Transferwise im Test: Gebühren, Geschwindigkeit und Erfahrungen

Wir kennen es alle: Auslandsüberweisungen können richtig ins Geld gehen. Ein manches Mal scheint es fast sinnvoller einen Flug zu buchen und das Geld gleich persönlich abzugeben. Bei internationalen Banktransfers können nämlich schon mal gut und gerne zwischen drei und sechs Prozent Gebühren anfallen. Das sind bei einem Betrag von hundert Euro ganze sechs Euro. Entsprechend suchen immer mehr Menschen nach günstigeren Anbietern, die den internationalen Transfer von Geld zu angemessenen und ertragbaren Gebühren ermöglichen.

Ein Unternehmen, das sich dieser Aufgabe annehmen möchte, ist TransferWise. Hier sollen die Gebühren für internationale Überweisungen bei maximal einem Prozent liegen.

Dies könnte bedeuten, dass die Nutzer bis zu 85 Prozent der üblichen Gebühren einsparen könnten. Ein großes Potenzial, was viele Nutzer anlocken dürfte.
Doch ist TransferWise sicher und wie sehen die TransferWise Erfahrungen aus? In unserem TransferWise Test sehen wir uns nicht nur die Aspekte Sicherheit und Usermeinungen an, sondern schauen auch, wer eigentlich hinter TransferWise steckt. Auch ist es interessant herauszufinden, wie TransferWise funktioniert, ob TransferWire seine Gebühren-Versprechen halten kann und in welchen Ländern der Service verfügbar ist.

Was steckt hinter TransferWise?

Der Zahlungsdienstleister TransferWise ist bisher relativ unbekannt, wirft jedoch mit großen Einsparungs-Versprechen um sich. Wichtig zu wissen ist, dass sich hinter dem Namen TransferWise ein Startup aus London versteckt. Gegründet wurde das Unternehmen vom ersten Skype Mitarbeiter Taavet Hinrikus. Zu den Hauptinvestoren gehören die Unternehmer-Legende Richard Branson und der PayPal Gründer Peter Thiel. Die Beteiligung dieser vielversprechenden Investoren dürfte dem Projekt TransferWise direkt einen seriösen Touch geben. Das Unternehmen besteht nun erfolgreich seit der Gründung im Jahr 2011 und kann bereits ein Transfervolumen von 300 Millionen Euro aufweisen. Die Plattform könnte also ein echter Erfolg werden.

Das Besondere an TransferWise ist, dass die Gebühren für internationale Transaktionen bei maximal einem Prozent liegen soll. Bei vergleichbaren Zahlungsdienstleistern liegen diese Gebühren häufig bei drei bis sechs Prozent, sind also deutlich teuer für die Nutzer.
Der Grund, warum internationale Überweisungen meist mit deutlichen Werteinbußen einhergehen, liegt aber nicht nur an den hohen Gebühren. Auch ist der Wechsel von der Ursprungswährung in die Zielwährung meist nicht optimal. Die im Internet aufzufindenden Interbank-Kurse für den Währungswechsel, gelten allerdings nicht für Einzelpersonen, sondern vor allem für die Banken. Der Geldwechsel durch Geldtransfer bei Privatpersonen erfolgt in der Regel zu einem deutlich schlechteren Kurs. Das wissen viele Nutzer nicht und wundern sich im Endeffekt über den Wertverlust bei internationalen Überweisungen.

Wertverlust durch Währungswechsel vermeiden

Und genau hier setzt das Prinzip von TrasnferWise an. Hier wird der Währungswechsel nur rein hypothetisch vollzogen. Dazu dienen Konten von TransferWise, die Gelder verschiedener Währungen entgegennehmen.

Das Prinzip funktioniert im Alltag so: Ein Kunde überweist aus Deutschland einen Geldbetrag in Euro und möchte diesen einer Person in den USA zur Verfügung stellen. Der Geldbetrag in Euro wird allerdings nicht in US-Dollar gewechselt. Vielmehr bedarf es nun noch einer zweiten Person, die einen Geldbetrag in US-Dollar auf das US-amerikanische TransferWise Konto überweist, mit dem Ziel dieses Geld nach Deutschland zu senden.
Auch dieser Geldbetrag wird nicht in die Zielwährung gewechselt. Nun sind beide Länderkonten gedeckt und die entsprechenden Beträge werden den Empfängern ausgezahlt. In Wirklichkeit hat also kein Währungswechsel stattgefunden, wodurch auch kein Wertverlust stattgefunden hat. Aufgrund dieses Prinzips kann TransferWise so günstige internationale Überweisungen anbieten.

