Beträge über 100.000€ investieren

Beträge über 100.000 Euro investieren, ist ein spannendes Vorhaben. Doch grade bei solch großen Beträgen fragen sich die meisten Anleger, welche Anlageform die richtige ist. Schließlich gibt es mittlerweile viel verschiedene Möglichkeiten Geld zu investieren. Wir schauen uns hinsichtlich dieser größeren Investitionssummen nicht nur die häufigsten Fehler bei diesen Investments an, sondern natürlich auch verschiedene Investitionsmöglichkeiten. Dazu gehört nicht nur das Abbezahlen von Schulden, sondern auch die Investition ins Eigenheim oder die Investition in ETFs.

Es ist völlig klar, dass nicht jede Möglichkeit der Investition zu jedem Anleger passt. Entsprechend können sich die Anleger zwar an den hier vorgestellten Ideen orientieren, aber die endgültige Umsetzung muss zum Anleger passen. Dabei spielen die Fragen nach dem Anlageziel, der Risikobereitschaft und der gewünschten Rendite auch eine wichtige Rolle. Soll das Geld eher kurzfristig oder langfristig angelegt werden – welches Investment passt am besten zum eigenen Lebensstil? Diese und einige weitere Fragen muss sich jeder Investor zunächst selbst beantworten, bevor er sich Hals über Kopf in ein Investment stürzt. Selbsterörterung steht also in jedem Fall vor dem Investment!

Häufige Fehler beim Investment größerer Summen

Beträge über 100.000 Euro sind eine stolze Summe, die es besonders zu schützen gilt. Nicht nur vor einer möglichen Inflation, sondern auch vor schlechten Entscheidungen  und unsicheren Anlageformen. Wer zum ersten Mal eine Summe über 100.000 Euro investiert, sollte sich zuvor die häufigsten Fehler ansehen. Schließlich haben schon viele Anleger größere Summen Geld investiert und die nachfolgenden Investoren sollten aus ihren Fehlern lernen.

  • Vor einem Investment sollten die Investoren möglichst alle offenen Schulden begleichen. Schließlich kosten alle Kredite Zinsen, die irgendwie beglichen werden wollen. Und zumeist reicht die Rendite aus den Anlagen nicht, um die Kreditzinsen zu tilgen. Meist ist eine vorzeitige Rückzahlung des Kredits möglich und sogar sinnvoll.
  • Der nächste Schritt ist dann einen kleinen finanziellen Puffer anzulegen, der in Krisenzeiten aushilft. Im Idealfall sollte der Puffer zwei bis drei Monatsgehältern abdecken. Falls also spontan das Auto in die Werkstatt muss und sich gleichzeitig die Waschmaschine verweigert, fängt der finanzielle Puffer dies auf.
  • Wer spontan durch eine Erbschaft oder ähnliches eine größere Summe Geld erhält, möchte diese meisten besonders schnell anlegen. Doch sollten sich die Anleger zuvor fragen, wie lange sie auf die Summe verzichten können – wie also der momentane Cashflow aussieht. Ein häufiger Fehler ist es die Investitionsmöglichkeit unabhängig von der generellen finanziellen Situation zu planen.
  • Ohne Plan geht nichts! Besonders bei größeren Investitionen sollten sich die Anleger zuvor einen guten Plan zurechtlegen. Dabei spielen die Fragen nach dem Anlagehorizont, dem Anlageziel, der Rendite und der Risikobereitschaft eine wichtige Rolle. Manchmal ist es ganz hilfreich sich Anlagetipps von außerhalb zu holen, aber in der Regel weiß jeder Anleger am besten selbst, welche Formen der Anlage am besten zu ihm passen.
  • Die Anlage nicht streuen – ein häufiger Anfängerfehler. Denn durch das Streuen der Anlage wird auch das Risiko für den Totalverlust verringert.
Tipp: Mit ein wenig Recherche und Erörterung zu den eigenen Zielen und Möglichkeiten dürften die meisten Anleger diese großen Fehler automatisch vermeiden.

Die Schuldentilgung als Anlagestrategie betrachten

Es nützt nicht viel eine große Summe losgelöst vom restlichen Finanzstatus zu bewerten.

Der gesamte Cashflow als Ganzes sollte die Investition größerer Summen rechtfertigen können.

