Coincierge Krypto Vergleich der Woche: Near Protocol vs. Chiliz

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Der Kryptomarkt bleibt auch 2026 stark selektiv. Kapital ist begrenzt, Anleger müssen zunehmend priorisieren und entscheiden, welche Narrative, Sektoren oder Coins aktuell die höchste Aufmerksamkeit verdienen. Dabei verfolgen Investoren oft völlig unterschiedliche Ansätze. Während manche auf prozyklische Stärke setzen und laufende Trends kaufen, suchen andere bewusst nach antizyklischen Chancen bei stark gefallenen Coins.

Ein Blick auf die vergangene Woche zeigt diese Extreme eindrucksvoll. NEAR Protocol gehörte mit rund 78 Prozent Wochenplus zu den stärksten Top-100-Coins überhaupt und profitierte von massivem Momentum. Gleichzeitig fiel Chiliz um mehr als 23 Prozent und war damit der schwächste Top-100-Coin der Woche. Genau diese Diskrepanz zeigt aktuell, wie unterschiedlich der Markt einzelne Narrative bewertet.

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NEAR Protocol: Könnte die Rallye erst der Anfang sein?

NEAR Protocol zeigt aktuell eine der stärksten relativen Entwicklungen im gesamten Kryptomarkt. Während viele Altcoins weiterhin nahe ihrer Mehrjahrestiefs handeln und kaum Momentum aufbauen, legte NEAR allein in der vergangenen Woche um fast 78 Prozent zu. Besonders spannend: Trotz der starken Performance wirkt die Bewertung im historischen Vergleich noch immer nicht extrem überhitzt. Der Coin notiert weiterhin deutlich unter seinem Allzeithoch aus dem Bullenmarkt und wird aktuell eher als Infrastruktur-Play für die nächste Entwicklungsstufe des Kryptomarkts gehandelt.

Fundamental setzt NEAR zunehmend auf ein Narrativ, das derzeit massiv an Bedeutung gewinnt: Chain-Abstraction und KI-Infrastruktur. Das Ziel ist klar: Nutzer sollen sich künftig nicht mehr mit unterschiedlichen Wallets, Bridges oder Gas-Tokens beschäftigen müssen. Mit den sogenannten „Chain Signatures“ kann ein einzelnes NEAR-Konto Assets über mehr als 25 Blockchains hinweg steuern – darunter Bitcoin und Ethereum. Ergänzt wird dies durch „NEAR Intents“, eine Infrastruktur, bei der Nutzer lediglich das gewünschte Ergebnis definieren und ein Netzwerk automatisiert den effizientesten Weg der Ausführung findet. Bereits Anfang 2026 wurden laut Projekt über 15 Millionen Swaps und rund 10 Milliarden US-Dollar Volumen verarbeitet.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhält aktuell jedoch die Verbindung von KI und Privacy-Technologie. NEAR entwickelt Infrastruktur für autonome AI-Agenten, die Wallets, Transaktionen und sensible Daten eigenständig verwalten könnten. Mit „Confidential Intents“ sollen Transaktionen vor Front-Running geschützt werden. Gleichzeitig nutzt das Netzwerk sogenannte Trusted Execution Environments (TEE), also isolierte Hardware-Bereiche, in denen Daten selbst während der Verarbeitung verschlüsselt bleiben. Das gilt als möglicher Schlüssel für sichere AI-Anwendungen auf Blockchains.

Hinzu kommen weitere bullische Faktoren: Die Inflation wurde zuletzt von fünf auf 2,5 Prozent halbiert, neue Token-Unlocks gelten weitgehend als abgeschlossen und Gebühren aus dem Intents-System fließen teilweise in Markt-Käufe von NEAR zurück.

Gleichzeitig meldet das Netzwerk rund 46 Millionen monatlich aktive Nutzer und eine hohe Entwickleraktivität. Genau deshalb sehen viele Analysten in der aktuellen Stärke womöglich erst den Beginn einer größeren Neubewertung.

Chiliz: Schwaches Sentiment und fehlendes Momentum belasten

Während Projekte wie NEAR Protocol zuletzt von neuen Narrativen rund um KI, Cross-Chain-Infrastruktur oder Privacy profitieren konnten, wirkt Chiliz aktuell zunehmend abgehängt. Der Coin verlor allein in der vergangenen Woche mehr als 23 Prozent und gehörte damit zu den schwächsten Top-100-Coins am Kryptomarkt. Noch problematischer: Das Sentiment rund um Fan-Tokens verschlechtert sich bereits seit Monaten deutlich.

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Kritiker bemängeln vor allem, dass der Markt rund um Fan-Tokens kaum noch Wachstum erzeugt. Viele Anleger sehen in den Tokens mittlerweile eher spekulative Event-Produkte als langfristige Infrastruktur-Assets. Besonders deutlich wurde dies zuletzt beim ARG-Fan-Token der argentinischen Fußballnationalmannschaft. Dieser fiel laut Analysten innerhalb weniger Tage um rund 45 Prozent und durchbrach dabei eine mehrjährige Unterstützungszone bei 0,60 US-Dollar. Marktbeobachter argumentieren, dass sich die typischen Turnier-Rallyes zunehmend abschwächen. Händler versuchen mittlerweile schon Wochen vor großen Sportevents Gewinne mitzunehmen, wodurch die klassische Nachfrage rund um Weltmeisterschaften oder große Turniere früher kollabiert.

Hinzu kommt wachsende Kritik an der Token-Ökonomie von Chiliz. Analyst Christian Ott erklärte zuletzt, dass Chiliz über Monate hinweg kontinuierlich neue Tokens verkauft habe. Dadurch könnte zusätzlicher Verkaufsdruck entstanden sein, während potenzielle Nachfrage bereits absorbiert wurde. Gleichzeitig fehle dem gesamten Ökosystem derzeit ein neues starkes Narrativ.

Auch technisch bleibt das Bild schwach. Der Kurs handelt weiterhin massiv unter früheren Höchstständen und zeigt bislang keinerlei nachhaltiges Momentum. Viele Anleger zweifeln inzwischen daran, dass Fan-Tokens langfristig genügend Nutzen erzeugen können, um dauerhaft Kapital anzuziehen. Genau deshalb bleibt das Sentiment aktuell äußerst fragil.

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Zuletzt aktualisiert am 25. Mai 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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