Ripple vs. Ethereum: Unterschiede, Gemeinsamkeiten und wo sich ein Investment lohnt

In der Liste der beliebtesten Kryptowährungen finden sich Ethereum und Ripple gleich nach Bitcoin auf Rang 2 und 3. Wer als Krypto-Beginner oder auch Fortgeschrittener Kryptowährungen kaufen will, der überlegt auch, ob Ethereum oder Ripple ein guter Kauf wären. Viele fragen sich: Ripple vs. Ethereum – wie unterscheiden sich die beiden eigentlich?

Tatsächlich sind die Unterschiede sehr groß, Gemeinsamkeiten praktisch nicht existent. In diesem Ripple vs. Ethereum Guide stellen wir die wichtigsten Unterschiede vor. Wir betrachten Mission, Anwendungsbereiche, Währungspolitik, aber auch technische Aspekte. Zum Schluss beleuchten wir, welche der Kryptowährungen kaufen für dich sinnvoller sein könnte.

Ripple erklärt

Ripple war 2012 von Ryan Fugger, Joe McCaleb und Chris Larsen gegründet worden als Blockchain-Netzwerk, das den globalen Zahlungsverkehr im Bankenbereich für immer verändern sollte.

Wo internationale Banktransaktionen heute oft noch tagelang dauern, enorme Transaktionsgebühren entstehen und eine hohe Fehlerrate besteht, die manuelle Intervention erfordert, sollte die Blockchain alles zum Guten wenden.

Ripple ist hierfür als private Blockchain konzipiert, alle Nodes müssen von Ripple Labs genehmigt werden. Anders als bei Ethereum oder Bitcoin können normale Benutzer Ripple nicht minen. Banken können XRP-Token erwerben, um mit diesen Transaktionen durchzuführen, welche Fiat-Währungs-Transaktionen abwickeln. Die Transaktionsgebühren sind äußerst gering, da keine Miner bezahlt werden müssen.

Hierfür wurde das Netzwerk xRapid entwickelt. Mehr als 100 Banken haben sich bereits angeschlossen. Ripple hat allerdings auch die Produkte xCurrent und xVia im Angebot.

Ethereum erklärt

Die Ethereum Blockchain wurde 2013 vom erst 19-jährigen Kanadier Vitalik Buterin entworfen und in einem Whitepaper vorgestellt. Bis dahin kannten nur wenige Menschen Blockchain und wenn, dann als Technologie hinter der Kryptowährung Bitcoin.

Buterin hatte das Potenzial der Blockchain-Technologie erkannt und wollte eine Art „Supercomputer“ schaffen. Ethereum wird oft als „Blockchain der zweiten Generation“ bezeichnet, weil es erlaubt, Smart Contracts und dezentrale Anwendungen (dApps) auszuführen. Hierfür wurde eine eigene Programmiersprache namens „Solidity“ erfunden.

Über die Ethereum-Blockchain sollten also dezentrale Anwendungen in aller Welt sicher und stabil betrieben werden. Somit hat Ethereum ein ganz anderes Wertversprechen als die Kryptowährung Bitcoin. Dennoch braucht auch Ethereum einen eigenen Token, der Konsum und Anbieten von Leistungen auf der Blockchain abwickeln lässt. Der Token heißt Ether.

Da die Ethereum-Blockchain eine öffentliche Blockchain ist, kann Ether von jedermann gemint werden.

EHunderte von Unternehmen haben sich in der Ethereum Enterprise Alliance zusammengeschlossen, um gemeinsam die potenziellen Anwendungsfälle der Ethereum-Blockchain zu erkunden. Ethereum hat auch den ERC-20-Tokenstandard definiert, der erlaubt, eigene Token auszugeben, welche auf der Ethereum-Blockchain basieren. Dieser hat sich als de-facto-Standard für über ICOs ausgegebene Altcoins etabliert.

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Ripple vs. Ethereum Konsensmechanismus

Blockchain Bitcoin KonsensmechanismusDa Ripple eine private Blockchain mit einer geringen Anzahl von Nodes ist, hat man auch einen speziellen Konsensmechanismus konzipiert, der auf eine große Anzahl von Nodes verzichten kann und gleichzeitig eine sekundenschnelle Verifizierung erlaubt, die sekundenschnelle globale Transaktionen möglich macht. Dieser Mechanismus wurde dabei schlichtweg „Consensus“ getauft. Eine vollumfängliche Erklärung dessen würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen (siehe Ripple-Blog hier).

Wichtig ist, dass er keinen konkurrenzorientierten Einsatz von Ressourcen wie bei Proof-of-Work erfordert. Zudem besteht eine Unique Node List, welche eine Liste an vertrauenswürdigen Serveradressen enthält. Solange der Großteil dieser vertrauenswürdigen Nodes eine Transaktion als valide einstuft, wird diese auch auf die Blockchain mitübernommen.