Wer noch auf einem nicht zu unterschätzenden Schuldenberg sitzt, der sollte sich fragen, ob nicht die Schuldentilgung als Anlagestrategie betrachtet werden sollte. Denn nur, wenn der alltägliche Finanzstatus zum Anlegeziel passt, kann die Anlageform erfolgreich sein.

Dazu gehört eben sich selbst abzusichern und auch zukünftigen großen Zahlungen abzusichern. Durch Schuldentilgung vermeiden die Anleger  Zahlungen von Kreditzinsen  in der Zukunft. Natürlich können Anleger durch die Einzahlung der Summe auf Festgeld- oder Tagesgeldkonten Zinsen erwirtschaften, allerdings stehen diese Zinsen meist in keinem Verhältnis zu den Zinsen, die abgearbeitet werden müssen.

Tipp: Um also zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, bietet es sich an, Kredite zurückzuzahlen, also vorzeitig aufzulösen. Dadurch sparen die Anleger in der Regel mehr Geld, als durch die gleichzeitige Abzahlung der Kredite und das Anlegen des Geldes.

Für alle Ratenkredite, die nach dem 11. Juni 2010 abgeschlossen wurden, gilt eine Vorfälligkeitsentschädigung von maximal 1 Prozent und bei einer kurzen Restlaufzeit von weniger als zwölf Monaten maximal 0,5 Prozent. Dadurch können die Kosten für die vorzeitige Auflösung ein Bruchteil der laufenden Zinsen des Kreditvertrags betragen.

Auch bei Baukrediten können Anleger durch eine vorzeitige Einzahlung tausende Euro Zinskosten sparen. Auch wenn die Sonderrückzahlung meist mit fünf Prozent der Darlehenssumme verzinst wird. Es kann sich auch lohnen Baukredite oder Hypothekendarlehen teilweise zurückzuzahlen und für eventuell verbleibende Schulden einen neuen Kredit mit besseren Rahmenbedingungen auszuhandeln.

Die Anleger sollten sich bei den Baukrediten genau über die Sondertilgungsoptionen informieren, damit keine unentdeckten Kosten den Plan ruinieren.

Größere Summen ins Eigenheim investieren?

Der Traum vom Eigenheim rückt mit größeren freien Beträgen natürlich in greifbare Nähe. Wer von einem eigenen Haus träumt und sonst keine nennenswerten Schulden zu begleichen hat, der kann sein Investment als Eigenkapital in die Finanzierung einfließen lassen. Je größer das Eigenkapital ist,  desto günstiger wird natürlich der Hypothekenzins

Auch wenn sich ein Kredit für ein Haus nicht unbedingt nach einer großartigen Investition anhört, langfristig können Anleger mit großen Mengen Eigenkapital so Geld sparen. Vorausgesetzt der Traum von Eigenheim sollte früher oder später sowieso verwirklicht werden.

Wer fleißig ins eigene Haus investieren möchte, der sollte auch folgende Kosten beachten:

  • Grunderwerbssteuer,
  • Notarkosten,
  • Maklercourtage und
  • Grundbuchkosten
Hinweis: Diese Kosten und mindestens 20 Prozent des Kaufpreises sollten die angehenden Hauseigentümer aus eigenen Mitteln stemmen können.

Den Sprung an die Börse wagen: Mit Indexfonds und Aktienfonds

Tausend Euro oder mehr an der Börse zu investieren, gehört für Börsenkreise zum Alltag. Wer allerdings ganz neu in den Bereich Börse startet, der sollte sich nicht von großartigen Gewinnen locken lassen, sondern vor allem in möglichst sichere Aktien investieren.

Was sind Aktienfonds?
Besonders für Einsteiger bietet es sich an, statt in Aktien direkt in Aktienfonds zu investieren. In den Aktienfonds werden nur äußerst erfolgreiche Aktien verschiedener Schwerpunkte aufgenommen. Dies erhöht die Ertragschancen.

Natürlich bringt diese Investmentstrategie auch Nachteile mit sich. Denn zuweilen sind diese Indexfonds mit hohen Kosten verbunden. Denn hinter aktiv verwalteten Fonds steht ein Fondsmanager, der für seine Dienste entsprechend entlohnt werden möchte.

Wer auch diese Kosten umgehen möchte, der kann auf ETFs zurückgreifen. Das sind passive Indexfonds, die nicht aktiv verwaltet werden. Schließlich bilden die Indexfonds all die Aktien ab, die in dem bestimmten Index gelistet sind.

Wer also in einen Indexfonds investiert, der investiert in alle enthaltenen Aktien gleichzeitig.

