Bitcoin Wallet | Das müssen Sie wissen

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Alles über Bitcoin Wallets

Auch wenn eine Investition in Bitcoins heutzutage immer einfacher wird, gilt es doch einige wichtige Informationen zu kennen. So sollte man als zukünftiger Anleger beispielsweise wissen, was ein Bitcoin Wallet ist, welche unterschiedlichen Arten es gibt und welche Anbieter am besten geeignet sind. Der folgende Artikel klärt diese und weitere offene Punkte, gibt hilfreiche Empfehlungen und Schritt-für-Schritt Anleitungen zum Anlegen des ersten Bitcoin Wallets.

Was ist ein Bitcoin Wallet?

Wer sein Geld in Bitcoins oder andere Kryptowährungen investieren möchte, dem stehen dazu zwei grundsätzliche Anlageformen zur Verfügung. Beim Handel mit Hilfe einer Bitcoin Börse werden die Bitcoins, ähnlich wie bei Aktien und Fonds, an einem Börsenplatz gehandelt. Das bedeutet, dass der Anleger die Bitcoins nicht selbst besitzt, sondern mit Anteilsoptionen handelt.

Die Bitcoins werden von der jeweiligen Börsenplattform verwahrt und gehandelt, die somit erzielten Gewinne und Verluste werden an den Anleger gemäß der erworbenen Bitcoin-Anteile weitergegeben. Dieses Model ist als vergleichbar mit dem Handel Währungszertifikaten, bei denen der Investor das Geld nicht physisch besitzt, sondern das erworbene Währungsvermögen von einem Broker verwalten lässt.

Bitcoin Wallet
Bei einem Bitcoin Wallet erwirbt der Investor dagegen selbst Bitcoins (bzw. Bitcoin-Anteile). Er verwahrt diese gewissermaßen selbst, so wie Bargeld, das auf einem eigenen Konto oder in einer Geldbörse aufbewahrt wird. Das Wallet wird deshalb auch digitale Geldbörse genannt. Mit einem Bitcoin Wallet können Bitcoins gehalten, empfangen und überwiesen werden.

Warum benötige ich ein Wallet?

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Im Gegensatz zu klassischen Währungen kann der Bitcoin (BTC) als kryptografische Währung nicht unmittelbar gehandelt werden. Es gibt also keinen direkten physischen Gegenstand, der den Wert wie bei einem Geldschein „real“ wiederspiegelt. Vielmehr werden die Bitcoins als digitale Währung in einem dezentralen Rechnernetz geschöpft.

Herzstück dieses Netzwerks ist der sog. Blockchain. Eine mittlerweile mehrere Gigabyte große Datenbank, in der alle Bitcoin-Transaktionen aufgelistet werden. Um Zugang zu diesem System zu erhalten und Bitcoin zu nutzen, müssen Anleger über ein Bitcoin-Wallet, eine digitale Brieftasche verfügen, mit dem diese an das Währungsnetzwerk eingebunden und deren Bitcoins verwahrt werden. Es gleicht einer einmaligen sehr langen Zeichenkette, mit deren Hilfe die einzelne „Geldbörse“ identifiziert und zugeordnet werden kann.

Technisch gesehen bewahren Anleger in ihrem Wallet nicht die Bitcoins selbst auf, sondern deren digitale Keys, mit deren Hilfe auf eine Bitcoin-Adresse zugegriffen werden kann.

Besondere Merkmale des Wallet-Systems

Die Welt der Bitcoins klingt für unerfahrene Anleger mitunter abstrakt und unübersichtlich. Im Grunde gleicht der Handel mit Kryptowährungen jedoch in weitem Teilen dem Handel mit konventionellen Währungen. Das digitale Währungssystem besitzt dennoch eine herausragende Merkmale:

1. Open Source:
Die Bitcoin-Software ist zu 100% Open Source. Das bedeutet, dass grundsätzlich jeder ohne Kosten im Bitcoin-Netzwerk als sog. „Miner“ agieren kann.  Doch Achtung:  Das an sich kostenlose Handelssystem darf natürlich nicht mit den daraus geschöpften Bitcoins selbst verwechselt werden.