Bei Ethereum hat man zunächst mit dem gleichen Konsensmechanismus wie bei Bitcoin begonnen – Proof-of-Work. Hier muss jeder ETH-Miner Rechnerleistung aufwenden, um hoffentlich den erfolgreichen Hash zu liefern und ETH zu verdienen. Aufgrund seiner Ineffizienz allerdings stark in Kritik geraten, will die Ethereum Foundation allerdings innerhalb der nächsten Monate auf den Proof-of-Stake-Ansatz umstellen.

Beim Proof-of-Stake-Ansatz müssen Miner ETH-Tokens selbst kaufen und halten, bzw. diese für das Minen als eine Art Einsatz setzen, und können in Abhängigkeit der gehaltenen Menge für das Staking belohnt werden. Weil diese Umstellung nur erfolgen kann, während das Netzwerk weiterläuft, sind mehrere Übergangsschritte erforderlich, in denen Ethereum „hybrid“ funktioniert. Aktuell wird noch der Großteil per Proof-of-Work gemint.

Ripple vs. Ethereum Mining

Bitcoin Mining Ripple MiningGanz klar unterscheiden sich Ripple vs. Ethereum in ihrer Art des Minings. Dahinter steht bereits der allgemeine Fakt, dass Ethereum eine öffentliche, dezentrale Blockchain ist, während Ripple eine private und tendenziell eher zentralisierte Blockchain ist.

Jeder Nutzer, der dem Ethereum-Netzwerk als Miner beitreten will, kann einfach den entsprechenden Client herunterladen, installieren und zum Minen beginnen (in der Hoffnung, in ETH belohnt zu werden). Hierfür werden heute meist nicht mehr CPUs/GPUs verwendet, da diese nicht ausreichend Leistung bieten, sondern eigens entworfene ASIC-Miner zum Einsatz gebracht.

Bei Ripple hingegen ist das Ripple Mining ganz anders organisiert. Aktuell gibt es nur eine sehr kleine Anzahl an Nodes, wobei Ripple Labs bestimmt, welche man akzeptiert und bestätigt. Dennoch ist, so merkt man bei Ripple an, eine Dezentralisierung gegeben, da die Blockchain auch bei plötzlichem Verschwinden der Ripple Labs weiterexistieren würde. Allerdings ist die mangelnde Dezentralisierung weiterhin einer der größten Kritikpunkte an der Ripple Blockchain.

Ripple vs. Ethereum Währungspolitik

Bei Ripple sind bereits alle Coins gemint, während Ethereum inflationär ist und Coins laufend durch Mining ausgegeben werden.

Einen erheblichen Unterschied gibt es bei der Währungspolitik, die von Ripple vs. Ethereum verfolgt werden. Bei Ripple wurden mit Erstellung der Blockchain bereits alle 100 Milliarden XRP ausgegeben – ein Mining der XRP-Token kann daher also entfallen. Tatsächlich hat man sich bei Ripple allerdings entschieden, jene geringen Beträge, die durch Transaktionsgebühren anfallen, jährlich zu vernichten. Damit soll einem Wertverlust der Token vorgebeugt werden – im Laufe der Zeit sind also immer weniger XRP-Token im Umlauf. Abstrahiert von anderen Einflüssen und Faktoren sollte dies also zu einer Wertsteigerung des Tokens im Zeitverlauf führen.

Ethereum hingegen ist – auch im Gegensatz zu Bitcoin – inflationär bzw. Man hat keine maximale Anzahl an auszugebenden Tokens im Protokoll verankert. Es gibt also keine Obergrenze an auszugebenden ETH-Tokens, was heißt, dass theoretisch eine unlimitierte Anzahl dieser emittiert werden könnte. Dies geht gegen die Ideologie vieler Krypto-Enthusiasten, die ETH damit zu nahe bei klassischen Fiat-Währungen sehen, die jahrjährlich unter Wertverlust (sprich Inflation) leiden.

Ripple vs. Ethereum Technische Details

Ripple ist ein Open-Source-System für verteilte Zahlungen, das Sofortzahlungen zu minimalen Gebühren ermöglicht. Das Netzwerk-Protokoll ermöglicht Transaktionen zwischen mehreren Währungen, ohne dass eine zentrale Instanz bzw. ein Intermediär erforderlich ist. Ethereum hingegen ist eine Software, die die Überprüfung und Ausführung von Code auf der Ethereum-Blockchain ermöglicht.  Ethereum unterstützt auch dezentrale Anwendungen, die klassischen Computeranwendungen ähneln, aber eine erhöhte Sicherheit und ein geringeres Ausfallrisiko aufweisen.