Nun kann es im alltäglichen Ablauf durchaus vorkommen, dass eben nicht in alle Währungsbereiche gleich viel Geld fließt. In diesem Fall muss TransferWise wohl oder übel das Geld zu den marktüblichen Konditionen umtauschen. Als Unternehmen hat TransferWise hier jedoch deutliche Preisvorteile, was wiederum den Kunden zugute kommt. Im Gegensatz zu Privatpersonen kann TransferWise hier deutlich bessere Konditionen erzielen. Und entsprechend der beschriebenen zwei Faktoren kann TransferWise internationale Überweisung stark vergünstigt anbieten.

Die Gebühren von TransferWise im Detail

TransferWiseZu unserem TransferWise Test gehört es natürlich auch die Gebühren von TransferWise genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn ganz ohne Kosten funktionieren die internationalen Überweisungen auch bei TransferWise nicht. Allerdings fallen bei TransferWise die Kosten für die Bankgebühren vollständig weg, da Überweisungen nur national stattfinden. Das heißt die Kosten, die für eine Auslandsüberweisung aufgrund des internationalen Transfers bei der Bank anfallen, fallen hier weg. Schließlich sind Inlandsüberweisungen in der Regel kostenlos. Welche Kosten bei Inlandsüberweisungen allerdings anfallen können, sind die Gebühren, die die Bank der Nutzer selbst erhebt. Das können Überweisungsgebühren im SEPA-Raum oder Bearbeitungsgebühren sein. Dies müssen die Nutzer dann mit ihrem privaten Kreditinstitut im Detail klären. Inhaber von Girokonten haben aber zumeist die kostenlose Freiheit innerhalb des Landes kostenfreie Überweisungen durchzuführen.

Sofern die internationalen Konten von TransferWise ausgeglichen sind, ist kein Umtausch von Währungen notwendig. Sollte doch Bedarf bestehen, fallen nicht nur entsprechende Kosten an, sondern zumeist findet auch eine Wertminderung durch den Wechselkurs statt. Wie bereits beschrieben, dürfte dies jedoch viel weniger ins Gewicht fallen, da TransferWise als Unternehmen deutliche Vergünstigungen gegenüber Privatpersonen hat. Gänzlich kostenlos ist das Angebot von TransferWise in keinem Fall – aber deutlich günstiger als die Konkurrenz schon!

Andere Gebühren bei TransferWise

transferwise-gebuehrenDadurch, dass TransferWise meistens Inlandskonten für die Einzahlungen und Überweisungen verwendet, fallen hier in der Regel keine Gebühren für die Nutzer an. Allerdings muss sich das Unternehmen ja dennoch irgendwie finanzieren. Entsprechend erhebt TransferWise Gebühren für die Überweisungen per Kreditkarte. Die Gebühren liegen bei 0,3-2 Prozent und sind unter anderem abhängig von der Währung und der Kreditkarten-Art. Bei Debitkartenzahlungen fallen oftmals keine Gebühren an oder eine Gebühr von 0,15-2 Prozent.

Internationale Überweisungen in bestimmten Währungen sind über das internationale SWIFT Netzwerk möglich. Einige Banken berechnen für die SWIFT Zahlungen eine Empfangsgebühr, das sollten die Nutzer beachten.

In welchen Ländern und Währungen ist TransferWise verfügbar?

Zahlungsanbieter, die internationale Kundschaft bedienen möchten, sollten ein möglichst breit gefächertes Portfolio an verfügbaren Ländern und Währungen anbieten. So ist es auch bei TransferWise. Das Unternehmen bietet einige große Währungen, wodurch das Angebot für viele Kunden nutzbar wird. Unter anderem sind die Währungen

US-Dollar, Schweizer Franken, Zloty (Polen), Schwedische Kronen, Norwegische Krone, dänische Krone, Britische Pfund, Ungarische Forint, Türkische Lira, Indische Rupie, Japanische Yen, Australischer Dollar, Neuseeland Dollar, Singapur Dollar, Hong-Kong-Dollar (HKD), Südafrikanischer Rand (ZAR), Rumänischer Leu (Ron) und Georgische Lari vertreten.
Wer eine Überweisung in eine nicht aufgeführte Zielwährung machen möchte, kann sich auf der Homepage des Unternehmens über die aktuell angebotenen Währungen informieren.

