Darum fällt Ethereum, wenn der Öl-Preis steigt

Ethereum Prognose Tom Lee sieht mehr Schmerz – glaubt aber noch an die Mega-Rallye zum Jahresende

Ethereum zeigt sich zuletzt erneut schwach. In der vergangenen Handelswoche verlor die zweitgrößte Kryptowährung der Welt über sechs Prozent an Wert. Damit setzt sich die relative Schwäche gegenüber Bitcoin auch im Jahr 2026 fort. Während Bitcoin seit Jahresbeginn rund zehn Prozent nachgegeben hat, liegt Ethereum bereits mehr als 20 Prozent im Minus. Technisch rückt damit erneut die psychologisch wichtige Marke von 2.000 US-Dollar in den Fokus der Anleger.

Spannend ist dabei ein makroökonomischer Zusammenhang, den zuletzt Fundstrat-Analyst Tom Lee hervorgehoben hat: Ethereum scheint aktuell stark invers mit dem Ölpreis korreliert zu sein. Steigt Öl, gerät ETH unter Druck – fällt Öl, stabilisiert sich häufig auch der Kryptomarkt.

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Warum der Ölpreis aktuell zum Problem für Ethereum wird

Der bekannte Marktstratege Tom Lee von Fundstrat sieht derzeit einen ungewöhnlich starken Zusammenhang zwischen Ethereum und dem Ölmarkt. Laut seiner Analyse sorgt der steigende Ölpreis indirekt für Druck auf Risiko-Assets wie Kryptowährungen. Hintergrund ist die aktuelle Geldpolitik der US-Notenbank Fed.

In den jüngsten FOMC-Protokollen wurde deutlich, dass mehrere Mitglieder der Federal Reserve weitere geldpolitische Straffungen für möglich halten, falls die Inflation nachhaltig über zwei Prozent bleibt. Genau hier kommt der Ölpreis ins Spiel. Höhere Ölpreise treiben die Inflation nach oben, weil Energie ein zentraler Kostenfaktor für Unternehmen und Verbraucher ist. Wenn Öl also steigt, erhöht sich automatisch die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed länger hohe Zinsen beibehält oder sogar weitere Zinsschritte diskutiert.

Für Ethereum ist das problematisch. Kryptowährungen gelten weiterhin als stark liquiditätsabhängige Assets. Besonders Ethereum reagiert sensibel auf Veränderungen der globalen Geldmenge und der Risikobereitschaft institutioneller Anleger. Höhere Zinsen bedeuten jedoch weniger verfügbare Liquidität und eine geringere Attraktivität spekulativer Anlagen.

Tom Lee verweist zudem darauf, dass sich die inverse Korrelation zwischen Ethereum und Öl zuletzt auf den höchsten Stand seit Jahren bewegt hat. Parallel zur Eskalation im Nahen Osten und steigenden WTI-Ölpreisen geriet ETH erneut unter Verkaufsdruck. Laut Lee bewegen sich mittlerweile sogar die Erwartungen an zukünftige Fed-Zinsschritte fast synchron mit dem Ölpreis.

Sollte sich die geopolitische Lage weiter zuspitzen und Öl nachhaltig hoch bleiben, könnte dies Ethereum kurzfristig zusätzlich belasten. Technisch bleibt damit die Zone rund um 2.000 US-Dollar eine entscheidende Unterstützung. Gleichzeitig würde eine Entspannung beim Ölpreis womöglich auch wieder mehr Spielraum für eine Erholung bei Ethereum und dem gesamten Kryptomarkt schaffen.

Langfristige Bodenbildung bei ETH? Schwäche als Chance

Trotz der anhaltenden Schwäche sehen einige Analysten im aktuellen Ethereum-Chart inzwischen eine potenziell attraktive Langfrist-Chance. Besonders viel Aufmerksamkeit erhält derzeit die Analyse von Benjamin Cowen. Der bekannte Krypto-Analyst verweist auf die sogenannte logarithmische Regressionstrendlinie von Ethereum – eine langfristige Unterstützungszone, die ETH bereits seit vielen Jahren begleitet.

Historisch prallte Ethereum mehrfach genau an dieser grünen Trendzone nach oben ab. Sowohl während der Bärenmärkte 2018 als auch 2020 markierte dieser Bereich langfristige Tiefpunkte, bevor massive Aufwärtsbewegungen folgten. Nun nähert sich Ethereum laut Cowen erneut dieser entscheidenden Unterstützungsregion an, die aktuell ungefähr mit den Tiefs aus April 2025 zusammenfällt.

Die Idee dahinter: Ethereum könnte sich seit Jahren in einer riesigen Akkumulationsphase befinden. Viele Anleger interpretieren die ausbleibenden neuen Allzeithochs zuletzt bereits als strukturelle Schwäche. Genau diese pessimistische Stimmung könnte langfristig jedoch ein Kontraindikator sein. Historisch entstanden die größten Chancen häufig dann, wenn das Vertrauen in einen Markt besonders gering war.

Sollte Ethereum diese langfristige Trendlinie erneut verteidigen, könnte daraus mittelfristig eine neue Aufwärtsbewegung entstehen.

Einige Marktbeobachter halten langfristig sogar Kursregionen von 10.000 US-Dollar oder mehr für möglich – vorausgesetzt, Ethereum behauptet seine dominante Rolle im Bereich DeFi, Stablecoins und Tokenisierung. Kurzfristig bleibt das Umfeld zwar schwierig, langfristig könnte genau diese Phase jedoch den Grundstein für den nächsten großen Zyklus legen.

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Zuletzt aktualisiert am 22. Mai 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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