STRC fällt auf 91 Dollar: Zweifel an Strategy-Dividende wachsen

Bitcoin coin teetering on edge symbolizing STRC stock decline and dividend uncertainty

Die Vorzugsaktie STRC von Strategy ist am Dienstag auf 91,79 US-Dollar gefallen und markierte damit annähernd ein Rekordtief – ein Rückgang von 3,58 Prozent an einem einzigen Handelstag. Der Kurs liegt damit 8,2 Prozent unterhalb des angestrebten Nennwerts von 100 Dollar, was Investoren zunehmend beunruhigt.

Doch bei genauerem Hinsehen geht es nicht allein um den Kursverlust. Im Kern zweifeln Marktteilnehmer daran, ob Strategy sein aggressives Bitcoin-Kaufprogramm aufrechterhalten kann, ohne die Dividendenzahlungen an STRC-Inhaber zu gefährden. Diese Spannung – BTC-Akkumulation versus Ausschüttungsfähigkeit – ist zum eigentlichen Treiber der Verkaufswelle geworden.

Was hinter dem STRC-Einbruch steckt

Strategy meldete am Montag den Kauf von 1.587 Bitcoin für rund 100 Millionen US-Dollar in der vergangenen Woche. Die Woche zuvor hatte das Unternehmen bereits 1.550 BTC für ebenfalls etwa 100 Millionen Dollar erworben. Die kombinierten Käufe brachten den Gesamtbestand auf 846.842 Bitcoin – ein neuer Unternehmensrekord.

Close-up of a stack of gold Bitcoin coins on a laptop keyboard.
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Genau dieser Kaufeifer ist es, der STRC-Inhaber nervös macht. Markus Thielen, CEO von 10x Research, bringt die Marktreaktion auf den Punkt: „Der Markt würde es vorziehen, wenn Strategy keine weiteren BTC kaufen, sondern das Kapital für Dividendenzahlungen zurückhalten würde.“ Thielen ergänzte gegenüber Cointelegraph, dass Trader die jüngsten BTC-Käufe als „nicht nachhaltigen Kurs für STRC“ bewerteten.

STRC ist als variabel verzinsliche, ewige Vorzugsaktie – intern „Stretch“ genannt – konzipiert, die eine jährliche Dividende von 11,5 Prozent auf den Nennwert von 100 Dollar zahlt. Da der Kurs nun bei rund 92 Dollar notiert, steigt die effektive Rendite auf 12,5 Prozent. Das klingt attraktiv, signalisiert dem Markt aber gleichzeitig, dass erhebliche Zweifel an der Zahlungsfähigkeit bestehen.

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Dividenden-Runway nur noch sieben Monate?

Besonders brisant ist eine Einschätzung, die CoinDesk publizierten Analysen zufolge kursiert: Auf Basis der aktuellen Bilanzressourcen soll Strategy noch rund sieben Monate Dividendendeckung haben – ohne weitere Kapitalmaßnahmen oder eine Änderung der Ausschüttungspolitik. STRC hat seit dem Ex-Dividenden-Datum am 15. Mai 2026 nicht mehr zu seinem Nennwert von 100 Dollar zurückgefunden, was auf strukturelles Misstrauen hindeutet, nicht auf einen kurzfristigen Ausverkauf.

Hinzu kommt ein Detail im Emissionsrahmen, das institutionelle Investoren kritisch beäugen: Strategy ist explizit berechtigt, einen Teil der STRC-Dividenden durch die Ausgabe neuer STRC-Aktien am Markt (ATM-Mechanismus) zu finanzieren. Kritiker sehen darin eine Konstruktion, bei der bestehende Inhaber teilweise mit dem Kapital neu einsteigender Investoren bezahlt werden – ein Ansatz, der in einem längeren Bitcoin-Bärenmarkt kaum tragfähig wäre.