Die Überweisungen können die Nutzer per Kreditkarte, Banküberweisung und Sofortüberweisung an TransferWise senden. Auch dies sollte für jeden Nutzer ausreichend Möglichkeiten bieten, den Service in Anspruch zu nehmen. Sicherlich gibt es Zahlungsanbieter, die weitere Überweisungsmöglichkeiten bieten.

Ein weiterer Vorteil von TransferWise ist, dass die Überweisungen wesentlich schneller gehen, als bei anderen Zahlungsanbietern. Grund dafür ist, dass die Währung in den meisten Fällen eben nicht erst eingetauscht und international transferiert werden muss, sondern durch nationale Überweisungen schnell abgewickelt wird. Dadurch ergibt sich eine Bearbeitungszeit von 1-4 Tagen. Für alle, die es eilig haben, enorm praktisch.

Für wen lohnt sich die Nutzung von TransferWise?

Auslandsüberweisung ist nicht gleich Auslandsüberweisung. Vor allem nicht, wenn die Auslandsüberweisung innerhalb der EU stattfindet. Alle Länder, die den Euro als Währung haben, sind laut der EU-Verordnung zu SEPA Überweisungen den Inlandsüberweisungen gleichgestellt. Das heißt, dass hier nicht nur keinerlei Währungswechsel stattfindet, sondern auch, dass die Gebühren die einer Inlandsüberweisung nicht überschreiten dürfen. Auch dürfen diese Euroländer übergreifenden Transfers nicht länger als zwei Tage dauern. In diesem Fall hätten die Nutzer von TransferWise also keinerlei Vorteil. Falls also ein Euro-Betrag in ein Euroland überwiesen werden soll, tut es auch die reguläre SEPA-Überweisung.

Soll sich das Geld jedoch auf eine längere Reise machen und in EU-Länder ohne Euro-Bindung, in nicht EU-Länder oder außereuropäische Länder gehen, ist der TransferWise Service nützlich und hilfreich.

Ist TransferWise sicher?

Natürlich ist es überaus praktisch, wenn sich durch die Nutzung von TransferWise einige Gebühren einsparen lassen. Aber nicht nur auf die Kosten kommt es bei Auslandsüberweisungen an, sondern eben auch auf die Sicherheit. Schließlich ist es wenig hilfreich, wenn die Nutzer große Mengen an Gebühren sparen und dafür die Gelder verloren gehen. Da es sich bei dem TransferWise um ein britisches Unternehmen handelt, unterliegt es auch der  britischen Finanzmarktaufsicht FCA . Da sich TransferWise für die Überweisung von Geldern auf elektronischem Wege an den Electronic Money Regulations 2011 orientieren muss, gelten für das Unternehmen die gleichen Vorschriften wie für die Banken. Das hört sich gut an und auch die TransferWise Erfahrungen geben ein gutes Bild ab.

Das Datenzentraum vom TÜV unterzog das TransferWire einer umfassenden Prüfung. Dabei wurden die TransferWise-Systeme und -Abläufe auf Sicherheitslücken. Die Untersuchungen zeigten durchaus positive Ergebnisse und so konnte sich TransferWise für eine Zertifizierung nach ISO27001 qualifizieren. Für die Nutzer heißt das, dass die Kundendaten in Europa bleiben und die strengen Regeln des europäischen Datenschutzes eingehalten werden. Bei der Befragung von 1000 deutschsprachigen Kunden konnten ähnlich gute Ergebnisse festgestellt werden. In Sachen Gebührenhöhe, Transparenz, Zuverlässigkeit, Umgang mit Beschweren und Dauer der Überweisung haben die Testpersonen das Unternehmen und ihren Service bewertet. Insgesamt waren die Kunden äußerst zufrieden, was für das TransferWise Angebot spricht.

Der deutsche TÜV Süd hat das Angebot von TransferWise im Hinblick auf die Kundenzufriedenheit und online Sicherheit getestet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn TransferWise hat mit einem TÜV Siegel und einer Note von 1,6 abgeschlossen. Auch, dass die Online Bank N26 den TransferWise Service als Banking Feature in ihre App integriert hat, spricht für das Unternehmen.

