Wie man in Aktien investiert

Wie man in Aktien investiert
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Die Behauptung, Börsen seien eine reine Geldvernichtungsmaschine, ist unwahr. Vor allem dann, wenn man sich nicht nur mit den jüngsten Abstürzen befasst, sondern einen längeren Zeitraum zur Beurteilung heranzieht. Denn ganz egal, welche Krise eingetreten ist, auf lange Sicht gesehen waren die Aktien am Ende immer die Gewinner – es handelt sich also um eine ausgesprochen renditestarke Anlage.

Und genau das wird heute auch gesucht. Denn vergleicht man Aktien mit den kurzfristigen Zinsanlagen oder sicheren Staatsanleihen, so werfen sie die mit Abstand höchsten Erträge ab. Kein Wunder also, dass selbst kleine Privatanleger Interesse am Investment in Aktien haben. Was genau es dabei besonders für Anfänger zu beachten gibt, wird im folgenden Artikel geklärt.

Die Entwicklung des Aktienmarkts

Befasst man sich mit dem Indexfonds, der die Entwicklung des MSCI World-Index abbildet, so konnte, bei Berücksichtigung der letzten 44 Jahre, auf Eurobasis eine durchschnittliche Rendite von 6,7 Prozent/Jahr erzielt werden. Wird bis in das Jahr 1900 zurückgerechnet, so kommt man auf ein vergleichbares Ergebnis.

Doch gibt es die Gewissheit, dass es in naher Zukunft genauso weitergehen wird? Die  Börsenentwicklung ist schlussendlich ungewiss.  Selbst Experten wissen nicht, wo sich der Weltaktienmarkt in wenigen Jahren befinden wird. In der Finanz- wie Wirtschaftsgeschichte gibt es jedoch zwei Faktoren, die sich – auf lange Sicht gesehen – als extrem stabil erwiesen haben und zudem darauf hindeuten, dass die Aktien auch in naher Zukunft steigen werden.

Ein Faktor ist das Wirtschaftswachstum. Folgt man den Berechnungen von Angus Maddison (1926 – 2010), einem Wirtschaftshistoriker, so wächst die Weltwirtschaft schon seit über 2000 Jahren. In den ersten 1000 Jahren lag das jährliche Wachstum bei durchschnittlich 0,01 Prozent. Zwischen den Jahren 1000 und 1820 kletterte das Wachstum auf 0,22 Prozent. Nach dem Jahr 1820 ging es dann steil nach oben – pro Jahr konnte die Menge aller Dienstleistungen wie Waren um 2,21 Prozent zulegen.

Wächst die Wirtschaft, so steigen natürlich auch die Gewinne der einzelnen Unternehmen. Die Gewinne, dabei handelt es sich um den zweiten Faktor, sind zudem der Treibstoff, der dafür sorgt, dass die Aktienkurse steigen. An dieser Stelle muss man also kein Experte sein, damit man erkennt, dass ein Unternehmen wertvoller wird, sofern die jährlichen Erträge steigen. Ein Zusammenhang, der auch schon durch verschiedene Forschungen bestätigt wurde. Unzählige Studienergebnisse haben zudem auch bewiesen, dass Aktienkurse immer dem langfristigen Gewinn folgen.

Das heißt, man kann sich als Anleger durchaus Hoffnungen machen, dass die Aktienkurse steigen, solange auch die Weltwirtschaft wächst.

Die Definition des Anlageziels

Interessiert man sich für Aktien, weil man zu dem Ergebnis gekommen ist, mit sicheren Produkten nicht mehr glücklich zu werden, da Tages- wie Festgeld für keine Gewinne mehr sorgen, so ist es wichtig, dass zu Beginn das sogenannte Anlageziel definiert wird. Man sollte nämlich nicht irgendwelche Aktien kaufen und hoffen, dass sie im Wert steigen, sondern einen Plan entwerfen, der mit der Frage beginnt, was man sich überhaupt von dem Investment erwartet.

