Crowdfunding: Was es ist, wie es funktioniert und wie man Renditen erzielt

Das Internet hat es möglich gemacht, dass Geldgeber und junge, motivierte Gründer mit einer guten Geschäftsidee näher zusammenrücken. So gibt es bereits seit einigen Jahren sogenannte Crowdfunding-Plattformen, auf welchen die Anleger mit Crowdfunding Geld verdienen können. Das bedeutet: Überzeugen die Idee und das Konzept des Gründers können die Geldgeber einen bestimmten Betrag investieren.

Dadurch ist das Risiko gleichmäßig auf alle Geldgeber – je nach Höhe ihres Anteils – verteilt und ein einzelner muss nicht das gesamte Risiko tragen, falls sich die Geschäftsidee im Nachhinein doch als ein Schlag ins Wasser entpuppen sollte.

Genau nach diesem Prinzip funktioniert auch ein Crowdfunding Kredit, auf den Verbraucher in Geldnöten gerne zurückgreifen, wenn sie durch einen Kredit bei einer Bank ihren Schufa-Score nicht belasten möchten. Beispielsweise, wenn sie vor haben, in absehbarer Zeit eine Immobilie zu erwerben und dafür zinsgünstige Darlehen benötigen. In diesem Fall geben die Verbraucher ihren Kreditwunsch auf einer entsprechenden Plattform und finden auf diese Weise Geldgeber abseits der Schufa, die für ihr Kapital natürlich auch eine entsprechende Verzinsung erhalten.

Die Schwarmfinanzierung – Hintergrundwissen

Das oben beschriebene Modell wird auch Schwarmfinanzierung genannt – eben, weil sich viele Geldgeber mit kleineren Beträgen an einem Projekt beteiligen.

Und genau das macht das Crowdinvesting nicht nur für große Investoren, sondern  auch für Kleinanleger  interessant.

Zumal die klassischen Anlageformen wie Lebensversicherungen, ein Bausparvertrag oder ein Festgeldkonto schon seit Jahren keine attraktiven Zinsen mehr bieten. Durch Crowdinvesting haben sie hingegen die Chance, sich an jungen Unternehmen oder vielversprechenden Immobilienprojekten zu beteiligen.

Rendite und Risiko

Anders als bei den klassischen Anlageformen ist es auch Kleinanlegern möglich, durch Crowdinvesting eine überdurchschnittlich hohe Rendite zu erwirtschaften. Bei Immobilienprojekten etwa locken Zinsen von  bis zu neun Prozent

Allerdings müssen die Anleger bedenken, dass diese hohen Renditen auch mit einem höheren Risiko verbunden sind. Crowdinvesting ist wie jede Investition naturgemäß auch mit einem Risiko verbunden. Sie müssen jederzeit damit rechnen, dass ihr Investment in einem Totalverlust endet, ähnlich wie beispielsweise beim Handel mit Kryptowährungen.

Mit diesem Risiko müssen die Anleger also rechnen. Zumal von Wirtschaftswissenschaftlern eine  relativ hohe Pleiterate  für Unternehmen, die sich über Crowdfunding finanzieren, prognostizieren. Anleger sollten die Projekte, für die sie sich interessierten, also gründlich unter die Lupe nehmen und das damit verbundene Risiko sorgfältig abwägen.

Tipp: Wer dennoch investieren möchte, ist also gut beraten, wenn er sein zur Verfügung stehendes Kapital auf mehrere Projekte verteilt.

Und der Anleger sollte nur so viel investieren, dass er selbst nicht in finanzielle Schwierigkeiten gerät, wenn sich alle Projekte als Totalverlust entpuppen.

Wichtig: Ein Vergleich der Plattformen

Mittlerweile gibt es auch in Deutschland zahlreiche Plattformen, auf welchen Crowdinvesting in unterschiedliche Projekte möglich ist. Je nachdem, auf welche Art das Investment erfolgen soll, eignen sich für die Anleger einige Plattformen besser als andere. Vor der Investition ist es also zwingend erforderlich, die Plattformen miteinander zu vergleichen.

Bislang können die Crowdinvesting-Plattformen in Deutschland zahlreiche Erfolge für sich verbuchen, dennoch haben sie auch künftig ein  großes Potenzial

Der Grund: Bislang ist erst jedem sechsten Deutschen das Wort Crowdinvesting ein Begriff.

