabilisierte sich der Kurs mehrfach im Bereich um 75.000 bis 77.000 US-Dollar. Diese relative Stabilität interpretieren einige Marktbeobachter als mögliches Zeichen dafür, dass größere Marktteilnehmer bereits akkumulieren und der Verkaufsdruck langsam nachlässt.
Die Entscheidung dürfte jetzt bald fallen
Der Kryptomarkt bleibt aktuell in einer entscheidenden Phase. Sowohl Bullen als auch Bären verfügen derzeit über nachvollziehbare Argumente für ihre jeweilige Marktthese. Während die einen vor einer Wiederholung des Bärenmarktes aus 2018/2019 warnen, sehen andere bereits klare Hinweise auf eine zyklische Bodenbildung. Genau diese Unsicherheit erklärt die derzeit schwache Dynamik am Markt. Viele Anleger warten nun auf einen klaren Impuls. Die kommenden Wochen dürften deshalb richtungsentscheidend werden – insbesondere die Zone rund um 78.000 bis 80.000 US-Dollar steht dabei weiter im Fokus.
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Zuletzt aktualisiert am 22. Mai 2026



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