Wie viel Geld steht zur Verfügung?

Als Einsteiger sollte man zu Beginn eher kleinere Beträge in Aktien investieren.

Wichtig ist, dass zudem nur jenes Kapital investiert wird, das kurzfristig auch nicht benötigt wird. Bewegen sich die Märkte nämlich in die falsche Richtung, so muss in weiterer Folge nicht mit Verlust verkauft werden, da das Geld dringend – etwa für eine Autoreparatur – benötigt wird.

Der Wertpapierhandel auf Kredit ist zudem ebenfalls nicht zu empfehlen.

Chancen- oder sicherheitsorientiert?

Welches Risiko möchte man überhaupt eingehen? Investiert man in Aktien, so muss man sich bewusst sein, dass es auch immer wieder zu Kursrückgängen kommen kann. Da Aktienkurse Schwankungen unterliegen, können aus den investierten 5.000 Euro auf einmal 8.000 Euro oder 3.000 Euro werden.

Welche Rendite soll erzielt werden?

Zu Beginn geht es auch darum, dass man festlegt, welche Rendite mit dem Investment erzielt werden soll. Das heißt, in welchem Zeitraum soll welcher Gewinn realisiert werden? Wichtig ist, dass man auf eine  langfristige Rendite  setzt. Realistisch sind, bei einem mehrjährigen Anlagehorizont, 5 Prozent bis 10 Prozent/Jahr.

Die Eröffnung des Depots

Wer Aktien kaufen oder verkaufen will, der braucht ein sogenanntes Aktien- oder auch Wertpapierdepot. Ein derartiges Depot kann bei der Filialbank (Hausbank) oder auch bei einem Online-Broker eröffnet werden. In dem Depot wird folendes verwahrt und verwaltet:

  • die gekauften Aktien,
  • Zertifikate und
  • Fonds.

Hinweis: Zu beachten ist, dass es noch immer Banken gibt, die eine Gebühr berechnen – ganz egal, ob der Anleger mit Wertpapieren handelt oder nicht. Derartige Depotführungs- wie Verwaltungskosten liegen im Bereich der 30 Euro/Jahr. Dabei handelt es sich aber um Kosten, die problemlos vermieden werden können. Es gibt genügend Anbieter, die kostenlose Depots zur Verfügung stellen.

Ein gutes Beispiel dafür ist der online Broker eToro. Als einer der beliebtesten und größten Broker können Anleger hier nicht nur in Aktien, sondern auch in

  • Kryptowährungen, etoro Logo
  • EFTs,
  • Devisen oder
  • Indizes investieren.

Durch die sogenannte Social Trading Funktion wird vor allem Anfängern der Einstieg in die Vermögensanlage vereinfacht. Dies bedeutet, sie können einer Vielzahl von Experten folgen und deren Verhalten und Schritte am Markt nachahmen. Somit können sie von deren Wissen profitieren und unter geringem Risiko selbst Erfahrungen sammeln.

Eine Depoteröffnung ist bei eToro innerhalb weniger Minuten abgeschlossen:

Schritt 1: Anmeldung

Für die Anmeldung muss man einfach auf der Startseite von eToro auf „Registrieren“ klicken und die entsprechenden persönlichen Daten, wie E-Mail-Adresse und Name eingeben.

Danach landet man auf der Plattform. Hier gibt es beispielsweise eine Watchlist, den News Feed und auch das Portfolio. Mit dem Quick-Link kommt man auf die Märkte und kann Personen sowie auch CopyPortfolios auswählen.

Schritt 2: Konto Verifizierung

Wer mit dem Handel beginnen und die erste Einzahlung vornehmen möchte, der muss zuerst sein Konto verifizieren.

Dazu müssen als erstes persönlichen Daten abgefragt und in weiterer Folge Wirtschaftsprofil erstellt werden. Hier wird der Trader nach etwaigen Erfahrungen befragt.

