Wallet absichern: Wie man Kryptowährungen sicher aufbewahrt

Wallets – die digitalen Geldbörsen – dienen als Aufbewahrungsort für Bitcoin, Ethereum und weitere Kryptowährungen. Ist die Handhabung von Wallets und die Kombination aus öffentlichem und privatem Schlüssel erlernt, können Bitcoin-Beträge in Sekunden weltweit verschickt werden, oder aber auch für längere Zeit aufbewahrt werden.

Jedoch hat sich eine Fülle von unterschiedlichen Wallet-Arten entwickelt: Desktop Wallet, Mobile Wallet, Hardware Wallet, Paper Wallet und Online Wallet. Egal, welche Wallet man verwendet – das Sicherheitsrisiko besteht.

Wie auch im normalen Leben gibt es digitale Taschendiebe, die es auf deine Wallets und enthaltene Kryptos abgesehen haben. Welche Art von Wallet du verwenden solltest und wie du jede Wallet absichern kannst, zeigen wir dir in diesem Beitrag.

Warum du deine Wallet absichern musst

Kryptowährungen wie Bitcoin sind eine revolutionäre Entwicklung, die auf der Blockchain-Technologie basieren. Neben der dezentralen Verwaltung durch einen Pool von Minern, ist es die Verschlüsselung und Verkettung von in Blöcken gespeicherten Transaktionsdaten und die daraus entstehende Unveränderlichkeit von Transaktionen, die als bahnbrechend verstanden werden können.

Es ist diese Eigenschaft der Unveränderlichkeit von Transaktionen, die sowohl Sicherheitsmerkmal und Sicherheitsrisiko zugleich darstellt.

Im klassischen Finanzsystem, wo Transaktionen zwischen Bankkonten abgewickelt werden, können Banken sofern notwendig diese Transaktionen wieder rückgängig machen. Bei Bitcoin (und allen anderen Kryptowährungen) geht das allerdings nicht – kein Wallet-Anbieter oder Krypto-Exchange kann eine Transaktion rückgängig machen. Dafür bedürfte es nämlich der Zustimmung von mehr als 50% aller Miner des Blockchain-Netzwerks.

Gerade deswegen sind Krypto-Wallets ein so  begehrtes Ziel von Hackern.  Vor allem Hot Wallets – also Wallets bei Krypto-Exchanges und weitere Online-Wallets werden besonders gerne angegriffen.

Gemäß einem Bericht des Analyse-Unternehmens Chainalysis wurden alleine 2019 mehr als 282 Millionen US-Dollar von Krypto-Exchanges gestohlen. Dabei werden in wenigen Sekunden alle im gehackten Wallet befindlichen Kryptowährungsbeträge an andere Wallets – jene der Hacker – übermittelt. Die Vorgehensweise ist dabei immer die gleiche, auf allen Wallets.

Innerhalb weniger Augenblicke werden die Transaktionen von automatisierten Skripts initiiert und deine Wallet geplündert. Ist das Geld einmal weg, kannst du nichts mehr machen – die Transaktion ist unveränderlich, selbst, wenn du die Empfänger-Adresse des Hackers kennen würdest.

Deine Wallet ist dann gehackt, wenn ein Hacker daraus Transaktionen durchführen kann. Das ist der Fall:

  1. wenn er deinen privaten Schlüssel hat (bei herkömmlichen Wallets), oder
  2. wenn er das Passwort zu deinem verwalteten („Custodian Wallet“) hat.

5 Arten von Wallets

Wie du bestimmt weißt, haben sich aus Sicherheits- und Nutzungsgründen mehrere Wallet-Arten entwickelt. Je nach  Einsatzweck und gewünschtem Sicherheitsniveau  empfiehlt sich die Nutzung einer bestimmten Wallet-Art – so oder so, deine Wallet absichern solltest du unbedingt.

Ein kurzer Überblick:

Online WalletDesktop WalletMobile WalletPaper WalletHardware Wallet

Online Wallet

Hier musst du dich mit Login-Daten im Browser anmelden, um auf deine Wallet zuzugreifen. Nachteil ist, dass der private Schlüssel beim Anbieter liegt. Online Wallets sind die beliebtesten Hacker-Ziele und unsichersten Krypto-Wallets.

Beim Hack eines Krypto-Exchanges können Hacker womöglich auf Hunderte oder gar Tausende Exchange-Wallets zugreifen. Bekannte Online Wallets bieten Blockchain, Exodus und Coinbase.

Desktop Wallet

Sie wird als Software auf deinem PC lokal installiert.

Du kannst die Wallet nur von diesem PC öffnen – was mehr Sicherheit bietet, bis dein PC gehackt oder Zugangsdaten per Keylogger gestohlen werden.

Mobile Wallet

Auf deinem Smartphone kannst du deine Mobile Wallet per App öffnen und verwalten.