Skalierfähigkeit & Transaktionen pro Sekunde
In Sachen Skalierfähigkeit ist die Ripple Blockchain Ethereum um einiges voraus. Die Skalierfähigkeit einer Blockchain wird primär in der Anzahl an möglichen Transaktionen pro Sekunde (Transactions per Second, TPS) gemessen. Kann die Blockchain ungestört Transaktionen abwickeln, auch wenn das Netzwerk signifikant höhere Anzahl an Transaktionen abwickeln muss? Bei Ripple liegt die Kapazität aktuell bei etwa 1500 Transaktionen pro Sekunde – sehr eindrucksvoll, wenn man dies mit den 15-25 TPS vergleicht, die Ethereum aktuell schafft.

Ripple vs. Ethereum Anwendungsbereiche

Ganz klar unterscheiden sich Ripple vs. Ethereum in ihren typischen Anwendungsbereichen. Die Ripple Blockchain wurde von Anfang an für eine ganz spezielle Branche entworfen – die Finanzindustrie. Im Kern geht es hier um Banken, doch auch Digital Assets Exchanges und Finanzberatungsunternehmen sowie Trading-Exchanges fallen unter das Zielpublikum von Ripple.

Hier werden xRapid, xCurrent und xVia bereits von über 100 Banken verwendet, wobei die namhaftesten Nutzer etwa Standard Chartered und Santander sind.

Ethereum hingegen ist in der Vielzahl von Branchen, in denen es sich einsetzen lässt, scheinbar keine Grenzen gesetzt. Immer allerdings beruht der Einsatz auf Smart Contracts, welche kombiniert in dezentrale Anwendungen münden. Alle möglichen Branchen haben auch mit Ethereum gearbeitet – von Trading-Exchanges über Versicherungen, Logistikunternehmen, Diamant-Hersteller, etc.

Auch wenn die Protokolle beider Blockchains laufend weiterentwickelt werden – an den Anwendungsbereichen sollte sich nichts ändern, bloß deren Realisierung wird noch besser unterstützt werden.

Ripple vs. Ethereum im Schnellüberblick [Vergleichstabelle]

Was ist es? Token Token
Erfinder Ripple Labs; Ryan Fugger, Chris Larsen, Jed McCaleb Vitalik Buterin
Live seit 2012 Juli 2015
Art des Angebots Pre-mined, alle Coins beim Start ausgegeben Inflationär (keine maximale Anzahl an auszugebenden Coins)
Maximales Angebot 100 Milliarden XRP 18 Millionen pro Jahr
Zeitraum für Ausgabe neuer Token – (alle Token wurden bei der Erstausgabe erstellt, „pre-mined“) Ca. alle 10 bis 20 Sekunden
Transaktionen pro Sekunde 1500 TPS 15-25 TPS
Menge neuer Token bei Ausgabe – (alle Token sind bereits ausgegeben, „pre-mined“) 5 ETH pro jedem neuen Block
Preis Aktueller Preisindex Aktueller Preisindex
Zweck Rasche, günstige und sichere Cross-Border-Payments mittels RippleNet Ethereum wurde als Token konzipiert, der die Abwicklung von Smart Contracts erlauben soll (z.B. zur Transaktion von Vermögenswerten oder Durchführen von Abstimmungen).

Fazit

Soll man jetzt also eher in Ripple oder Ethereum investieren? Das lässt sich so nicht einfach sagen. Ein wichtiger Indikator ist natürlich die vergangene Marktperformance.

Wenn man sich die Kursentwicklung von Ripple und Ethereum 2019 ansieht, so findet man bei beiden gute Gründe für eine Investition. Ripple ist von Jahresbeginn bis Mitte Mai wenigstens um +15% angestiegen, Ethereum sogar um rund 50%.

Ripple wird in den nächsten Monaten hart arbeiten, viele weitere Banken in aller Welt für ihr Netzwerk begeistern und gewinnen zu können. Was genau das Team rund um CEO Brad Garlinghouse für 2019 plant findest du in unserer Ripple Prognose 2019. Ethereum hat für 2019 viele weitere Updates vorgesehen, die einen schrittweisen Übergang zu Proof-of-Stake bringen sollen. Für eine nähere Analyse der anstehenden Meilensteine und weitere Experteneinschätzungen findest du hier unsere Ethereum Prognose 2019.

Nach sorgfältiger Analyse und wichtigen Vorfragen – wie deinen Zielen und deiner Risikobereitschaft für eine Investition in Kryptowährungen – kannst du dann je nach Wunsch Ripple kaufen oder auch Ethereum kaufen.

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About the Author:

Christian Brandstötter

Christian ist Anfang 2015 auf das Thema Kryptowährungen gestoßen und beschäftigt sich als Autor und Enthusiast seither intensiv mit den Themen Kryptowährungen, Blockchain und STOs.