Stichwort  „Streuung“  ist besonders im Börsenalltag wichtig. Das Investment in eine Vielzahl unterschiedliche Aktien durch die Wahl eines Indexfonds bringt also gewisse Vorteile mit sich. Denn so ist der Erfolg des eigenen Portfolios nicht von einzelnen Aktien abhängig, sondern wird von dem Erfolg vieler Aktien getragen.

Privatanleger sollen beim Aktienhandel generell ihre Aktien stets im Auge behalten. An dieser Stelle können Aktien Apps hilfreich sein, die mit unterschiedlichen Funktionen ausgestattet sind, um einen guten Überblick zu bekommen, wie es den einzelnen Aktiengesellschaften geht, ob es Trends gibt oder wie bestimmte Prognosen aussehen.

In Kryptowährungen investieren

Die Kryptowährungen sind in aller Munde und auch für größere Investitionen ist die Krypto Welt bereit. Hier sollte sich allerdings jeder Anleger darüber klar sein, dass die Investition in den Krypto Sektor mit hohen finanziellen Risiken einhergeht. Hier ist das Geld nicht wie beim Festgeldtageskonto gut abgesichert, sondern befindet sich quasi im freien Fall – in beide Richtungen. Der Mythos vom Bitcoin Millionär über Nacht ist gar kein Mythos, sondern Realität.

Ja, manchem Menschen mit einem guten Gespür für großartige Investitionen konnten durch das Investment in Kryptowährungen ihre Gelder um ein etliches vervielfachen.

Auch wenn dies wohl nur wenigen Menschen gelungen ist, bietet der Krypto Markt aber noch unglaublich viele Chancen Gewinne zu generieren. Bei Investitionen über 100.000 Euro stellt sich allerdings die Frage, ob das gesamte Investment in Kryptowährungen investiert werden soll oder ob doch eher eine  Mischform des Investments  sinnvoll ist. Denkbar ist die Anlage auf mehrere Formen aufzuteilen, dazu jetzt mehr.

Crowdinvesting

Das Crowdinvesting wird häufig mit dem Crowdfunding gleichgesetzt oder vertauscht. Kein Wunder, denn die Grundidee ist bei beiden Formen gleich:

Ein großer Pool von Anlegern investiert größere oder kleinere Beträge in ein hoffentlich erfolgreiches unternehmerisches Projekt.

Der große Unterschied zwischen dem Crowdfunding und dem Crowdinvesting ist das Endprodukt:

  • Beim Crowdfunding geht es zumeist um das Aufziehen eines Unternehmens, welches dann kleinere oder größere physische Produkte auf den Markt bringt.
  • Beim Crowdinvesting geht es in den meisten Fällen darum große Immobilienprojekte zu unterstützen.

Und wer einen Geldbetrag von über 100.000 Euro investieren möchte, der möchte entsprechend sicher hohe Renditen einfahren. Das geht beim Crowdfunding weniger gut, als beim Crowdinvesting. Beim Crowdfunding erhalten die Investoren meist Gutscheine oder physische Produkte, beim Crowdinvesting geht es oftmals um  hohe Renditen. 

  • Der Vorteil beim Crowdinvesting ist, dass den Anlegern hier eine große Anzahl verschiedener Projekte bereitstehen.
  • Auch lässt sich das Investment hier durch das Aufsplitten gut streuen und auf unterschiedliche Projekte verteilen.
  • Gut ist auch, dass das Investment ganz unkompliziert und unbürokratisch vonstattengeht.

Wo findet man die Crowdinvesting Projekte?

Auf den mittlerweile vielfach verfügbaren Crowdfunding und Crowdinvesting Plattformen können die Anleger sich mit den verschiedenen Projekten vertraut machen. Dort beschreiben die Initiatoren der Projekte ganz genau, worum es sich bei ihrer unternehmerischen Idee handelt und welche Vorteile für die Investoren dabei herausspringen. Die Möglichkeiten Gewinne durch das Investment zu erzielen, werden also bereits vor dem Investment ganz klar abgesprochen.

Leider gibt es nicht immer eine reale Chance, dass die innovative Idee auch in die Tat umgesetzt werden kann. Zwar treffen die Betreiber der Plattformen immer eine Vorauswahl und sortieren weniger erfolgversprechende Projekte aus, aber von Zeit zu Zeit ist ein Projekt dabei, was sich weniger erfolgreich als gedacht entwickelt.

