Ethereum vs. EOS: Unterschiede, Anwendungsbereiche und wo man investieren sollte

Wer sich mit Kryptowährungen beschäftigt, der kommt an Ethereum und EOS nicht vorbei. Dabei handelt es sich bei Ethereum und EOS um zwei bittere Konkurrenten, die viel mehr als bloß eine Kryptowährung sind. Denn es sind zwei der mächtigsten und fortschrittlichsten Blockchain-Protokolle überhaupt.

Aufgrund ihrer Eigenschaft, das Ausführen von Smart Contracts und dezentralen Anwendungen („dApps“) zu ermöglichen, sind die Netzwerke auch im Rennen um den „King of dApps“. Dabei geht es um die Frage, welches Blockchain-Netzwerk am Siegerthron stehen wird, wenn sich große Teile der Kryptowelt – vermutlich – auf eine bestimmte Blockchain-Plattform einigen werden, auf der die meisten dApps laufen sollen.

Ethereum und EOS sind die zwei heißesten Anwärter auf diesen Posten. Und darum auch einige der spannendsten Investitionen am Kryptowährungsmarkt. Wenn du Kryptowährungen kaufen planst, dann stehen wahrscheinlich auch Ethereum und EOS auf deiner Liste weit oben.

In diesem Beitrag werden wir uns die Gemeinsamkeiten, aber auch die zentralen Unterschiede beider Plattform ansehen. Dann kannst du dir auch ein besseres Bild davon machen, ob du in Ethereum oder EOS investieren solltest.

Ethereum erklärt

Ethereum wurde Ende 2012 von Vitalik Buterin vorgestellt. Dabei stellte er die Vision einer Blockchain-Plattform vor, die weit über Bitcoin und eine einfache Kryptowährung hinausgeht. Mit Ethereum sollen Unternehmen in aller Welt mittels Smart Contracts Transaktionen automatisch, dezentral, effizienter und sicherer als bisher abwickeln können. Die Anwendungsbereiche für Ethereum sind praktisch unbegrenzt – dank der Programmiersprache „Solidity“ können Entwickler ihre eigenen Smart Contracts und dApps erstellen.

So wollte man auch einen dezentral gehosteten Venture Capital Fund für Ethereum-Projekte einrichten, den sogenannten DAO. Allerdings wurde dieser im Juni 2016 gehackt (DAO-Hack) ETH im Wert von knapp 50 Millionen USD entwendet. Um die Ethereum-Community zu besänftigen und das Geld wieder seinen Eigentümern zukommen zu lassen, entschieden sich 90% der Community für ein „Hard Fork“. So kam es zur Trennung und zur Entstehung von Ethereum vs. Ethereum Classic, wobei bei letzterem die ursprüngliche Ethereum-Blockchain nicht verändert wurde.

Damit Anreizmechanismen für Miner vorhanden sind und für die Inanspruchnahme der Services der Blockchain gezahlt werden kann, wurde der Token Ether erfunden. Ethereum ist aktuell die zweitgrößte Kryptowährung der Welt nach Marktkapitalisierung. Der Konsensmechanismus wird bis Anfang 2020 von Proof-of-Work auf Proof-of-Stake umgestellt.

EOS erklärt

Die EOS-Blockchain wurde im Juni 2017 gestartet mit dem Ziel, Ethereum als fortschrittlichste Blockchain zur Ausführung von Smart Contracts und dApps zu ersetzen. Konkret hat man die größten Probleme der Ethereum-Blockchain hergenommen und versucht, innovative Ansätze zu deren Lösung zu implementieren. Hinter der EOS-Blockchain steht das Team von Block.one rund um Entwickler Daniel Larimer.

Larimer gilt als einer der hellsten Köpfe der Blockchain-Szene und ist unter anderem als Mitgründer von Bitshares oder der erfolgreichen dezentralen Online-Plattform Steemit bekannt.

Ein spannendes Detail an EOS ist, dass es den wohl längsten und einträglichsten aller Initial Coin Offerings (ICOs) durchgeführt hat. Denn der EOS ICO hat mehr als 1 Jahr lang gedauert und die unglaubliche Summe von knapp 4 Milliarden USD eingesammelt. Also ausreichend Kapital, um die besten Köpfe zu gewinnen und eine innovative und bahnbrechende Blockchain zu entwickeln, die womöglich sogar Ethereum und andere Anwärter vom Thron des „King of dApps“ stoßen kann.