Die besonderen Features von TransferWise

transferwise-erfahrungenWie jeder Zahlungsanbieter hat auch TransferWise so seine ganz eigenen besonderen Features. Denn nicht nur die Art des Geldtransfers ist bei diesem Unternehmen überaus interessant, sondern eben auch die individuellen Features. Für die Kunden steht ein Kurs-Alarm zur Verfügung. Sofern die Überweisung einen Währungswechsel erfordert, können sich die Kunden mithilfe des Kurs-Alarms den geeigneten Zeitraum aussuchen. Die Funktion ist kostenfrei und alle, die es nicht besonders eilige haben mit ihrer internationalen Überweisung, können durch das Abpassen des geeigneten Kurses noch einmal mehr Geld sparen.

Das nächste interessante Feature von TransferWise ist die Möglichkeit Geld beim Kunden einzufordern. Eine besonders praktische Funktion für Unternehmen, denn das Geld ist spätestens nach zwei Tagen auf dem eigenen Konto gutgeschrieben.

Zusätzlich bietet TransferWise garantierte Wechselkurse. Das heißt, dass das Geld garantiert zu dem Wechselkurs überwiesen wird, der bei der Überweisungserstellung einzusehen ist. Ein Service, der nicht von jedem Zahlungsanbieter angeboten wird, der für die Nutzer aber von großer Wichtigkeit ist. Denn auch dadurch lässt sich der ein oder andere Euro einsparen.

Das Fazit zu TransferWise

Unser TransferWise Test hat gezeigt, dass die internationalen Überweisungen mit dem TransferWise Service deutlich günstiger sind als bei vergleichbaren Zahlungsanbietern. TransferWise wirbt damit, dass pro internationalem Transfer maximal ein Prozent Gebühren anfallen. Das mag auf die Nutzung des TransferWise Angebots zutreffen. Dennoch sollten die Nutzer sich darüber bewusst sein, dass die Banken auch für Inlandsüberweisungen teilweise Gebühren erheben, die natürlich nicht im TransferWise Gebührenkatalog auftauchen. Ansonsten erweist sich der TransferWise Service als überaus günstig. Grund dafür ist, dass bei TransferWise keinerlei Währungswechsel stattfindet.

Und genau dieser Währungswechsel führt bei anderen Anbietern häufig zu großen Wertverlusten der zu überweisenden Geldmengen. Da TransferWise mit Konten in den entsprechenden teilnehmenden Ländern arbeitet und nationale Geldbeträge gegeneinander austauscht, finden hier Inlandsüberweisungen statt. Diese sind in der Regel kostenlos. Sollten die nationalen Konten mal nicht durch die Anfragen gedeckt sein, muss auch TransferWise Währungswechsel vollziehen.

Als Unternehmen kann TransferWire hier jedoch wesentlich günstigere Gebühren herausschlagen, als dies Privatpersonen könnten. Alles in allem also ein durchaus lukratives Konzept.

In den meisten Fällen wird eine internationale Überweisung bei TransferWise innerhalb von 24 Stunden realisiert. Hier ist TransferWise deutlich schneller als die Konkurrenz, die für eine internationale Überweisung schonmal mehrere Tage braucht. Dank der einfachen Nutzung und des einmaligen Systems profitieren die Kunden hier an vielen Stellen. Auch das Angebot an Zielwährungen kann sich sehen lassen. Denn nicht nur die Gebühren und Kosten sind ein wichtiger Punkt für die Nutzer, sondern eben auch die Verfügbarkeit der verschiedenen Währungen.

Zusätzlich kann TransferWise mit einem großen Sicherheitsversprechen locken. TransferWire untersteht als britisches Unternehmen der britischen Finanzmarktaufsicht. Die Kunden können entsprechende Sicherheitsvorkehrungen erwarten. Im Benutzertest durch den deutschen TÜV Süd konnte TransferWise ebenfalls überzeugen.

Wer von einem Euroland ins nächste Euroland überweisen möchte, für den lohnt sich das TransferWise Angebot leider nicht. Zum einen ist die Überweisung innerhalb der Euroländer in der Regel sowieso kostenlos und zum anderen dauert die Überweisung auch nur maximal zwei Tage. Einen wirklichen Vorteil durch TransferWise gibt es in diesem Fall nicht.

Für alle, die nicht grade innerhalb der Euroländer überweisen möchten, ein gut durchdachtes Angebot.

Letztes Update:

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Sophie Neumann

Ich habe nach meiner Ausbildung zur Bankkauffrau in Berlin Informationstechnologie mit Schwerpunkt auf verteilte Systeme studiert. Seit ich 2015 auf das Thema Bitcoin gestoßen bin, lässt mich die Faszination nicht mehr los.

Seit 2017 arbeite ich nebenberuflich als freie Autorin unter anderem für coincierge.de