Nun wird noch ein Lichtbildausweises und auch ein Dokument oder eine Rechnung hochgeladen, auf der sich die Adresse befindet, sodass auch der Adressnachweis erbracht werden kann.

Schritt 3: Einzahlung

Nun kann die Einzahlung vorgenommen werden. Der Mindestbetrag liegt dabei bei 250 Euro.

Hierfür stehen diverse Einzahlungsmethoden, wie beispielsweise

  • Kreditkarte,
  • PayPal,
  • Überweisung,
  • Skill,
  • Neteller oder
  • Giropay zur Verfügung.

Erst dann kann das Konto ganz ohne Einschränkungen genutzt werden.

76% der Konten von Privatanlegern verlieren Geld, wenn sie CFDs von diesem Anbieter handeln. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

In welche Aktiengesellschaften sollte man investieren?

Ist das Anlageziel definiert und wurde zudem auch schon ein Depot eröffnet, so geht es nun darum, welche Aktien man kaufen soll.

All jene, die eine kluge Anlagestrategie verfolgen, werden auch langfristig erfolgreich sein. Natürlich hängt die Frage, in welche Aktiengesellschaften man investieren soll, auch von der eigenen Risikoneigung ab:

Sicherheitsorientierter Anleger: Mischfonds oder Anleihen
Chancenorientierter Anleger: Aktienfonds oder Einzeltitel

Wichtig ist, dass der Einsteiger, wenn er sein Geld in Aktien investiert, Value- und auch Wachstums-Aktien kauft.

Natürlich spielt auch die Diversifikation, also die Risikostreuung, eine wesentliche Rolle. Aus diesem Grund setzt ein erfahrener Anleger nie das gesamte Geld auf eine einzige Karte (oder in diesem Fall: auf eine Aktiengesellschaft), sondern erwerben Anteilsscheine von mehreren Unternehmen, die aus verschiedenen Regionen/Ländern wie Branchen sind. Das heißt, so kann man  etwaige Verluste einzelner Titel mit Gewinnen ausgleichen die aus anderen Wertpapieren-Investments erzielt werden.

Investiert man in Unternehmen, die ausschließlich in Wachstumsmärkten aktiv sind, dabei spricht man von sogenannten Wachstumsaktien, so sind diese in der Regel ausgesprochen lukrativ, da derartige Aktiengesellschaften oftmals die Gewinne stark in die Höhe jagen können. Natürlich haben hohe Gewinne immer einen positiven Einfluss auf den Aktienkurs.

Hinweis: Jedoch darf man an dieser Stelle nicht außer Acht lassen, dass sogenannte Wachstumsaktien aber durchaus riskanter als „Value-Aktien“ sind.

Bei „Value-Aktien“ handelt es sich um Anteilsscheine von etablierten Unternehmen, die in stabilen Märkten daheim sind und seit Jahren zu den Marktführern gehören. Auch wenn derartige Aktien nicht so chancenreich sind, so ist das Verlustrisiko aber geringer. Zudem bieten Value-Aktien oftmals auch weitaus höhere Dividendenzahlungen als sogenannte Wachstumsaktien.

Informationen einholen

Wer sein Vermögen mit Aktien langfristig steigern will, der sollte die Investments mit Sorgfalt auswählen und sich auch intensiv mit folgenden Themen auseinandersetzen:

  • dem Unternehmen,
  • den Zielen und Plänen,
  • vergangene Projekte

Bevor man nämlich in eine Aktiengesellschaft investiert, sollte man immer Informationen einholen. Auch Benjamin Graham, George Soros, Warren Buffet und Peter Lynch, die wohl erfolgreichsten Investoren auf unserem Planeten, haben immer wieder betont, dass sie nur in Unternehmen investieren, deren Geschäfte sie auch verstehen sowie nachvollziehen können.