EOS nützt den innovativen Delegated-Proof-of-Stake Konsensmechanismus. Spannend ist auch der Anreizmechanismus, den EOS für seine Miner vorgesehen hat.

Es werden keine Transaktionsgebühren verlangt, sondern jährliche neue Coins ausgegeben, um Miner für ihre Leistung zu belohnen.

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Smart Contracts & dApps
Was Ethereum und EOS auszeichnet ist, dass Smart Contracts und dApps ausgeführt werden können. Smart Contracts ist ein Begriff für in Code programmierte Anweisungen, die automatisch ausgeführt werden, sobald bestimmte vordefinierte Kriterien erfüllt sind. Verbindet man mehrere Smart Contracts in einem Anwendungsfall kann man ganze Anwendungen, sogenannte decentralized Apps („dApps“) erstellen. Häufige Anwendungsfälle sind im Finanzbereich, aber auch im Gaming- oder Casino-Bereich.

Ethereum vs. EOS: Konsensmechanismus

In seinen Anfangsjahren hat die Ethereum-Blockchain den auch von Bitcoin bekannten Proof-of-Work-Konsensmechanismus verwendet. Dabei stellen Miner ihre Rechnungsleistung zum Betrieb des Netzwerks zur Verfügung, doch nur der Miner, der den entscheidenden Hash durchführt, erhält ETH. Wie ineffizient PoW ist ist hinlänglich bekannt. Darum arbeitet man bei der Ethereum Foundation seit einiger Zeit daran, auf den Proof-of-Stake-Mechanismus (PoS) umzustellen. Hier müssen Miner ETH erwerben und diese anschließend einsetzen, um in Abhängigkeit ihrer gehaltenen ETH Miningrewards erhalten zu können.

Die Umstellung ist allerdings sehr komplex und kann nur in einzelnen Schritten vollzogen werden, sodass während mehrerer Updates des Ethereum-Protokolls aktuell eine Art Hybrid-Variante im Einsatz ist, die jedoch zum Großteil weiterhin aus PoW besteht.  Es ist vorgesehen, dass die vollständige Umstellung auf PoS im ersten Halbjahr 2020 vollzogen werden soll. Dennoch gibt es Kritik an PoS, vor allem hinsichtlich der Möglichkeit, dass mächtigere bzw. kapitalkräftigere Miner den Großteil der Rewards an sich ziehen könnten, was eine zunehmende Zentralisierung des Netzwerks bringen würde.

Bei EOS hingegen ist von Tag 1 weg der innovative Delegated-Proof-of-Stake-Mechanismus im Einsatz. Dieser setzt an, die möglichen Nachteile von Proof-of-Work, als auch des einfachen Proof-of-Stake auszumerzen. Beim allgemeinen Proof-of-Stake wird eine festgelegte Anzahl von Token gebunden, um einen sogenannten Masternode zu erstellen. Masternodes übernehmen kritische Aufgaben im Blockchain-Netzwerk, etwa auch die Überprüfung und Validierung von Transaktionen, wobei sie hierfür in Token remuneriert werden.

Delegated Proof-of-Stake (DPoS)

Delegated Proof-of-Stake (DPoS) ist eine Verbesserung insofern, weil es jedem Mitglied des Netzwerks ermöglicht „Delegierte“ auszuwählen (bei EOS 21), die für die Verifizierung von Transaktionen zuständig gemacht werden können. Beim klassischen Proof-of-Stake kann es hingegen zur Bevorzugung von jenen Minern kommen, die höhere Summen des nativen Tokens (z.B. ETH) besitzen und so einsetzen/binden können.