Der praktischen, einfachen Handhabung steht vor allem das Sicherheitsrisiko eines Handy-Diebstahls oder Smartphone-Hack gegenüber. Bekannte Anbieter sind Coinbase, Blockchain oder Freewallet.

Paper Wallet

Hier werden öffentlicher und privater Schlüssel auf einem Blatt Papier notiert, es kann etwa in einem Safe aufgehoben werden.

Das Paper Wallet ist sehr sicher, das Dokument muss aber auch sicher aufbewahrt werden. Transaktionen passieren mittels Transfer an oder von der angezeigten öffentlichen Adresse und deren Software Wallet.

Hardware Wallet

Auch als Cold Storage bezeichnet, wird die Kryptowährung auf einem USB-Stick-ähnlichen Gerät abseits einer Internetverbindung gespeichert.

Offline-Storage bietet hohe Sicherheit, die Handhabung ist allerdings relativ komplex. Hardware Wallets müssen sicher und wohl aufbewahrt werden.

Lass uns nun betrachten, wie du jede Art von Wallet absichern kannst.

Online Wallet absichern

In Sachen Sicherheit musst du deine Online Wallet mit deiner Geldbörse vergleichen. Du hast sie immer mit dabei, sie kann  sehr einfach gestohlen und geplündert  werden.

Wie bei deiner echten Geldbörse ist das oberste Sicherheitsprinzip: habe hier nur so viel Geld, wie du für den täglichen Bedarf benötigst. Größere Beträge nie ins Online Wallet, sondern auf Cold Storage wie Paper Wallet oder Hardware Wallet.

  • Eine wichtige Maßnahme zur Absicherung deines Online Wallet ist die Verwendung eines komplexen, hacksicheren Passworts. Am besten hat dies 128bit – hierfür muss es mindestens 16 Charaktere lang sein, Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten.
  • Ebenfalls solltest du unbedingt 2-Faktoren-Authentifizierung für ein Login ins Wallet aktivieren – alle namhaften Anbieter stellen diese Option zur Verfügung. Hierbei musst du dich neben deinem klassischen Login noch mit einem Code verifizieren, der z.B. an deine E-Mail oder dein Smartphone übermittelt wird zum Zeitpunkt des Anmeldeversuchs. Auch beliebt ist die Verwendung von Google Authenticator. Nur die Person mit Zugriff auf dein Smartphone oder deine Mailadresse kann sich auch einloggen.
  • Multi-Sig-Funktion: viele Online Wallet-Anbieter haben eine Multi-Sig-Funktion integriert, die ein besonders hohes Schutzniveau schafft. Sofern aktiviert, können mehrere Personen bestimmt werden, deren Signatur erforderlich ist, um einen Transfer aus deiner Krypto-Wallet freizugeben. Ein Hacker, der deine Zugangsdaten hat, kann also keine Überweisungen durchführen – er würde auch die Zugangsdaten aller anderen Zeichnungsberechtigten benötigen. Die Multi-Sig-Funktion kannst du nach Registrierung der Online-Wallet aktivieren und dann weitere Personen hinzufügen.
Auch wenn du so für mehr Sicherheit in deinem Online Wallet sorgen kannst, bewahre hier nie mehr Bitcoin als notwendig auf!

etoro LogoDaher ist es umso wichtiger, auch bei Online Wallets einen vertrauenswürdigen Anbieter zu wählen, der hohe Sicherheitsstandards anlegt. Unsere Empfehlung ist in diesem Fall das Wallet von eToro, da hier alle verfügbaren Kryptowährungen sicher online verwahrt und verwaltet werden können.

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Desktop Wallet absichern

Alles, was vor unberechtigtem Zugriff auf deinen Computer schützt, dient auch, um dein Desktop-Wallet absichern zu können. Darum solltest du auf jeden Fall einen aktuellen Virenscanner und eine Firewall bzw. Malware-Schutz auf deinem PC installiert haben. Eine Übersicht über die beste Antivirus-Software findest du hier.

  • Ein erstklassiger Malware-Schutz ist eigentlich schon die halbe Miete, denn deine Desktop Wallet ist vor allem durch Trojaner und Keylogger gefährdet. Diese Software könnte sich ansonsten unbemerkt auf deinem PC ausführen, deine Tastenanschläge aufzeichnen und Hackern Zugriff auf deine Desktop-Wallet verschaffen. Damit wäre es ein leichtes, deine Bitcoin und Co zu klauen.
  • Ein weiteres Sicherheitsrisiko ist aber auch, dass deinem PC etwas passieren kann – etwa ein Wasserschaden, eine defekte Festplatte etc. Ist deine Desktop-Wallet nur auf dem Gerät gespeichert, könntest du dein gesamtes Geld verlieren. Darum musst du ständig Backups deiner Desktop Wallet erstellen.
Sicherheitskopie des Wallets
Zunächst musst du dabei beachten, dass du eine  Sicherheitskopie deines gesamten Wallets  erstellst – nicht bloß einem Teil davon. Deine Sicherheitskopie musst du unbedingt verschlüsseln und nur in diesem Zustand speichern.

