Parity Hack: Ethereum-Community stimmt für EIP999

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Parity Hack Abstimmung

Derzeit stimmt der Großteil der Ether für die Wiederherstellung der verlorenen Ether des Parity-‘Hacks’. Das Voting endet am 24.04.2018 und bis jetzt schaut es gut aus – für diejenigen, die Geld dabei verloren haben.

 

Parity-Hack: Das ist vorgefallen

Parity ist ein bekannter und beliebter Ether-Wallet. Betroffen waren Nutzer der Multi-Signatur-Option des Parity Wallets, die nach dem 20. Juli 2017 erstellt wurden. 584 Wallet-Adressen und 574 Parity-MultiSig-Nutzer sind betroffen. Hier können Sie nachsehen, ob Ihre Ether-Adresse betroffen ist.

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Am 8. November 2017 veröffentlichte Parity einen Sicherheitsalarm. Das betroffene Produkt war der Parity Multi-Sig-Wallet. Es wurde ein Bug in der Library des Parity-Wallet-Contracts gefunden und ausgeführt.

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Am 19. Juli wurde eine Sicherheitslücke des Multi-Sig-Vertrags von Parity ausgenutzt, weswegen eine neu Library erstellt wurde. Diese ‘Bibliothek’ enthielt jedoch eine weitere Sicherheitslücke, die zum zweiten Parity-‘Hack’ führen sollte.

Durch diesen Bug war es möglich, den Library-Contract in einen normalen Multi-Sig-Wallet umzuwandeln. Nach der Umwandlung musste nur noch die Funktion initWallet ausgeführt werden, damit man Besitzer des Wallets wird.

Dieser Vorgang wurde am 06. November 2017 von dem Nutzer @devops199 (heute @ghost, da der Account devops199 gelöscht wurde) versehentlich ausgeführt. Und anschließend löschte devops199 die Bibliothek, wodurch alle Multi-Sig-Contracts unbrauchbar wurden und die Ether einfrieren lies. Ether aus diesen Verträgen können nicht mehr ausgezahlt werden.

Viele waren von diesem Hack betroffen, darunter eine Vielzahl an ICOs:

  • Polkadot: 306,276 ETH ($93.1m)
  • ICONOMI: 114,939 ETH ($34.9m)
  • Centrality: 21,704 ETH ($6.6m)
  • Musiconomi: 16,476 ETH ($5m)
  • Hedge Token: 4,525 ETH ($1.4m)
  • Moeda: 4,361 ETH ($1.3m)
  • Wysker: 1,577 ETH ($479k)
  • Viewly: 1,400 ETH ($426k)
  • Fluence: 1,376 ETH ($418k)
  • Live Stars: 672 ETH ($204k)
  • IMMLA: 600 ETH ($182k)
  • Silent Notary: 286 ETH ($87k)
  • Mirocana: 285 ETH ($87k)
  • DAO.Casino: 150 ETH ($46k)
  • Fiinu: 145 ETH ($44k)
  • Jincor: 58 ETH ($18k)

Insgesamt 513,774.16 Ether wurden durch den ausgeführten Parity-Bug eingefroren. Das sind umgerechnet über 300 Millionen US Dollar.

 

EIP999: Die Rettung der verlorenen Ether?

EIP999 (Ethereum Improvement Proposal 999) ist der umstrittene Vorschlag, über den derzeit abgestimmt wird. Dieser Vorschlag stellt den Code der ‘WalletLibrary’ mit einer gepatchten Version wieder her. Damit könnten die eingefrorenen Ether wieder ausgezahlt werden.

Dieser Vorschlag ist umstritten. Die selben Argumente des DAO-Hacks sind auch jetzt wieder zu finden. Code ist Gesetz, Präzedenzfall und moralische Aspekte werden genannt. Alex van de Sande ist davon überzeugt, dass EIP999 dem Ethereum-Ökosystem schaden wird.

Der Hard-Fork könnte erneut dazu führen, dass zwei Versionen von Ethereum entstehen: Ethereum und Ethereum-ohne-Parity – wie das bei Ethereum und Ethereum Classic der Fall war. Van de Sande meint, dass Ethereum 2016 ein Experiment war, 2018 ist es aber mehr als das, Ethereum ist eine ausgereifte Plattform mit tausenden Token und DApps. Und alle Ethereum-Projekte sind von der Abspaltung betroffen:

Wenn ein umstrittener Hard-Fork vorgeschlagen wird, dann ist das Ergebnis keine Abstimmung, sondern eine Abspaltung.

 

Stand heute: 68 Prozent für den Vorschlag

Abstimmung des Vorschlags EIP999 (Stand 22.04.2018): 68 Prozent stimmen für JA. Image via etherchain.org

Derzeit stimmen 68 Prozent für den Vorschlag und damit für die Wiederherstellung der Ether. Über 2 Millionen Ether haben abgestimmt. Jedoch ist diese Abstimmung nicht repräsentativ. Nur 2 Prozent aller Ether haben abgestimmt.

Bis zum 24.04.2018 kann sich die Abstimmung ändern. Gestern stimmte die Mehrheit (68 Prozent) gegen den Vorschlag.

 

Photo by Arnaud Jaegers on Unsplash, CC0

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Mein Bruder hatte mich 2014 auf einen Artikel über Bitcoin aufmerksam gemacht. Wochenlange Überforderung und Recherche standen an der Tagesordnung. Nach einiger Zeit verstand ich den Umgang mit der Technologie und versuche seit dem Abschluss meines Studiums der Rechtswissenschaften, die Thematik leicht verständlich wiederzugeben.

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