Ethereum vs. EOS: Mining

Ethereum Mining EOS MiningBei Ethereum handelt es sich um eine öffentliche Blockchain, bei der jeder, der möchte, als Teilnehmer bzw. Peer in das Netzwerk einsteigen kann. Hierzu ist es bloß erforderlich, den entsprechenden Ethereum-Client herunterladen und zu installieren. Ähnlich wie bei Bitcoin ist es aufgrund der steigenden Anzahl an Nodes im Netzwerk heute kaum mehr möglich mit GPU/CPUs zu minen. Wer mit Ethereum minen Geld verdienen möchte, sollte eher auf leistungsstärkere ASIC-Geräte setzen. Da nach wie vor Proof-of-Work verwendet wird, wird jener Miner mit ETH belohnt, der den entsprechenden Hash durchführt, der auch von der Mehrheit der Nodes akzeptiert wird. Mit der Umstellung auf Proof-of-Stake wird sich dies insofern ändern, dass Miner in Abhängigkeit der Anzahl an ETH, die sie halten und einsetzen belohnt werden.

Zwar hat man auch das EOS-Protokoll als Open Source Code veröffentlicht, bei der Blockchain handelt es sich aktuell allerdings um eine private Blockchain, denn die Firma Block.one betreibt die Nodes. Überhaupt wurden bereits alle 1 Milliarde EOS-Token herausgegeben, weshalb EOS Minen gar nicht möglich ist. Dies wurde auch gemacht, damit möglichst keine Transaktionskosten auf EOS anfallen (andere Plattformen finanzieren so das Mining).

Ethereum vs. EOS: Währungspolitik

Ethereum ist inflationär, es gibt keine maximale Anzahl an herauszugebenden Coins. Bei EOS hingegen wurden bereits alle 1 Milliarden Token herausgegeben, man hat allerdings 5% Inflation pro Jahr vorgesehen.

Ethereum ist als inflationäre Kryptowährung konzipiert. Wie bei klassischen Fiat-Währungen ist kein Limit an maximalen Coins festgelegt, aktuell werden jährlich 18 Millionen neue ETH ausgegeben. Da diese 18 Millionen allerdings konstant bleiben (wenigstens aktuell) nimmt die Inflation theoretisch mit jedem Jahr ab, da sie einen geringeren Anteil an dem gesamt existenten ETH ausmacht.

Wie bereits eingangs kurz erwähnt hier noch mehr Details zu EOS einzigartiger Währungspolitik. Anstatt des Verlangens von Transaktionsgebühren wie bei anderen Blockchain-Netzwerken zur Vergütung der Rechnerleistung der Miner, hat EOS eine jährliche Inflation von 5% (also jährlich erhöht man den im Umlauf befindlichen Bestand von EOS um 5%). 1% dieser neu generierten Token wird an die Blockproduzenten vergeben, um sie für ihre Leistung zu vergüten.

Ethereum vs. EOS: Technische Details

In Sachen Transaktionen pro Sekunde (TPS) ist EOS der Ethereum-Blockchain aktuell klar voran. EOS schafft 4000 Transaktionen pro Sekunde, Ethereum bloß 13 TPS.

Leistungsfähig ist eine Blockchain dann, wenn sie eine Vielzahl von Transaktionen in kurzem Zeitraum abwickeln kann. Umso höher die Anzahl der Transaktionen pro Sekunde, desto skalierfähiger ist eine Blockchain – ein wichtiges Kriterium für den King of dApps. Denn zum King of dApps wird jene Plattform werden, auf welche die meisten Unternehmen setzen, die dezentrale Anwendungen für ihre Use Cases und wachsende Nutzeranzahl verwenden möchten.

Ether Miner verdienen $2,5 Milliarden pro Jahr - Bitcoin $4,5 Milliarden - CoinciergeIm direkten Vergleich hat EOS vs. Ethereum hier klar die Nase vorne:

  • Den EOS kann eindrucksvolle 4000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten, was einem theoretischen Maximum von 345 Millionen Transaktionen pro Tag entspräche.
  • Ethereum hingegen kann bloß 13 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten, was 1.123.000 Transaktionen pro Tag entspricht.

Um diese Zahlen in einen Kontext zu setzen: Visa verarbeitet etwa 150 Millionen Transaktionen pro Tag, PayPal knapp 30 Millionen. EOS hätte also das Potenzial, ein Volumen wie jenes von großen existenten Zahlungsanbietern stemmen zu können.

Ethereum vs. EOS Anwendungsbereiche

Ethereum und EOS sind direkte Konkurrenten um den Titel des „King of dApps“. Beide Blockchain-Protokolle dienen als Grundlage für dezentrale Anwendungen.