Wird das Interesse daran in der Öffentlichkeit weiter geweckt, kann es also noch viel Spielraum nach oben hin geben. Einen Anreiz für Kleinanleger stellt dabei die Tatsache dar, dass auch kleine Beträge investiert werden können.

Welche Projekte stehen zur Auswahl?

Die Anleger finden auf den Plattformen nicht nur Anfragen für:

  • einen Kredit,
  • ein Immobilienprojekte oder
  • Unternehmensbeteiligungen.

Auch zahlreiche ökologische Projekte nutzen mittlerweile die Möglichkeit, über Crowdfunding Geld für ihre Projekte zu sammeln. Vor dem Hintergrund der Energiewende handelt es sich dabei oftmals um nachhaltige Technologien, die energieeffizienter arbeiten.

Auch Kleinanleger haben also die Möglichkeit, sich an Biogasanlagen, Windenergie- oder Solaranlagen zu beteiligen und dafür eine gute Rendite zu erhalten.

Welche Vor- und Nachteile bietet das Crowdfunding?

Sowohl für Unternehmen, die eine Finanzspritze benötigen als auch für Investoren, die ihr Geld gewinnbringend anlegen möchten, ist Crowdfunding also durchaus spannend. Jedoch ist diese Form der Finanzierung für beide Seiten nicht nur mit Vor-, sondern auch mit Nachteilen verbunden.

Die Vorteile für Gründer

  • Falls sie andere Investoren nicht von ihrem Vorhaben überzeugen können, stellt Crowdfunding eine gute Alternative dar.
  • Die Gründer bekommen Feedback von verschiedenen Seiten.
  • Sie können das Crowdfunding als Instrument für Marketing und Vertrieb nutzen.
  • Sie können ihre Investoren gewissermaßen als Markenbotschafter einsetzen und erreichen eine höhere Reichweite.

Die Vorteile für Investoren

  • Sie legen individuell fest, wie viel sie investieren möchten.
  • Diese Form der Geldanlage ist äußerst flexibel.
  • Sie haben einen gewissen Einfluss auf das Unternehmen.

Die Nachteile für Gründer

  • Die Investoren haben ein Mitspracherecht.
  • Der Aufwand, um Crowdinvestoren zu finden, ist relativ hoch.
  • Durch viele Investoren wird die Firmengründung unübersichtlicher.

Die Nachteile für Investoren

  • Es gibt keine garantierte Rendite.
  • Sie müssen das Risiko eines Totalausfalls in Kauf nehmen.
  • Sie haben keinerlei Einfluss auf jene Variablen, die für den Erfolg verantwortlich sind.

Wenn Anleger Geld mit Crowdinvesting verdienen wollen

Crowdinvesting kann also durchaus eine gute Form der online Geldanlage darstellen. Zunächst einmal sollten angehende Investoren aber einen genauen Blick auf die verschiedenen Plattformen werfen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Hier können sich die Investoren zum einen über diverse Projekte und Unternehmen informieren und andererseits ihr Kapital auch direkt investieren.

Hat sich ein Anleger nun für ein Projekt oder ein Unternehmen entschieden, legt er im nächsten Schritt fest, wie hoch die Summe sein soll, die er investieren möchte.

Dabei gilt natürlich der Grundsatz, dass der eventuelle Gewinn umso höher ausfällt, je höher der Einsatz ist.

Eine wichtige Rolle spielt dabei aber nicht nur die Höhe der Investitionssumme, sondern auch die Laufzeit des Darlehens, das der Geldgeber gewährt. Investiert er beispielsweise in ein Startup, ist es nicht unüblich, dass das Geld für einen Zeitraum von acht Jahren gebunden ist.

Erwirtschaftet das Unternehmen in dieser Zeitspanne keine nennenswerten Gewinne, schlägt die Anlage möglicherweise fehl oder der Anleger muss sogar Verluste hinnehmen. Entwickelt sich das Unternehmen dagegen erfolgreich, können die Investoren ihr eingesetztes Kapital dagegen innerhalb relativ kurzer Zeit sogar vervielfältigen.