Wo soll man die Sicherheitskopie speichern?

  1. Online ist nicht wirklich zu empfehlen, weil das Sicherheitsrisiko hier besonders hoch ist. Besser hingegen wäre es, mehrere verschlüsselte Sicherheitskopien auf einzelnen Geräten wie separaten USB-Sticks zu speichern und diese sicher zu verwahren. Wichtig ist auch die Regelmäßigkeit dieser Sicherung – eigentlich sollte nach jeder Transaktion jede Sicherheitskopie auf den neuesten Stand gebracht werden.
  2. Eine weitere Möglichkeit zur Sicherung deiner Desktop Wallet ist eine Zwei-PC-Lösung. Mit einigen Wallets, wie z.B. Armory, ist es möglich ein Wallet über 2 PCs zu teilen. Dabei ist ein PC offline und wird nur zur Signierung von Transaktionen verwendet, der andere PC ist online und über ihn werden Transaktionen erstellt (ohne Signatur!) und versandt. Eine Transaktion wird dann also am Online-PC erstellt, auf einem USB-Stick gespeichert, am Offline-PC signiert, dann vom Online-PC gesendet und somit im Blockchain-Netzwerk durchgeführt. Selbst wenn Hacker auf den Online-PC zugreifen können: sie können keine Kryptos überweisen.

Hardware Wallet absichern

Zunächst ist das im Aussehen einem USB-Stick ähnliche Hardware Wallet sehr sicher, weil es nicht mit dem Internet verbunden ist.

Umso mehr Acht muss allerdings auf das physische Gerät gegeben werden. Vor allem auch deswegen, weil die meisten Nutzer eines Hardware Wallets hier ihre größten Bitcoin-Reserven lagern.

Für den physischen Schutz empfiehlt sich also ein Aufbewahrungsort für das Hardware Wallet an einem Ort, wo es vor Nässe, Feuchtigkeit oder im Extremfall auch Brand geschützt ist – der eigene Tresor kann sich eignen. Natürlich sollte es auch diebstahlgeschützt sein, wenngleich Einbrecher meist nicht gezielt nach Hardware Wallets suchen.

Unsere Empfehlung: Ledger Nano S

Zu den meistverkauftesten Hardware Wallets weltweit zählt das Ledger Nano S. Alle verfügbaren Kryptowährungen können auf dem kompakten Wallet im USB-Stick-Design verwahrt und verwaltet werden.
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  • Größe: 98 x 18 x 9 mm
  • Gewicht: 16,2 Gramm
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Mobile Wallet absichern

Eine mobile Wallet befindet sich auf deinem Smartphone. Folglich ist die mobile Wallet durch unberechtigten Zugriff auf oder Diebstahl deines Smartphones gefährdet.

Während letzteres leider sehr schwer zu verhindern ist, solltest du vor allem auf einem Android-Smartphone einen aktuellen Malware-Schutz installieren, damit sich dort keine böswillige Software einnisten kann, die einen unberechtigten Zugriff für Hacker ermöglichen könnte.

Paper Wallet absichern

Das Paper Wallet ist – wie sein Name bereits verrät – nur in Papierform vorhanden, was es durch Schutz vor allen digitalen Gefahren zu einem sehr sicheren Wallet macht. Hier ist der private Schlüssel nur auf einem Blatt Papier vorhanden, ebenso wie die Seed-Phrase, mit der das Wallet wiederhergestellt werden kann.

Als Nutzer musst du also für eine sichere Aufbewahrung des Papierdokuments Sorge tragen:

  • Überlege dir, vielleicht auch das Blatt mehrmals zu kopieren, um es an mehreren sicheren Orten zu hinterlegen.
  • Es empfiehlt sich auf jeden Fall das Hinterlegen im eigenen Tresor.

Fazit

Wer Tausende Euro in Bitcoin oder weitere Kryptowährungen investiert hat, der will sein Geld auch gut geschützt wissen. Bei der Fülle an am Markt befindlichen Wallet-Arten ist anzumerken, dass  große Beträge immer in Cold Storage-Paper Wallet oder Hardware Wallet aufbewahrt  werden sollten.

Alle Wallets sind mit Sicherheitsmaßnahmen verbunden, vor allem bei Online Wallets und mobile Wallets ist dies der Fall. Hier sollte man große Sorgfalt walten lassen und nur minimale Beträge aufbewahren. Wenn möglich, empfiehlt es sich, die Nutzung auf solche Wallets zu beschränken, bei denen man selbst den privaten Schlüssel kontrolliert.

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Zuletzt aktualisiert am 28. November 2020

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Christoph Petersen

Christoph befasst sich seit 2016 leidenschaftlich mit den Themen Blockchain und Kryptowährungen. Als studierter Betriebswirt und Journalist spezialisiert er sich auf Finanzen, Fintech und Kryptowährungen.