Was ist nötig, damit ein Bitcoin ETF genehmigt wird?

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Was ist nötig, damit ein Bitcoin ETF genehmigt wird

In letzter Zeit wurde viel über einen möglichen Bitcoin ETF gesprochen. Dieser gilt als Heiliger Gral, die Kommentare sind überwiegend positiv und ein ETF könnte für den größten Bitcoin Bull Run der Geschichte sorgen.

Bitcoin und ETFs | Historie

Seit 2013, nachdem Bitcoin den ersten erwähnenswerten Bull Run hatte, gab es Gerüchte um die Institutionalisierung von Bitcoin. Banken, Hedgefonds und Risikokapitalfonds haben in den letzten Jahren viel Kapital in die Märkte gesteckt.

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Es fehlt aber weiterhin ein einfacher Zugang für Investoren. Für die meisten ist der Kauf von Bitcoin kompliziert, da Bitcoin nicht per Depot oder anderweitig gekauft werden kann. Institutionen kaufen nicht ein, da das Risiko der Verwahrung zu groß ist und viele Fonds dürfen aufgrund der Gesetze keine alternativen Vermögenswerte in ihr Portfolio aufnehmen.

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Ein Bitcoin ETF würde Abhilfe schaffen. Deswegen hat es im Laufe der Jahre immer wieder Versuche gegeben, einen Bitcoin ETF genehmigen zu lassen. Der erste ETF-Antrag wurde der SEC am 1. Juli 2013 von den Winklevoss Zwillingen vorgelegt. Dieser wurde erst am 10. März 2017 abgelehnt.

Was würde ein Bitcoin ETF an der derzeitigen Situation ändern?

Eine Genehmigung eines Bitcoin ETFs ist gleichbedeutend mit einer größeren Akzeptanz von Kryptowährungen im derzeitigen, traditionellen System. Pensionskassen, 401ks und Börsenmaklern ist es nicht erlaubt, Bitcoin ihren Kunden anzubieten. Ein Bitcoin ETF würde diesen unerschlossenen Finanzmarkt öffnen, Bitcoin dürfte angeboten werden und alle Teilnehmer könnten in Bitcoin investieren. Der ETF ermöglicht Anlegern den Einkauf von Bitcoin ohne das Risiko, einen privaten Schlüssel besitzen und sicher verwahren zu müssen.

Gold ETF als Vergleich

Da viele Menschen Bitcoin mit Gold aufgrund der ähnlichen Eigenschaften vergleichen, bietet es sich natürlich an, die Wirkung des Gold ETFs genauer unter die Lupe zu nehmen.

Nachdem der Gold ETF 2003 eingeführt wurde, explodierten die Preise von 331,60 USD pro Unze auf ein Hoch von 1.917,90 USD im Jahr 2011. Der Großteil der Bitcoin Investoren denkt, dass ein Bitcoin ETF ähnliche, wenn nicht stärkere, Auswirkungen haben wird.

Aktuelle Bitcoin ETFs: Wie steht es um diese?

Derzeit werden von der SEC zwölf Bitcoin-ETFs und ein allgemeiner Krypto-ETF überprüft. Der vielversprechendste ETF ist der physisch gedeckte Bitcoin ETF von CBOE x VanEck mit einer ursprünglichen Frist bis zum 10. August 2018. Wahrscheinlicher ist eine Entscheidung zum 27. Februar 2019. Da der Winklevoss ETF abgelehnt wurde, ist man sich unsicher, ob ein mit Bitcoin gedeckter ETF zugelassen wird.

Was wird für einen Bitcoin ETF benötigt?

Im Januar 2018 teilte die SEC ihre Bedenken bezüglich Bitcoin ETFs mit und außerdem fünf wichtige Punkte bzw. Bedenken, die vor einer ETF-Zulassung gelöst werden müssten.

Bewertung: Kryptowährungen sind volatil und werden bei einer Vielzahl von Börsen gehandelt. Der Fonds, der einen ETF verkauft, muss aus Steuergründen den Nettoinventarwert (NAV) zum Schlusskurs berechnen. Aufgrund der Volatilität wäre das jedoch schwierig.

Verwahrung: Es gibt keinen offiziellen Leitfaden für die Verwahrung von Kryptowährungen. Futures nutzen lediglich eine Kursabbildung und keine echten Bitcoins und müssen sich darüber keine Sorgen machen. Die SEC befürchtet, dass die Verwahrung unzureichend (geschützt) sein könnte. Die jüngsten Lösungen (z.B. Coinbase Custody) wären eventuell eine Option.

Liquidität: Die SEC ist besorgt, dass es an den Märkten unzureichende Liquidität gibt, um Rückkäufe zu unterstützen. Es muss sichergestellt werden, dass Fonds, die in Kryptowährungen investieren, über genügend liquide Mittel verfügen, um diese zu gewährleisten. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten, wie z.B. Coinbase Prime, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Manipulation: Die Aufgabe der SEC besteht darin, die US-Bürger vor Betrug zu schützen und die Integrität des Marktes zu gewährleisten. Der Vorsitzende Jay Clayton stellte fest, dass der Anlegerschutz bei Kryptowährungen deutlich geringer sei als bei traditionellen Wertpapiermärkten. Betrug und Manipulation seien möglich. Er wünscht sich eine Transparenz der Märkte und Börsen. Außerdem untersucht das FBI derzeit die Manipulationsmöglichkeiten im Bereich der Kryptowährungen. Kommt die Behörde zu dem Schluss, dass die Manipulation vorhanden und schwer zu stoppen ist, ist eine Genehmigung der SEC eher unwahrscheinlich. Allerdings würde ein ETF dieses Problem auch lösen, da Transparenz durch die Einhaltung von Geldwäschegesetzen und Background-Checks der Bitcoins gegeben wäre.

Arbitrage/Volatilität: Damit ein Bitcoin ETF für Anleger fair ist, darf der Bitcoin-Marktpreis nicht zu stark vom Nettoinventarwert des ETFs abweichen. Angesichts der Vielzahl der Börsen und der Volatilität wird es schwierig, einen Preis zu gewährleisten, der nicht zu stark abweicht.

Erfüllt ein Bitcoin-ETF diese Anforderungen?

Vor allem die Bitcoin-Manipulation ist ein bestehendes Problem, für das bisher keine Lösungen geschaffen wurden. Jedoch ist das ein Problem, das sich mit einem staatlich regulierten bzw. zugelassenen Bitcoin-ETF lösen würde.

CBOE und Van Eck haben ihren ETF so strukturiert, dass solche Bedenken bezüglich der Manipulation eigentlich gar nicht erst aufkommen sollten. Nach fünf langen Jahren des Wartens auf einen ETF sind Anleger natürlich gespannt auf die Entwicklung des ETFs. Eine Stimme ist dem Bitcoin ETF wohl sicher.

Allerdings kann eine Genehmigung noch etwas dauern. Angesetzt war die Entscheidung bis zum 10. August 2018, die SEC verzögert diese Anträge jedoch ständig. Bis zum 27. Februar 2019 hätte man wahrscheinlich noch Zeit, der SEC die Angst vor Manipulationen zu nehmen.


Quelle: Cryptoslate, Photo by Brevitē on Unsplash, CC0

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Mein Bruder hatte mich 2014 auf einen Artikel über Bitcoin aufmerksam gemacht. Wochenlange Überforderung und Recherche standen an der Tagesordnung. Nach einiger Zeit verstand ich den Umgang mit der Technologie und versuche seit dem Abschluss meines Studiums der Rechtswissenschaften, die Thematik leicht verständlich wiederzugeben.

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