Crowdfunding kann also durchaus eine relativ einfache Möglichkeit sein, online Geld zu verdienen. Allerdings bedeutet dies nicht, dass das Risiko gering ist. Diesen Aspekt sollten Anleger niemals aus den Augen verlieren.

Wichtige Tipps für Investoren

Natürlich möchten die Anleger ihr Kapital vermehren und nicht vernichten. Deshalb sollten sie auch folgende Tipps beachten:

  • Die Anleger sollten ihr Geld ausschließlich in Ideen investieren, mit welchen sie sich auch selbst identifizieren können.
  • Für jedes Investment müssen die Chancen und die Risiken individuell eingeschätzt werden.
  • Gegebenenfalls sollten die Investoren einen Experten um Rat fragen, bevor sie ihr Geld investieren.
  • Keinesfalls sollten Anleger der Masse folgen. Denn dass viele andere Anleger in ein Projekt investieren, bedeutet noch lange nicht, dass dieses Investment auch sicher ist.
  • Anleger sollten vorab festlegen, wie hoch ihre jeweilige Risikopräferenz ist und sich auch strikt an diese halten.
  • Grundsätzlich sollten Anleger nur Summen investieren, wenn sie diese auch als Verlust verkraften können.
  • Anleger sollten ihre Investments ausschließlich auf seriösen Plattformen und in seriöse Firmen tätigen.
  • Ihr Risiko können die Anleger dadurch streuen, dass sie kleinere Summen in mehrere Projekte oder Unternehmen investieren.
  • Anleger sollten den Unternehmen Feedback geben, weil sich die Erfolgsaussichten dadurch steigern lassen.
  • Die Investoren sollten die Idee, die hinter einem Projekt oder einem Unternehmen steckt, weiter verbreiten, weil sie dadurch einen Marketingeffekt erreichen, der auch für sie gewinnbringend ist.

Der Kleinanlegerschutz und Crowdfunding

Seit Juli 2015 gilt in Deutschland das sogenannte  Kleinanlegerschutzgesetz durch welches der „graue Kapitalmarkt“ reguliert werden sollte. Es betrifft also auch das Crowdinvesting und jene Plattformen, auf welchen die Investoren und die Unternehmen zusammengebracht werden. Zwar wird diesem Gesetz eine Schutzfunktion zugeschrieben, dennoch stand es in der Kritik vieler Crowdfunding-Plattformen und des Bundesverbandes Crowdfunding.

Im Wesentlichen kritisierten diese die teilweise sehr strengen Einschränkungen, die für Anleger gelten, seitdem das Gesetz in Kraft getreten ist. So ist es einem Anleger ohne Probleme möglich, einen Betrag bis zu einer Höhe von 1.000 Euro zu investieren.

Wollen sie hingegen bis zu 10.000 Euro investieren, müssen die Anleger nachweisen, dass sie entweder ein Vermögen von 100.000 Euro oder mehr besitzen oder die Investition nicht höher ist als das Doppelte des monatlichen Nettoeinkommens.

Wichtige Fragen rund um das Thema Crowdfunding

Sowohl für Anleger als auch für Kapitalsuchende ist das Thema Crowdfunding also äußerst spannend. Jedoch ist dieses Thema auch mit vielen Fragen behaftet. Diese werden am häufigsten gestellt.

Gibt es einen Unterschied zwischen Crowdinvesting und Crowdfunding?

Auch wenn es zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting viele Überschneidungen gibt, handelt es sich dabei doch um zwei völlig unterschiedliche Themenbereiche.

Gemeinsam ist diesen beiden Finanzierungsmöglichkeiten vor allem die Crowd. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Menschen, welche ein Unternehmen mit ihrem Geld unterstützt.

Crowdinvesting ist verallgemeinernd gesagt eine ganz besondere Form des Crowdfundings. Beide Begriffe können also keinesfalls getrennt voneinander betrachtet werden. Es gibt allerdings einen großen Unterschied:

Crowdfunding-Unterstützer erhalten für ihre Unterstützer in aller Regel ein kleines Dankeschön in Form von Goodies oder Gutscheinen. Beim Crowdinvesting hingegen geht es um  Unternehmensanteile Die Crowd unterstützt das Unternehmen also nicht nur mit einem gewissen Geldbetrag, sondern kauft sich durch die Unterstützung zugleich auch in das Unternehmen ein.