2. Pseudonyme Adressen:
Beim Handel (und auch bei der Zahlung) mit Bitcoins werden für jeden Teilnehmer Pseudoynme erzeugt. Eine Identifizierung der Handelspartner findet somit nicht statt. Dies hat zwar große Vorteile im Blick auf den Schutz der persönlichen Daten der teilnehmenden User, allerdings können so schwarze Schafe leichter im Bitcoin-System untertauchen. Da die Kette aller Bitcoin-Transaktionen öffentlich zugänglich ist, garantiert das System allerdings keine vollständige Anonymität.

3. Walletsverwaltung:
Grundsätzlich können Anleger beliebig viele Wallets erwerben. Es ist also nicht notwendig, alle Bitcoins über ein einziges Wallet zu handeln. Zudem können Wallets ähnlich einer Datei abgespeichert und somit auch offline gebackupt werden.

4. Verschiedene Währungen:
Auch wenn im Bereich der Kryptowährungen fast immer nur über Bitcoins gesprochen wird, so ist mit den meisten Wallets auch der Handel mit anderen digitalen Währungen wie Ethereum oder Litecoin möglich. In ihrem Grundlagen funktionieren jedoch alle Währungen gleich.

Tipp: Um die Sicherheit im Bitcoin-Handel zu erhöhen, ist es empfehlenswert, Geld in mehreren Wallets anzulegen. Dabei sollten Sie vor allem überlegen, für welchen Zweck Sie mit dem Bitcoin handeln möchten. Trennen Sie auf jedem Fall das Wallet, mit dem Sie Vermögen aufbauen wollen von einem „Alltagswallet“, das Sie z. B. auf dem Smartphone verwalten, um Zahlungen zu tätigen.
Doch Achtung: Behalten Sie unbedingt einen guten Überblick über die Anzahl Ihrer Wallets. Denn ihre Bitcoins sind nur so sicher, wie Ihr persönlicher Umgang mit den Bitcoin-Wallets.

Public Keys und Private Keys

Ein Wallet ist eine Software bzw. Hardware, die alle Bitcoin-Adressen und die eigenen öffentlichen Schlüssel (Public Keys) und privaten Schlüssel (Private Keys) verwaltet.

Was ist ein Public Key?

Ein Public Key (öffentlicher Schlüssel) ist eine öffentliche Adresse, auch Empfangsadresse genannt, an die man Bitcoins sendet. Diese Empfangsadresse kann dazu genutzt werden, um Bitcoins zu empfangen. Dazu gibt man die öffentliche Adresse an eine Börse oder an einen Dritten weiter.

Eine Bitcoin-Empfangsadresse startet meist mit einer 1, 3 oder bc1q und sieht zum Beispiel so aus:

1MSjTh6r1AEbqGhrH5KsamAHxc8WK1VSVE
Die Empfangsadresse ist eine Art Kontonummer für das eigene Bitcoin-Konto. Und zu jeder öffentlichen Adresse besteht ein zugehöriger Private Key.

Was ist ein Private Key?

Der Private Key (privater Schlüssel) ist ein geheimer Zugangscode für die zugehörige Empfangsadresse. Der private Schlüssel ist also eine Art PIN für das Bitcoin-Konto. Und dieser private Schlüssel sollte immer privat bleiben! Wer einen privaten Schlüssel besitzt, besitzt immer auch die Bitcoins auf den zugehörigen Empfangsadressen.

Ein privater Schlüssel sieht dann z.B. so aus:

5J2pH66DpuFkBnmW7R2KTiTq9kRoszkA9XNSucziPtXaKV16Dk2
Dieser private Schlüssel ist der Zugangscode für die obere Bitcoin-Empfangsadresse. Würden auf der Empfangsadresse Bitcoins lagern, könnte jeder die Bitcoins mit diesem privaten Schlüssel stehlen.