Holt man Informationen ein und bemerkt, dass das Geschäftsmodell undurchsichtig ist oder man nicht nachvollziehen kann, so sollte man besser die Finger davon lassen.

Anfängerfehler können Geld kosten

Zahlreiche Einsteiger begehen, wenn es darum geht, in Aktien zu investieren, denselben Fehler:  Man investiert eine bestimmte Summe in ein einziges Wertpapier – in diesem Fall in eine sehr spekulative Aktie. 

Natürlich kann das gut gehen, doch in fast allen Fällen entwickelt sich das Papier nicht so wie gewünscht. Anfänger sollten das Einzelwertrisiko immer vermeiden, da eine negative Unternehmensnachricht schon dafür sorgen kann, dass ein zweistelliger Verlust verbucht werden muss. Man sollte, wie schon erwähnt, nie sein ganzes Erspartes auf eine Karte setzen. Nur dann, wenn man das Risiko streut, wird man mitunter auch Erfolge feiern – also Gewinne verbuchen – können.

Anfänger sollten zu Beginn eher kleinere Beträge investieren und sich erst mit der Zeit, also wenn sie der Meinung sind, ein Gefühl für den Markt bekommen zu haben, für spekulative Aktien interessieren.

Tipp: Zu Beginn kann man eine Watchlist mit Papieren füllen, die mitunter erfolgversprechend sind. Beobachtet man sodann die spekulativen Aktien, so wird man relativ bald einschätzen können, ob man ein Gefühl dafür hat oder mitunter noch etwas Erfahrung sammeln sollte.

Der Handelsplatz

Die Anlagestrategie wurde definiert, das Depot eröffnet und zudem auch geklärt, in welche Aktiengesellschaften investiert werden soll? Nun geht es um die Frage nach dem richtigen Handelsplatz. Gibt man nämlich in der Handelsmaske des Brokers die sogenannte Wertpapierkennnummer (ISIN oder WKN) ein, so findet man nicht nur das gewünschte Papier, sondern wird auch mit der Frage konfrontiert, über welche Börse gekauft werden soll. In Deutschland stehen hier beispielsweise

  • die Börse Frankfurt,
  • das XETRA-System oder
  • ein paar Regionalbörsen – so beispielsweise Berlin, Düsseldorf, Hamburg oder auch Stuttgart – zur Verfügung.

Heute können einige Wertpapiere aber auch im sogenannten außerbörslichen Direkthandel gekauft wie auch verkauft werden.

  • Somit spart man sich als Anleger die Börsengebühren sowie auch die Maklercourtage.
  • Zudem muss man auch nicht darauf warten, bis der Auftrag an der Börse ausgeführt wurde.

Das Prinzip ist ausgesprochen einfach:

 1. Der Anleger stellt in der Ordermaske des Online-Brokers eine Preisanfrage – so etwa für 30 Stück ADIDAS-Aktien.
2. Nun wird der Handelspartner der Depotbank den unverbindlichen Kauf- oder auch Verkaufspreis mitteilen.
3. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Kurse relativ schnell ändern können, hat der Anleger sodann nur ein paar Sekunden Zeit, um dem Angebot zustimmen zu können. Wird nicht zugestimmt oder auch von Seiten des Anlegers abgelehnt, kann danach eine neue Preisanfrage gestellt werden.

Optionsscheine wie Zertifikate können zudem ebenfalls direkt bei der emittierenden Bank gehandelt werden. Jedoch nur, wenn die Depotbank auch den außerbörslichen Direkthandel mit dem Emittenten anbietet.

Auch bei der Frage, über welchen Handelsplatz Aktien gekauft werden sollen, geht es darum,  dass keine allzu hohen Gebühren anfallen. Für den Wertpapierhandel sind vor allem folgende Kostenpunkte von Bedeutung:

  • das geplante Volumen,
  • die Vermittlungsprovision des Maklers (Courtage) und
  • der Spread, das ist die Differenz zwischen dem An- wie Verkaufskurs.

Handelt es sich um einen Nebenwert mit einem geringen Handelsvolumen, so sollte darauf geachtet werden, dass das Wertpapier vom gewählten Handelsplatz auch rege gehandelt wird, sodass ein marktgerechter Preis angeboten wird.

Entscheidet man sich für den außerbörslichen Direkthandel außerhalb der regulären Börsenzeiten, so sollte man besonders vorsichtig sein – aufgrund der Tatsache, dass der Direkthandelspartner hier ein höheres Risiko hat, sind die Spreads wesentlich höher als zu den regulären Börsenzeiten.

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Muss man Angst vor Kursschwankungen haben?

Natürlich besteht die Möglichkeit, dass die Aktienpreise über die Jahre hinweg viel schneller als die Gewinne steigen – auch der umgekehrte Fall ist möglich. Blickt man auf das Ende der 1990er Jahre zurück, als die Aktienkurse nach oben geschossen sind, während die Gewinne der Unternehmen nur langsam stiegen, kam es zu einer Überbewertung an den Börsen. Es folgte der zu erwartende Einbruch – in diesem Fall spricht man auch von einer Korrektur.

Aber auch die Zinsentwicklung hat einen Einfluss auf die Aktienkurse. Den wohl mit Abstand größten Einfluss haben nämlich die Notenbanken, die mit der Geldpolitik das Zinsniveau beeinflussen. Sinken die Zinsen, so steigen die Aktienkurse.

Der Einfluss von Zinsen auf Aktienkurse
Der aktuelle Wert der demnächst auszuschüttenden Gewinne steigt – das macht die Aktien somit attraktiver. Zudem wirken Aktien auch lukrativer als Tages- wie Festgeld, da niedrige Zinsen dafür sorgen, dass hier niedrigere Gewinne erzielt werden können. Wer sich heute mit den traditionellen Produkten, so etwa dem Tages- wie Festgeld oder auch dem Sparbuch, auseinandersetzt, der wird schnell feststellen, dass es keine attraktiven Guthabenzinsen mehr gibt. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat derartige Veranlagungen also absolut unattraktiv werden lassen. Vor allem kommt es zum realen Geldwertverlust, da die Inflation – also die Teuerungsrate – wesentlich höher als die angebotenen Zinssätze sind. Steigende Zinsen sorgen hingegen dafür, dass die Aktienkurse nachgeben.

Aber auch die Stimmungsindikatoren und Konjunkturdaten haben einen Einfluss auf die Aktienkurse. Tagtäglich werden Wirtschaftsdaten veröffentlicht, die zum Teil natürlich der Grund sind, warum es zu Kursschwankungen kommen kann. Zu den relevanten Faktoren zählen:

  • die Arbeitsmarktentwicklungen,
  • die Kauflaune der Verbraucher,
  • das Investitionsverhalten der Unternehmen,
  • der private Konsum.

Zudem darf das sogenannte Herdenverhalten nicht unterschätzt werden. An den Börsen kommt es immer wieder zu Trends, die natürlich auch einen Einfluss auf die Aktienkurse haben können. Gegen Ende der 1990er Jahre waren es Internet- wie auch Technologieunternehmen – doch derartige Trends sind immer nur Zwischenepisoden. Das heißt, nach dem Aufstieg folgt der Fall.

Aber auch die Stimmung der Anleger spielt eine tragende Rolle. Erinnert man sich etwa an das Jahr 2008, als richtig schwarze Gewitterwolken an den Märkten aufzogen, so hatten viele Anleger plötzlich die Angst, ihr gesamtes Geld, das in die Aktien gesteckt wurde, zu verlieren. Plötzlich verkaufte man seine Papiere und steckte das Geld in sichere Anlagen. Derartige Panikverkäufe drücken natürlich auch die Kurse – mitunter kommt es zu einer kaum aufzuhaltenden Talfahrt. Anders hingegen, wenn sich die Sorglosigkeit breit macht – schlagen immer mehr Investoren zu, so treibt das natürlich die Kurse nach oben.

Aber auch Regierungen, die ja wirtschaftliche Rahmenbedingungen schaffen, haben einen Einfluss auf Aktienkurse. So können neue Verordnungen wie auch Gesetze positive wie natürlich auch negative Auswirkungen auf die Aktienkurse haben.

Die Liberalisierung der Finanzmärkte kann hier als gutes Beispiel herangezogen werden. Hier profitierten die internationalen Banken – der Börsenwert der Banken nahm sodann, verglichen mit dem Gesamtwert, viel stärker zu. Wegen der Finanzkrise wurde das Rad von der Politik jedoch wieder zurückgedreht. Heute ist die Bankenbranche der Meinung, es herrsche eine zu strenge Regulierung. Die Kurse diverser Institute entwickelten sich im Zuge der strengeren Regeln schlechter als der Gesamtmarkt.

Die Risikostreuung

Die Gefahr, dass in einer Region oder auch weltweit die Aktienkurse fallen, wird als Marktrisiko bezeichnet.

Zudem kommt noch das nicht zu unterschätzende Unternehmensrisiko hinzu. Das heißt, ein Managementfehler kann sehr wohl auch zu einer geringen Gewinnentwicklung führen, sodass die Aktienkurse in den Keller wandern – aber auch eine Unternehmenspleite kann als nicht zu unterschätzendes Unternehmensrisiko gewertet werden.

Derartige Gefahren können von den Anlegern aber relativ leicht ausgeschaltet werden. Investiert man nämlich in diverse Firmen, die in unterschiedlichen Branchen daheim sind und zudem aus verschiedenen Ländern kommen, so spielt es kaum eine Rolle, wenn es bei einer Aktiengesellschaft nicht nach Wunsch läuft. Der Verlust wird nämlich durch die Gewinne anderer Aktiengesellschaften ausgeglichen.

Merke: Mit der richtigen Diversifikation, also der Risikostreuung, kann somit eine durchaus attraktive Durchschnittsrendite erzielt werden.

Jedoch muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass das Marktrisiko – verglichen mit dem Unternehmensrisiko – nicht ganz so einfach ausgeschaltet werden kann. Der Anleger kann das Risiko nur reduzieren, wenn er auch sein Geld auf sichere Anlagen, so etwa auf das Tages- wie Festgeld, verteilt. Zudem sind auch Anleihen wie Immobilien- oder auch Rentenfonds interessant. Man sollte daher nicht das gesamte Ersparte in Aktien stecken, sondern auch  Teile des Vermögens auf sichere Anlagen  aufteilen.

Gibt es den richtigen Zeitpunkt?

Eine Frage, die immer wieder aufkommt, befasst sich mit dem richtigen Zeitpunkt – also wann sollte man Aktien kaufen? Doch gibt es überhaupt einen richtigen Einstiegs- oder auch Ausstiegszeitpunkt? Nein. Man kann nie den perfekten Moment vorhersagen, wann man Aktien kaufen soll – zudem weiß man auch nie, wann der perfekte Zeitpunkt gekommen ist, um die Papiere wieder zu verkaufen. Der richtige Zeitpunkt wird, trotz Berücksichtigung diverser Berechnungen, oft nur mit etwas Glück erwischt.

Geht es um den richtigen Einstiegszeitpunkt, so kann man sich zu Beginn einmal mit den diversen Wirtschaftsindikatoren befassen, die durchaus Signale für bevorstehende Kursentwicklungen sein können. Dazu gehörenbeispielsweise:

  • Leistungsberichte zu der wirtschaftlichen Situation eines Landes (beispielsweise BIP-Zahlen),
  • Ölpreisentwicklung,
  • Inflationsrate,
  • EZB-Zinsentwicklung.

Zu den wichtigsten Methoden, damit man einen guten Zeitpunkt findet, um Aktien zu kaufen, gehören die Technische Analyse sowie die Fundamentalanalyse.

Bei der Technischen Analyse werden zurückliegende Kursentwicklungen eines Index oder einer Aktie herangezogen. Je nach Strategie oder Methode sind hier zahlreiche Signale oder Muster von Bedeutung. In der Regel analysiert man bei der Technischen Analyse die Charts, sodass auch immer wieder von der „Charttechnik“ oder „Chartanalyse“ gesprochen wird.

Bei der Fundamentalanalyse befasst man sich hingegen nur mit den fundamentalen Daten des Unternehmens. Dabei will der Anleger herausfinden, ob es sich lohnt, in das Unternehmen zu investieren. Besonders interessant ist hier das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie (kurz: KGV). Das KGV hilft etwa, wenn es darum geht, günstige Anteilsscheine aufzuspüren.

Verluste muss man begrenzen, Gewinne hingegen laufen lassen

Während ein Trader schnelle Rendite erzielen will, möchte der Investor langfristig in ein erfolgreiches Unternehmen investieren – er will an der Erfolgsgeschichte teilhaben und kauft deshalb Aktien. Jedoch ist es wichtig, dass man langfristige Investments auch immer wieder hinterfragt, sofern man feststellt, dass keine Erfolge verbucht werden können oder sich der Aktienkurs seit geraumer Zeit in einer nicht enden wollenden Abwärtsspirale befindet.

Der erfahrene Aktionär agiert nach dem alten Börsenmotto:

„Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen“.

Jedoch macht die Psychologie hier oft einen Strich durch die Rechnung. Viele Anleger realisieren Handelsgewinne schon nach sehr kleinen Kurszuwächsen – es wird also viel zu früh verkauft.

Kommt es hingegen zu Kursverlusten, so wird oft nicht verkauft, weil man hofft, dass das Papier irgendwann wieder in der Nähe des Einstandskurses landen wird. Immer wieder müssen dann extrem hohe Verluste verbucht werden.

Wie empfehlenswert sind Fonds oder auch passive Investments?

Beim Wertpapierhandel sollte man auch auf Investmentfonds sowie auch auf passive Investments, dazu gehören Indexzertifikate oder auch ETFs, setzen. Vor allem dann, wenn ein langfristiger Vermögensaufbau geplant wird, sind Wertpapiere die Alternative schlechthin, weil hier mit einem einzigen Investment eine doch sehr breite Risikostreuung erreicht werden kann.

Tipp: Der erfahrene Anleger wird nicht in den nächstbesten Fonds investieren, sondern natürlich im Vorfeld Informationen einholen und Vergleiche anstellen. Profis achten hier vor allem auf das sogenannte Fondsmanagement, berücksichtigen überdurchschnittliche Kursentwicklungen und achten auch auf geringe Schwankungsbreiten.

Wer hingegen in einen Index, so etwa den deutschen DAX, investieren will, der sollte sich für Exchange Traded Funds (kurz: ETFs), also börsengehandelte Indexfonds, entscheiden. Hier wird der gewählte Index 1 zu 1 nachgebaut – bei dieser Variante braucht man auch keinen aktiven Fondsmanager. Während bei Investmentfonds, die aktiv gemanagt werden, immer das Ziel im Vordergrund steht, den Markt schlagen zu wollen, will man bei passiven Investments nur so gut wie der Index abschneiden.

76% der Konten von Privatanlegern verlieren Geld, wenn sie CFDs von diesem Anbieter handeln. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

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About the Author:

Julia Koch

Seit meinem Studium der BWL interssiere ich mich für die Themen Digitalisierung und Investments und schreibe als freie Autorin unter anderem auf coincierge.de darüber.