Nick Ruck, Direktor bei LVRG Research, verweist auf das schwierige Gesamtumfeld: „Die breitere Risikoaversion an den Kryptomärkten hat die Investorennachfrage belastet.“ Gleichzeitig betonte Ruck, dass „anhaltender Verkaufsdruck sowie Sorgen über die sich ausdehnende Kapitalstruktur und die ATM-Emissionen von Strategy diese Widerstandsfähigkeit kurzfristig auf die Probe stellen.“

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Konkurrenz und Gesamtbild für MSTR-Investoren

Die Lage wird für Strategy durch einen wachsenden Wettbewerber verschärft. Die ewigen Vorzugsaktien SATA des Konkurrenten Strive notieren bei exakt 100 Dollar und bieten eine effektive Rendite von rund 13 Prozent – damit ist SATA auf dem Papier sowohl preislich stabiler als auch renditemäßig attraktiver als STRC. Sollte sich diese Differenz verstetigen, dürfte institutionelles Kapital zunehmend in Richtung SATA abwandern.

Auch die Stammaktie MSTR leidet: Sie verlor am Dienstag 6,35 Prozent auf 122,81 Dollar und notiert damit über die vergangenen zwölf Monate gerechnet 67 Prozent im Minus. Für Investoren, die auf den kombinierten Bitcoin-Hebel von MSTR und die Ausschüttungen von STRC gesetzt hatten, ist das eine schmerzliche Bilanz.

Die entscheidenden Weichenstellungen dürften in den nächsten Monaten fallen. Sollte Strategy den Dividendensatz für Juli bis September 2026 beibehalten oder sogar anheben müssen, um die STRC-Nachfrage zu stabilisieren, wächst der Druck auf die freie Liquidität erheblich. Senkt das Unternehmen hingegen die Ausschüttungsrate – strukturell möglich in Schritten von maximal 0,25 Prozentpunkten pro Monat – dürfte das weiteren Verkaufsdruck erzeugen. Beides wäre ein belastbares Signal dafür, dass die bislang aggressive institutionelle Bitcoin-Akkumulationsstrategie an ihre Grenzen stößt.

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Zuletzt aktualisiert am 17. Juni 2026

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Tobias FennerExperte für Kryptowährungen

Tobias Fenner beschäftigt sich seit fast einem Jahrzehnt mit der Schnittstelle zwischen digitalen Vermögenswerten und der notorisch komplexen Welt des Steuerrechts. Der in Stuttgart ansässige Experte entwickelte früh eine Leidenschaft für die regulatorische Seite von Krypto, nachdem er feststellte, dass die meisten Enthusiasten weitaus mehr auf Gewinne fokussiert waren als auf das, was passiert, wenn das Finanzamt anklopft. Seine Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Wesentliche auf den Punkt bringen – mit einer praktischen, bodenständigen Perspektive, die sowohl Krypto-Neulinge als auch erfahrene Anleger anspricht, die sich mit deutschen und EU-Compliance-Vorgaben auseinandersetzen müssen.

Seine Berichterstattung auf Coincierge.de konzentriert sich auf steuerliche Meldepflichten, die Herausforderungen bei der Einstufung von DeFi, die steuerliche Behandlung von Staking-Einnahmen und die sich ständig weiterentwickelnden Richtlinien des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Tobias ist überzeugt, dass finanzielle Freiheit im Krypto-Raum nur dann sinnvoll ist, wenn die Menschen das Erreichte auch tatsächlich behalten dürfen. Das bedeutet, die Regeln im Detail zu verstehen, anstatt am Jahresende einfach auf das Beste zu hoffen.

Wenn er nicht gerade die neuesten BMF-Schreiben analysiert oder die Krypto-Meldestandards der OECD verfolgt, begeistert sich Tobias fürs Langstrecken-Radfahren und ein – vielleicht etwas übertriebenes – Interesse an Brettspielstrategien. Er schreibt für Leser, die Klarheit statt Hype suchen und die verstehen, dass die vermeintlich langweiligen Facetten von Krypto oft die wichtigsten sind.

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