EOS hat das klare Ziel, zum Konkurrenten von Ethereum zu werden. Zwar wurden die EOS-Token über die Ethereum-Blockchain als ERC-20 Token ausgegeben, mittel- bis langfristig will EOS allerdings Ethereum starke Konkurrenz machen. Sowohl Ethereum als auch die EOS Blockchain dienen als Grundlage für die Ausführung von Smart Contracts und dezentralen Anwendungen.

Darum sind Ether und EOS auch nicht per se als Kryptowährung, sondern als Token aufzufassen. Ethereum und EOS rittern um den Einsatz als Blockchain der Wahl für Unternehmen, die intern oder extern mit dezentralen Anwendungen ihre Abläufe auf die Blockchain bringen wollen, um sie dort automatisiert, sicher und effizient abzuwickeln.

Wie dem Online-Service  dAppRadar zu entnehmen ist, werden auf Ethereum aktuell über 1400 dApps gehostet, auf EOS auch bereits über 400 dApps. Bedenkt man, wie jung EOS im Vergleich zu Ethereum noch ist, so ist diese Anzahl umso beachtenswerter.

Ethereum vs. EOS: Schnellüberblick [Vergleichstabelle]

 EthereumEOS
Was ist es?TokenToken
ErfinderVitalik ButerinDaniel Larimer, Brendan Blumer
Live seitJuli 2015Juni 2017
Art des AngebotsInflationär (keine maximale Anzahl an auszugebenden Coins)Premined, aber 5% Neuausgabe/Inflation pro Jahr
Maximales Angebot18 Millionen ETH Neuausgabe pro Jahr5 Millionen EOS Neuausgabe pro Jahr
PreisAktueller PreisindexAktueller Preisindex
ZweckEthereum wurde als Token konzipiert, der die Abwicklung von Smart Contracts erlauben soll (z.B. zur Transaktion von Vermögenswerten oder Durchführen von Abstimmungen).EOS wurde als Konkurrent zu Ethereum gegründet und soll auch als Plattform für Smart Contracts und dezentrale Apps dienen.
Anzahl gehosteter dApps (aktuell)ca. 1.500ca. 400
Transaktionen pro Sekunde (TPS)ca. 13 TPSbis zu 4.000 TPS

Fazit

Ethereum und EOS sind die wohl vielversprechendsten Kandidaten im Rennen um den „King of dApps“. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob es EOS gelingen wird, weiter auf Ethereum aufzuholen und vielleicht sogar zu überholen, oder ob Ethereum mit seinen geplanten Updates (siehe Ethereum Prognose 2019) wieder Boden gutmachen kann.

Viel wichtiger für dich ist jetzt aber wahrscheinlich die Frage: sollst du in Ethereum oder EOS investieren? Die Antwort: „das hängt davon ab“. Beide Kryptowährungen haben bisher in 2019 eine gute Performance gezeigt, seit Jahresbeginn steht Ethereum bei knapp 200% Kurszuwachs, EOS sogar bei 275% Kurssteigerung.

Bevor du in Kryptowährungen investieren beginnst, solltest du noch ein paar allgemeine Überlegungen anstellen. Kläre für dich zunächst die folgenden Fragen:

  • Warum willst du in Kryptowährungen investieren?
  • Welches Ziel verfolgst du mit deiner Investition?
  • Wie viel Risiko bist du bereit zu nehmen?
  • Welchen Betrag kannst du investieren?
Wenn du dich entschieden hast, solltest du die Entwicklungen am Markt und um deine gewählte Kryptowährung beobachten. Möchtest du Ethereum kaufen, findest du hier noch unsere Ethereum Prognose 2019.

Falls du hingegen in EOS investieren wirst, dann kann unsere EOS Prognose 2019 für dich von Interesse sein.

Wir empfehlen dir ganz klar die staatlich lizenzierte Trading Plattform eToro zu verwenden. Du profitierst von fairen Konditionen und kannst in wenigen Minuten in Kryptowährungen investieren.

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Zuletzt aktualisiert am 3. März 2021

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Christoph Peterson

Christoph ist vor ein paar Jahren auf das Thema Kryptowährungen gestoßen und beschäftigt sich als Autor und Enthusiast seither intensiv mit den Themen Kryptowährungen, Blockchain und STOs.