Deshalb bezeichnet man Crowdinvesting auch gern als rendite-orientiertes Crowdfunding.

Aber auch die Geldbeträge, um die es im jeweiligen Projekt geht, stellen einen Unterschied dar. So gelten in der Regel die folgenden groben Anlgebeträge:

  • Crowdfunding: 5-50 Euro
  • Crowdinvesting: ab 250 Euro

Wie lohnenswert ist das Crowdinvesting?

Vor allem in Zeiten niedriger Zinsen fragen sich viele Verbraucher, ob sich die Geldanlage überhaupt lohnt. Diese Frage lässt sich für das Crowdinvesting eindeutig mit ja beantworten, sofern die Anleger ihr Geld mit Bedacht investieren.

Die Zukunft des Crowdinvesting – wie sieht sie aus?

Crowdfunding und insbesondere das Crowdinvesting werden durch das Kleinanlegerschutzgesetz relativ stark reglementiert. Die Möglichkeiten sind also in beiden Bereichen für die Anleger keinesfalls unbegrenzt.

Auf die Phase der ersten Euphorie folgte die Ernüchterung, sodass Crowdinvesting noch lange nicht als eine klassische Finanzierung für Projekte und Unternehmen gilt.

Was durch diese Art der Finanzierung alles möglich sein kann, muss also auch in Zukunft noch unter Beweis gestellt werden. Wo die Reise insgesamt hingeht, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht sagen.

Müssen die Einnahmen versteuert werden?

Grundsätzlich müssen die Steuerzahler  jede Form von Gewinn  versteuern. Dazu gehören natürlich auch die Einnahmen, die sie durch Crowdinvesting erzielen.

Wie ist es um die Chancen und Risiken des Crowdinvesting bestellt?

Fast jeder Kleinanleger hat durch Crowdinvesting die Möglichkeit, sein Geld in vielversprechende Projekte oder aufstrebende Startups zu investieren. Die Investoren können sich also auch ohne ein millionenschweres Vermögen auf dem Konto durchaus als Venture Capitalist oder Business Angel fühlen.

Des Weiteren handelt es sich beim Crowdinvesting um eine moderne Geldanlage. Die Anleger können hier durchaus eine attraktive Rendite erwirtschaften, selbst wenn sie nur geringe Beträge investieren.

Jedoch besteht eben die Gefahr, dass sich ein Projekt als erfolglos herausstellt und das Geld verloren ist. Das ist auch der Grund, warum Crowdinvesting immer wieder in der Kritik steht.

Tipp: Das Verlustrisiko können die Anleger auf ein Minimum beschränken, wenn sie vor jedem Investment die Chancen und Risiken sorgfältig abwägen.

Welche Zinsen gibt es für die Anleger?

Wie hoch die Zinsen ausfallen, hängt sowohl von der Plattform als auch vom Projekt ab. Üblicherweise liegt der Zinssatz aber zwischen fünf und sieben Prozent.

Ist Crowdinvesting eine Alternative für Startups?

Äußerst attraktiv ist Crowdinvesting für Startups, welchen es nicht gelingt, einen Großinvestor für ihr Vorhaben zu finden. Natürlich müssen die Unternehmer ihre Firma anschließend so führen, dass die Anleger einen Gewinn machen, wodurch die Chancen für die Finanzierung weiterer Projekte durch Crowdinvesting steigen.

Fazit

Bei Crowdinvesting handelt es sich um ein durchaus spannendes Thema, weil es polarisiert. Denn während der eine darin eine hervorragende Finanzierungs-Möglichkeit sieht, hat der andere diese Form er Finanzierung bereits abgeschrieben.

Wer mit Crowdinvesting erfolgreich sein möchte, muss in jedem Fall die damit verbundenen Chancen und Risiken sorgfältig abwägen. Dann kann diese Möglichkeit der Finanzierung sowohl für die Investoren als auch für die Unternehmen, die auf der Suche nach Kapital sind, zu einem  vollen Erfolg  werden.

Letztes Update:

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Martin Schwarz

MSc. in Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt auf asymetrische Kryptographie und M2M-Kommunikation. Ich bin seit 2015 im Bereich Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs.