Wie man in Anleihen investiert

Wie man in Anleihen investiert
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„Wer gut essen möchte, der kauft Aktien. Wenn man aber seine Nerven schonen will, dann investiert man besser in Anleihen“. Ein Zitat von Börsenaltmeister André Kostolany, der damit schon recht gut zum Ausdruck bringt, dass Anleihen auch den sicherheitsorientierten Anlegern empfohlen werden können.

Doch worauf ist zu achten, wenn man sich für die festverzinsten Wertpapiere entscheidet?

Ziele einer Anleiheninvestition

Zu Beginn geht es um die Frage, welche persönlichen Ziele verfolgt werden. Am Ende stehen, sofern man sich für Anleihen interessiert, nur zwei Möglichkeiten zur Verfügung – hohe Rendite durch ein riskantes Traden oder mehr Sicherheit, weil man sich für eine langfristige Veranlagung entschieden hat.

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 Hohes Risiko = hohe Gewinne 

Handelt man Anleihen über die Börse, so können die diversen Kursschwankungen der Anleihe und auch die Entwicklungen des Marktzinssatzes zum Vorteil für den Trader genutzt werden. Wer sich selbst als chancenorientiert beschreibt und binnen kürzester Zeit Gewinne einfahren will, der sollte sich also näher mit dem Thema auseinandersetzen. Zu beachten ist, dass risikoreiche Anleihen aber fast immer nur von Emittenten mit einer sehr geringen Bonität ausgegeben werden.

 Geringes Risiko = geringere Gewinne 

Anleihen haben den Ruf einer risikoarmen Kapitalanlage – das ist auch, mit ein paar Ausnahmen, absolut richtig. Sie werden vorwiegend dann empfohlen, wenn es darum geht, das Risiko des Aktiendepots zu reduzieren. Das heißt, man will mit den Anleihen keine höheren Renditen erzielen, sondern sich risikoarme wie auch langfristige Komponente in das Portfolio integrieren, sodass dieses an Stabilität gewinnt. Während sich hinter risikoreichen Anleihen Emittenten mit einer geringen Bonität befinden, ist es hier jedoch wichtig, dass man darauf achtet, dass die Anleihen von einem seriösen Emittenten ausgegeben wurden.

Was macht Anleihen so außergewöhnlich?

Befasst man sich noch einmal kurz mit dem Zitat von André Kostolany, so kann ihm nur zugestimmt werden. Während sich der Aktionär oft mit diversen Schwankungen befassen muss, die den Wert seines Depots einmal in die Höhe schießen und dann wieder nach unten fallen rutschen lassen, kann der Anleihekäufer fast immer entspannt auf das Geschehen blicken und sich über die Zinszahlungen freuen. Doch was macht eine Anleihe überhaupt so besonders?

Bei Anleihen handelt es sich um Schuldverschreibungen. Mitunter werden Anleihen auch wie folgt bezeichnet:

  • Rentenpapiere,
  • Obligationen oder
  • verzinsliche Wertpapiere.
Welche Funktion haben Anleihen?
Von der Begriffsvielfalt sollte man sich aber keinesfalls verwirren lassen. Doch wichtiger als der Begriff ist die Funktion der Papiere: Hat man eine Anleihe erworben, so wird dem Herausgeber der Anleihe ein Kredit gewährt. Dafür bekommt man Zinsen und, sofern alles nach Plan läuft, am Ende der Laufzeit auch das Kapital zurück. Der Kredit wurde sodann also getilgt.

Abhängig von der ausgebenden Stelle, kann es sich entweder

1. Um eine Unternehmensanleihe (Corporate Bond) oder auch
2. Um eine Staatsanleihe (Government Bond) handeln.

Zudem gibt es, abhängig von der Zahlungskraft (Bonität), auch noch:

  • Sehr sichere Anleihen,
  • Hochspekulative Anleihen oder auch
  • Anleihen für chancenorientierte Anleger.

Am Ende muss man sich übrigens nicht selbst um die Auswahl der passenden Anleihen kümmern. Kauft man einen Anleihefonds, so übernimmt die Entscheidung, welche Anleihen gekauft werden, der Fondsmanager. Der Vorteil? Mit dem Renten- bzw. Anleihefonds investiert man mit einem einzigen Papier in gleich viele Anleihen, sodass das Einzelwertrisiko und in weiterer Folge das Anlagerisiko gesenkt werden können.

Gebühren der Anleiheninvestition

Am Ende spielt es jedoch  keine nennenswerte Rolle, ob man als Fondssparer selbst einzelne Anleihen kauft oder mitunter auf Rentenfonds setzt.  Vor allem dann, wenn man sich im Anleihebereich aufhält, kommt die seit Jahren bewährte Kaufmannsregel zum Zug:

„Im Einkauf liegt der Gewinn.“

Da die Gewinne, verglichen mit Aktienanlagen, jedoch geringer ausfallen, ist es wichtig, dass man immer einen Blick auf die Order- wie Transaktionskosten wirft.

Somit sollte man, bevor man Anleihen erwirbt, auch im Vorfeld ein Bild über die möglichen Gebühren machen, die anfallen können. Je höher die Gebühren sind, umso geringer fällt der Gewinn aus.

Auch für sicherheitsorientierte Anleger interessant

Bei einer Anleihe handelt es sich um eine ausgesprochen sichere Geldanlage. In der Regel fallen Kursveränderungen, die immer wieder beobachtet werden können, aber moderater als bei den Aktien aus. Das ist auch der Grund, warum sich sicherheitsorientierte Anleger in der Regel für Anleihen und gegen Aktien entscheiden. Die Anleger können sich auch, anders als bei den festverzinslichen Wertpapieren, schon vor der Fälligkeit bzw. dem Laufzeitende von der Anleihe trennen – in diesem Fall muss das Papier nur über die Börse verkauft werden.

  • Fakt ist, dass Anleihen, die von seriösen Schuldnern ausgegeben werden, eine durchaus interessante Alternative zu der Festgeld-Anlage darstellen.

Schlussendlich sind die traditionellen Finanzprodukte, so etwa das Tages- wie Festgeld oder auch das Sparbuch, unattraktiv geworden – und weil in naher Zukunft kein Ende der Niedrigzinspolitik zu erwarten ist, braucht es eben auch für sicherheitsorientierte Anleger eine Alternative.

Möchte man also kein hohes Risiko eingehen, jedoch dennoch eine bessere Verzinsung als beim Tages- oder Festgeld, so scheinen Anleihen eine durchaus interessante Option darzustellen.

Wer ist der Schuldner?

Besonders spannend wird es dann, wenn es um die Wahl des Schuldners –  des Emittenten – geht:

Leiht man sein Geld einem zahlungskräftigen Staat, so etwa der Bundesrepublik Deutschland, so bekommt man nur einen niedrigen Zinssatz geboten.

Besonders empfehlenswert sind die Bundesanleihen, also die deutschen Staatspapiere, etwa dann, wenn der sicherheitsorientierte Anleger kurzfristig sein Geld parken möchte.

Rentabler ist hier das Feld der Unternehmensanleihen. Je nach Bonität bieten die Unternehmen relativ interessante Renditen, die – auch bei einem noch überschaubaren Risiko – mit einem wesentlich höheren Zinssatz als die Bundesanleihen ausgestattet sind. Aber wie ist es möglich, die Chancen wie Risiken der Unternehmensanleihe zu beurteilen?

Die Beurteilung der festverzinslichen Wertpapiere

Anleihen sind, das wird sogar der Laie relativ schnell bemerken, einfach zu verstehen. Mit den grundlegenden Kennziffern wird ein souveräner Einblick in die Risiken wie Chancen des Papiers erlaubt. Doch welche Kennzahlen sind besonders von Bedeutung?

Der Kupon

Die klassische Anleihe verspricht regelmäßige Zinszahlungen.  Die Höhe wird Kupon genannt. 

Jedoch muss an dieser Stelle gesagt werden, dass der Kupon aber nichts mit der Rendite zu tun hat – leider wird das von vielen Einsteigern aber verwechselt. Der Unterschied?

Der Kupon sowie auch die Zinstermine stehen von Anfang an fest – das heißt, abgesehen von exotischen Ausnahmen, wird sich während der Laufzeit nichts verändern.

Die Rendite hängt jedoch mit dem Börsenkurs zusammen – und hier weiß man, dass es immer wieder zu Schwankungen kommen kann.

Steigt also der Kurs der Anleihe, so wird das Wertpapier teurer – die Rendite sinkt. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein: Fällt der Anleihekurs, so steigt die Rendite.

Der Grund ist relativ schnell erklärt: Man muss dann einen geringeren Geldbetrag aufwenden, damit in der Zukunft stets derselbe Kupon erhalten wird.