Sobald ausreichend Gelder zusammengekommen sind, kann das Projekt starten. Während sich das Projekt, hoffentlich wie erwartet, entwickelt, halten die Unternehmer die Investoren auf dem neusten Stand. Und sobald erste Erträge anfallen, können sich die Investoren über entsprechende Gewinne freuen.

Sicherheit und hohe Renditen – ein Dreamteam?

Beim Investment von über 100.000 Euro hohe Risiken einzugehen, behagt nicht jedem Anleger. Entsprechend selten gehen Anleger aufs Ganze und investieren ihr gesamtes Vermögen in Kryptowährungen. Schließlich ist dies eine äußerst riskante Form der Anlage.  Vielmehr mischen viele Anleger die verschiedenen Anlageformen miteinander. 

Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn nicht das gesamte Investment in einer Anlageform am besten aufgehoben ist. Es ist weniger sinnvoll die Investition ins Eigenheim mit Kryptowährungen zu investieren. Sinnvoller ist es die Investition in Kryptowährungen mit der Investition in Aktienfonds oder ETFs zu koppeln. Denn die Beträge für diese Anlageformen lassen sich gut splitten.

Die Kryptowährungen unterliegen genauso wie Aktien und Indizes großen Schwankungen. Entsprechend sollten sich die Anleger nicht nur fragen, ob sie diese Schwankungen aushalten können, sondern auch, ob sie diese Schwankungen langfristig aushalten können. Denn die Investition in die meisten Anlageformen ist nur langfristig wirklich ertragreich. Um vorübergehende Kursverluste auszusitzen, bedarf es einem langfristigen Anlagehorizont.

Um Sicherheitsdenken mit Chancen auf Renditen zu kombinieren, setzen viele Anleger auf:

  1. einen Renditebaustein und
  2. einen Sicherheitsbaustein.
Für Renditen sorgen dann die Kryptowährungen, ETFs oder Aktien und für die Sicherheit sorgt fest angelegtes Geld auf Tages- oder Festgeldkonten.

Fazit

Es ist ganz klar, die klassischen Anlageformen wie Festgeld- oder Tagesgeldkonto sind nicht mehr das, was sie mal waren. Kein Wunder, dass sich immer mehr Anleger umorientieren und ihre Fühler in Richtung alternativer Anlegeformen ausstrecken.

Zwar sind Festgeld- oder Tagesgeldkonten durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, aber wo wenig Risiko ist, sind auch geringe Renditen.

Es gibt einige großartige Möglichkeiten größere Summen über 100.000 Euro gewinnbringend und sinnvoll zu investieren:

  • Dazu gehört Schulden abzubezahlen und Kredite vorzeitig auszulösen. So können die Anleger langjährige Zinszahlungen vermeiden und ordentlich Geld einsparen. Wer sowieso schon gänzlich befreit durch den finanziellen Alltag schreitet, der kann sich anderweitig orientieren.
  • Steht der Kauf eines Eigenheims auf dem Plan, dann kann eine Investition von über 1000 Euro schon ein Anfang sein – vorausgesetzt die groben Kosten können dadurch gedeckt werden.
  • Wer sich vom Eigenheim nicht angesprochen fühlt, der kann mit Indexfonds mehr Glück haben. In Aktien zu investieren, ist nach wie vor risikoreich, aber eben auch mit Chancen auf gute Gewinne verbunden. Vor allem für Anleger, die langfristig denken, können hier satte Gewinne winken. Glücklicherweise gibt es auch eine Vielzahl von unterschiedlichen Aktien und Indexfonds, sodass für jeden Anleger eine interessante Investmentmöglichkeit dabei sein dürfte.

Trotz aller spannenden Möglichkeiten muss jeder Anleger im Endeffekt selbst entscheiden,  welche Schwerpunkte  er setzen möchte. Dabei spielen folgende Faktoren eine große Rolle:

  • der Zeitraum des Investments,
  • die Höhe des Investments,
  • die Laufzeit des Investments und
  • die Risikobereitschaft eine große Rolle.

 

Letztes Update:

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Sophie Neumann

Ich habe nach meiner Ausbildung zur Bankkauffrau in Berlin Informationstechnologie mit Schwerpunkt auf verteilte Systeme studiert. Seit ich 2015 auf das Thema Bitcoin gestoßen bin, lässt mich die Faszination nicht mehr los.

Seit 2017 arbeite ich nebenberuflich als freie Autorin unter anderem für coincierge.de