„Bored Ape“-Besitzer verklagt OpenSea auf 1 Million Dollar – wegen „gestohlener“ NFTs

„Bored Ape“-Besitzer verklagt OpenSea auf 1 Million Dollar – wegen „gestohlener“ NFTs
Bild von artur shihman auf Pixabay

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Ein Mann aus Texas verklagt den NFT-Marktplatz OpenSea wegen eines Exploits, durch den hochwertige NFTs für einen Bruchteil ihres Wertes verkauft wurden. Darunter auch sein „Bored Ape“. Timothy McKimmy will sein Bored Ape NFT zurück und/oder Schadensersatz in Höhe von mehr als 1 Million Dollar. Seine Klage könnte nur die erste sein, die sich auf einen Exploit im Zusammenhang mit „inaktiven Angeboten“ auf OpenSea bezieht.

OpenSea erstmals wegen Exploit verklagt

Ein Mann aus Texas, der unwissentlich sein „Bored Ape“-NFT für 0,01 ETH – umgerechnet etwa 26 Dollar – verkauft hat, verklagt OpenSea. Er behauptet, die Plattform habe von einem Fehler gewusst, der es Hackern ermöglicht hat, NFTs weit unter dem Marktpreis zu kaufen.

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In einer Klage, die bei einem texanischen Bundesgericht eingereicht wurde, behauptet Timothy McKimmy, er sei der rechtmäßige Besitzer von Bored Ape #3475. Dabei handelt es sich um eines von 10.000 sehr begehrten Primaten-NFTs, die als Bored Ape Yacht Club bekannt sind.

McKimmy behauptet, dass er seinen Bored Ape nicht zum Verkauf angeboten hat und dass das NFT „gestohlen“ wurde. Der „Käufer“ habe es prompt für 99 ETH (250.000 $ zu heutigen Preisen) weiterverkauft.

NFT-Käufer will seinen Bored Ape zurück

Laut McKimmy befindet sich der fragliche Affe im oberen 14. Perzentil, wenn es um Seltenheit geht. Er ist wesentlich seltener als der Bored Ape NFT, den Justin Bieber kürzlich für 1,3 Millionen Dollar gekauft hat. Er fordert nun „die Rückgabe des Bored Ape […] und/oder Schadensersatz in Höhe von über 1 Million Dollar“.

McKimmy, dessen LinkedIn-Profil ihn als CEO eines texanischen Eisenerz-Unternehmens ausweist, behauptet: OpenSea habe von dem Fehler, über den in den Medien ausführlich berichtet wurde, gewusst – sich aber geweigert, den Handel im Interesse des Profits einzustellen.

In der Klage, in der OpenSea Fahrlässigkeit und Vertragsbruch vorgeworfen wird, heißt es hierzu:

„Anstatt seine Plattform abzuschalten, um diese Sicherheitsprobleme zu beheben, hat der Beklagte seinen Betrieb fortgesetzt. Der Beklagte riskierte die Sicherheit der NFTs und digitalen Tresore seiner Nutzer, um weiterhin ununterbrochen 2,5% jeder Transaktion zu kassieren.“

McKimmy behauptet weiter, er habe wiederholt versucht, das Problem mit OpenSea zu lösen. Das Unternehmen habe ihm gesagt, dass es den Vorfall „aktiv untersucht“ – aber nichts weiter unternommen.

Er ist bei weitem nicht der Einzige mit dem Problem. Im Januar hat OpenSea den von der Sicherheitslücke betroffenen Nutzern rund 1,8 Millionen Dollar zurückerstattet. Und das, obwohl unklar ist, wie genau das Unternehmen die Rückerstattungen handhabt und die Höhe der Rückerstattungen festlegt.

McKimmy zitiert in seiner Beschwerde Gespräche in NFT-Foren. In denen behaupten Nutzer, dass OpenSea auf andere Opfer des Bugs zugegangen ist und ihnen den „Grundpreis“ (den niedrigsten Preis in einer bestimmten NFT-Sammlung) angeboten hat.

Selbst dann, wenn ihr spezielles NFT mehr wert ist – und das nur, wenn sie eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschreiben.

OpenSea bleibt Reaktion schuldig

OpenSea hat nicht sofort auf eine Anfrage nach einem Kommentar zu McKimmys Behauptungen geantwortet.

Der Klage, die am Freitag eingereicht wurde, könnten weitere folgen. Eine Anwaltskanzlei im Nordosten bittet um Beschwerden von anderen OpenSea-Kunden, die durch den Fehler NFTs verloren haben, mit dem Ziel, eine Sammelklage einzureichen.

McKimmy behauptet unterdessen, ein Ziel der Klage sei es, OpenSea zu zwingen, die Sicherheitspraktiken zu verschärfen.

„Der Kläger bringt diese Klage ein, um die Interessen der NFT-Besitzer zu schützen, die in Ländern auf der ganzen Welt ansässig sind und die Plattform des Beklagten nutzen. Der Kläger erhebt diese Klage, um die Beklagte zu zwingen, ausreichende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und die bekannten Anfälligkeiten in ihrer Schnittstelle zu beheben.“

Die Klage fällt in eine schwierige Phase für OpenSea, die weltweit größte NFT-Plattform. Vor der Entdeckung des Fehlers trat ein leitender Angestellter im Zuge von Insiderhandelsvorwürfen zurück.

In der Zwischenzeit kam es am Wochenende zu einer neuen Kontroverse im Zusammenhang mit einer Phishing-Kampagne. Bei der haben OpenSea-Kunden ebenfalls NFTs verloren. Eine Situation, die laut dem Unternehmen nicht auf eine Schwachstelle in der Plattform zurückzuführen ist.

Textnachweis: Decrypt

Zuletzt aktualisiert am 22. Februar 2022

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Jannis Grunewald schreibt seit mehr als acht Jahren über Kryptowährungen und Technologie-Trends. Erstmals mit Bitcoin in Kontakt gekommen ist er 2015 als Inhaber einer Digitalagentur; mittlerweile gibt's für ihn kaum einen Tag ohne BTC, ETH und Co. Ob technische Analyse, Krypto-Trading, NFTs oder Web 3.0 – Jannis besitzt ein breites Fachwissen über moderne Finanz- und Wirtschaftsthemen, setzt dies auch entsprechend ein: Er führt Interviews mit bekannten Persönlichkeiten der Krypto-Branche, kommentiert Entwicklungen, schreibt Prognosen, News und Analysen. Der gefragte Autor ist hervorragend in der Szene vernetzt, zudem regelmäßiger Gast auf Krypto- und Blockchain-Konferenzen weltweit. Sie finden Jannis' Publikationen in führenden Fachmagazinen – beispielsweise auf Finanzen.net, Cryptonews.com, Kryptoszene oder Business2Community.

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