Die Nullkuponanleihen

Die Nullkuponanleihen, die man auch als Zerobonds bezeichnet, stellen eine eigene Spezies dar. Eine derartige Anleihe heftet nämlich keinen Kupon an, sodass es gar nicht zu einer jährlichen Zinszahlung kommt. Stattdessen erfolgen Rück- wie Zinszahlungen zur Fälligkeit der Anleihe.

Nullkuponanleihen notieren an der Börse zu extrem niedrigen Kursen und haben zudem auch noch eine geringere Restlaufzeit. Das sogenannte Zins-Äquivalent ergibt sich aus der Differenz zwischen dem erhöhten Tilgungspreis und dem niedrigen Ausgabekurs.

Wichtig ist, dass man beim Anleihekauf auch immer einen Blick auf den Börsenumsatz wirft. Geringere Umsätze sind nämlich dahingehend eine Gefahr, da die Order so zu einem recht ungünstigen Kurs ausgeführt wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man stets  mit Limit kauft  – im besten Fall bei einem Broker, der für das Setzen, Streichen oder Ändern des Limits keinerlei Gebühren verlangt.

Floater anstelle des Festkupons

In den letzten Jahren sind diverse Anleihe-Variationen auf den Markt gekommen. Etwas älter ist der sogenannte „Floater“. In diesem Fall variiert der Herausgeber den Kupon.

Das heißt, es gibt Anleihen, deren Kupon an die jährliche Inflation, die Teuerungsrate, gebunden ist.

Derartige Wertpapiere, die auch als Inflation-Linked-Notes bezeichnet werden, kann man erwerben, sofern man glaubt, die Inflation wird steigen. Aufgrund der Tatsache, dass der Kupon dann ebenfalls steigt, kann der Kaufkraftverlust, der durch die Inflation entsteht, abgewendet werden.

Die Rendite

Eine Kennzahl, die in Prozent angegeben ist, verrät dem Anleger, die hoch die jährlich zu erwartende Rendite ist. In die Berechnung fließen unter anderem:

  • Die Laufzeit der Anleihe,
  • Der Kaufkurs,
  • Die Höhe der Zinszahlungen sowie
  • Der Rückkaufkurs ein.

Zu beachten ist jedoch, dass die Renditeberechnung unterstellt, dass die Anleihe auch bis zu der Fälligkeit gehalten wird.

Zudem muss berücksichtigt werden, dass die Renditeerwartung davon abhängt, wie lange die Restlaufzeit ist und wie es um die Finanzkraft des Unternehmens bestellt ist.

Eine lange Laufzeit und eine geringe Finanzkraft lassen die Renditeerwartung in die Höhe schießen – eine kurze Laufzeit und eine starke Finanzkraft würden nur einen geringen Gewinn ermöglichen.

Der Nominalwert des festverzinslichen Papiers

Der Nominalwert bzw. der Nennwert gibt dem Anleger jenen Wert an,  zu dem er am Ende das Kapital zurückerhält.  Der Nennwert fast aller Anleihen liegt bei 1.000 Euro.

Der Nennwert bildet zudem auch gleich die Mindeststückelung beim Anleihekauf. 50.000 Euro oder 100.000 Euro sind weitere gebräuchliche Nennwerte, scheiden aber aufgrund der Höhe für zahlreiche Privatanleger aus.

Der Kurswert

Der Kurswert ist der sogenannte Börsenkurs der Anleihe. Dieser wird aber nicht in Euro und/oder Cent angegeben, sondern immer in Prozent des Nennwerts.

  • Notiert das Papier also bei 100 Prozent, so entspricht das in weiterer Folge dem Nennwert. Dieser Umstand wird vom Experten als „zu pari“ bezeichnet.
  • Befindet sich der Börsenkurs unter dem Nennwert, so redet man in weiterer Folge von „unter pari“.
  • Von „über pari“ wird dann gesprochen, wenn sich der Börsenkurs über dem Nennwert befindet.

Die Laufzeit

Bei fast allen Anleihen steht schon bei der Herausgabe fest, wie lange die Laufzeit sein wird – es gibt also einen im Vorfeld bestimmten Tilgungstermin. Das ist deshalb von Vorteil, da Anleihen so zu einem sehr angenehmen wie auch gut planbaren Investment werden.

Wie bereits erwähnt, hat die Laufzeit natürlich einen Einfluss auf den Gewinn: Je kürzer die Restlaufzeit ist, desto geringer ist das Risiko – das heißt, hier darf man sich am Ende also über keinen hohen Gewinn freuen.

Das Rating berücksichtigen

Bei einer Anleihe handelt es sich im Kern um einen an der Börse gehandelten Kredit. Das bedeutet in weiterer Folge, dass die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers, also dem Herausgeber der Anleihe, eine entscheidende Bedeutung zukommt.

Um sicher zu sein, dass es sich um einen seriösen wie vertrauensvollen Kreditnehmer handelt, muss die Bonität ermittelt werden – das muss man jedoch nicht selbst, sondern das erledigen Kredit- wie auch Ratingagenturen. Ob Standard & Poor’s, Creditreform, Moody’s oder auch Fitch – sie befassen sich mit den Herausgebern der Anleihen und vergeben sodann das Ratingsymbol.

RatingBedeutung
AAA Beste Qualität, höchste Sicherheit.
AA+ / AA / AA-Hohe Sicherheit für Tilgung und Zinszahlung.
A+ / A / A-Es liegt eine angemessene Qualität bei zahlreichen günstigen Eigenschaften vor, sofern die Wirtschaftslage gleich bleibt.
BBB+ / BBB / BBB-Mittlere Qualität mit spekulativen Elementen.
BB+ / BB / BB-Spekulative Elemente; Tilgung wie Zinszahlung sind, sofern sich das Wirtschaftsumfeld ändert, nicht mehr sicher.
B+ / B / B-Spekulativ; ausgesprochen hohes Risiko. Die Zahlungserwartung ist, auf lange Sicht gesehen, gering.
CCC+ / CCC / CCC-Sehr niedrige Qualität; der Herausgeber der Anleihe befindet sich bereits in finanziellen Schwierigkeiten
CCHochspekulativ. Tilgung wie Zinszahlung sind wenig wahrscheinlich.
CHochspekulativ; ein sehr notleidender Titel.
DZahlungsunfähig; mitunter ist bereits auch schon ein offener Zahlungsausfall eingetreten.

Anleihe oder Rentenfonds?

Am Ende ist es keinesfalls eine Frage des guten Geschmacks, ob die Anleihen selbst ausgewählt oder die Auswahl einem Fondsmanager überlassen bleibt, der dafür eine Gebühr verlangt. Entscheidet man sich für Anleihefonds, so darf man sich freuen:

  • Man investiert bereits mit dem Kauf eines Fondsanteils in mehrere Anleihen. Diese als Diversifikation (Streuung) bekannte Strategie senkt zudem das Investment-Risiko. Vor allem auch dann, wenn der Fondsmanager Anleihen verschiedener Bonitäten, Regionen wie Laufzeiten in das Depot nimmt.

Möchte man höhere Renditen erzielen, so ist es wichtig, dass man die Auswahl wie auch die regelmäßige Anpassung einem Fondsmanager überlässt, der auch über eine langjährige Erfahrung verfügt.

Man sollte auch bei der Abwicklung kompromisslos sein – Rentenfonds sollten nur bei einer Depotbank gekauft werden, sofern günstige Ordergebühren und eine kostenlose Kontoführung garantiert werden.

Zudem sollte keinesfalls der Ausgabeaufschlag außer Acht gelassen werden – hier handelt es sich um einen ausgesprochen wichtigen Kostenfaktor.

Warum sind Fremdwährungsanleihen so anziehend?

Neben Anleihen, die in der Gemeinschaftswährung Euro notieren, gibt es auch Anleihen, die in Fremdwährungen notieren. Hier wird die Möglichkeit geboten, dass man auch  an Änderungen des Wechselkurses verdienen kann.  Jedoch ist hier zu berücksichtigen, dass es nicht nur eine Wechselchance gibt – selbstverständlich gibt es hier das sogenannte Währungsrisiko, das man keinesfalls unterschätzen sollte.

Eine US Dollar-Anleihe, die noch eine Restlaufzeit von einem Jahr hat, wird erworben. Der Kurs, der auch der Kaufkurs ist, liegt bei 96 Prozent. Der Kupon beträgt zudem 2 Prozent. Die Rendite beträgt, sofern die Anleihe zur Fälligkeit in einem Jahr getilgt wird, 6,25 Prozent. Stürzt der Kurs des US Dollar zum Euro aber um 3 Prozent ab, so bleibt am Ende nur noch die Hälfte der erwartenden Rendite.

Fakt ist: Fremdwährungsanleihen sind natürlich interessant, aber auch durchaus gefährlich – dies deshalb, weil nur schwer eingeschätzt werden kann, wie sich so manche Währungen entwickeln.

Das Zinsänderungsrisiko

Anleihen sind auch für chancenorientierte oder risikoaffine Anleger interessant. Dies deshalb, weil es das sogenannte Zinsänderungsrisiko gibt. Erkennt man die damit verknüpfte Chance, so entwickelt sich die Anleihe zu einem ergiebigen Betätigungsfeld für den Trader.

Wichtig ist, dass man die Anleihe  bis zum Laufzeitende, also bis zu der Tilgung, behält.  Potentiell renditeträchtiger und interessanter kann jedoch der Anleihetrade sein – das heißt, der Kauf und Verkauf der Anleihe findet vor der Fälligkeit statt. In diesem Fall nehmen vor allem die Marktkräfte einen extrem großen Einfluss auf den Kurs der Anleihe – allen voran der Marktzins, der unter dem Einfluss von Konjunktur und Notenbanken steht.

Die Zinsen fallen, die Kurse steigen

Immer dann, wenn der Marktzins fällt, steigt die Attraktivität der an der Börse befindlichen Anleihen und somit auch deren Börsenkurs. Wenn der Marktzins steigt, so sinkt die Anleihen-Attraktivität und in weiterer Folge auch der Börsenkurs.

Jedoch geht mit dem Näherkommen des Laufzeitendes eine magische Wirkung von Anleihen aus, sofern ein Rückzahlungskurs von 100 Prozent erreicht wird. Es sieht fast so aus, als würde der Anleihekurs dieser Marke förmlich schon entgegenstreben.

Lange Laufzeit und niedrige Kupons

Je länger die Restlaufzeit ist, desto stärker reagiert der Börsenkurs auf Änderungen des Marktzinses. Zu beachten ist, dass die nominelle Höhe der Kuponzahlung aber unberührt bleibt – so auch die Rückzahlung zu der Fälligkeit.

Schwankungen, die zwischendurch auftreten können, spielen für Langfristanleger aber keine große Rolle – wer ein aktiver Anleihe-Trader ist, der kann die Schwankungen aber auch gezielt für eine noch höhere Rendite nutzen.

Was versteht man unter dem Zinsänderungsrisiko?

Die Anleihe hat eine Restlaufzeit von zehn Jahren. Kapitalmarktzins und Kupon liegen aktuell bei je 2 Prozent. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass das festverzinsliche Papier bei 100 Prozent notiert. Möchte man jetzt 10.000 Euro anlegen, so muss man weder Ab- oder Aufgeld bezahlen. Mit dieser Summe kommt man eben „zu pari“ zum Zug.

Plötzlich klettert der Marktzins aber von 2 Prozent auf 3 Prozent. Auch wenn in diesem Fall der Kupon in der Höhe von 2 Prozent erhalten bleibt, so verringert sich aber der Wert der künftigen Erträge. Der Aktienkurs könnte auf unter 91 Prozent fallen – somit ein Minus von rund 10 Prozent verbuchen. Jedoch ist das Szenario auch umgekehrt möglich: Wäre der Marktzins von 2 Prozent auf 1,0 Prozent gesunken, hätte der Anleger einen Gewinn von 10 Prozent realisieren können.

  • Das Zinsänderungsrisiko kann aber auch ausgeschaltet werden. In diesem Fall einfach auf eine Anleihe mit variablem Kupon greifen, sodass die Reaktionen auf etwaige Änderungen des Marktzinses geringer ausfallen.

Was sind Wandelanleihen?

Bei Wandelanleihen handelt es sich um eine besondere Spezies, die jedoch nur ausgesprochen erfahrenen Anlegern empfohlen werden kann. Mit den sogenannten Convertible Bonds bekommt man nämlich noch etwas Aktienluft präsentiert.

Wandelanleihen können immer  zu einem bestimmten Kurs in Aktien getauscht werden  – fällt oder steigt der Kurs, so hat das natürlich auch Auswirkungen auf den Aktienkurs, in die die Wandelanleihe zuvor getauscht wurde.

Gibt es Alternativen?

Man kann, neben dem Erwerb einzelner Anleihen, auch in Anleihefonds oder auch in Anleihen-ETFs investieren. In diesem Fall erspart man sich als Anleger die konkrete Auswahl diverser Wertpapiere, wobei – wie bereits erwähnt – man die Aufgabe auch von einem Fondsmanager erledigen lassen kann.

Anleihen sind immer eine ausgesprochen interessante Wertpapierklasse – am Ende stellen sie immer eine Bereicherung für jedes einzelne Depot dar.

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About the Author:

Julia Koch

Seit meinem Studium der BWL interssiere ich mich für die Themen Digitalisierung und Investments und schreibe als freie Autorin unter anderem auf coincierge.de darüber.