Es wäre natürlich aufwendig, jeden privaten Schlüssel einzeln zu speichern, wenn hunderte Empfangsadressen genutzt würden. Aus diesem Grund gibt es bequemere Lösungen, wie beispielsweise:

  • Wallets bieten z.B. Backups an, die mehrere private Schlüssel auf einmal speichern können.
  • Eine andere Möglichkeit ist ein sogenannter Seed, der für HD Wallets genutzt wird.

Schlussfolgerung: Bitcoins „lagern“ nicht auf dem PC oder dem Smartphone. Wird der PC z.B. zerstört, könnte man immer noch auf die Bitcoins zugreifen, wenn man die privaten Schlüssel besitzt. Sie besitzen Ihre Bitcoins erst, wenn Sie die privaten Schlüssel dazu besitzen und diese sicher aufbewahren.

Arten von Bitcoin Wallets

Der Bitcoin, der erstmals im Jahr 2008 gehandelt wurde, ist eine äußerst junge Währung. Es erscheint daher nicht verwunderlich, dass sich das Bitcoin-System stetig verändert und weiterentwickelt. So verändern sich auch die unterschiedlichen Wallet-Varianten zur Aufbewahrung der Bitcoins:

Paper Wallet

Ein Paper Wallet ist die „einfachste“ Form eines Wallets und kann zugleich sehr sicher sein. Der Wallet aus Papier besteht aus einem einzigen Private Key – Public Key – Paar, das auf verschiedene Weisen erstellt werden kann.

Paperwallets werden meist nur für die längerfristige Lagerung genutzt. Mit diesem Wallet können die Bitcoins nicht aktiv genutzt werden. Falls Sie Ihre Bitcoins später nutzen möchten, benötigen Sie dafür etwas technisches Verständnis und einen Desktop oder Smartphone Wallet.

In der Entstehungszeit des Bitcoins wurden vor allem Papier-Wallets verwendet, bei denen der Zugang zum System für den Anleger mit Hilfe eines persönlichen Zugangsschlüssels und einer Bitcoin-Adresse ermöglicht wurde (ähnlich eines Passworts und eines Nutzernamens). Da diese Methode jedoch zu unsicher war, wird sie heute kaum mehr verwendet.

Stattdessen bieten verschiedene Anbieter die Möglichkeit eines Papier-Wallets, bei dem die Bitcoin-Adresse des Users mit zwei QR-Codes verwaltet wird. Ein QR-Code enthält dabei die öffentlich zugängliche Adresse, mit der der Nutzer Bitcoins empfangen kann. Der zweite Code enthält den persönlichen Sicherheitsschlüssel, mit dem Bitcoins aufbewahrt oder auch versandt werden können.

Diese erneuerte Variante des Papier-Wallets gilt als sicher und unbedenklich, wenn beide QR-Codes nicht am gleichen Ort aufbewahrt werden.

Vorteile:

  • Sichere Lagerung der Bitcoins
  • Geringe Kosten für die Erstellung

 

Nachteile:

  • Sichere Erstellung ist aufwendig bzw. komplex
  • Keine aktive Nutzung der Bitcoins

Hardware Wallet

Die bislang jüngste Entwicklung am Wallet-Markt stellen Hardware-Wallets dar, bei denen die Bitcoin-Schlüssel des Kunden elektronisch gesichert werden. Sie gelten als eine der sichersten Möglichkeiten zur Aufbewahrung von Bitcoins. Zwar werden die Transaktionen auf einem Computer oder Smartphone mithilfe von Browser oder Software konfiguriert, die eigentliche Transaktion findet jedoch abgeschottet mithilfe der Signatur des Hardware Wallets statt.

Die mobilen Tresore müssen vom Nutzer erst gekauft werden und werden dann per USB, Bluetooth oder auch NFC mit dem Computer oder Smartphone verbunden und je nach Modell mit Knöpfen am Gehäuse oder per Touchscreen gesteuert. Ein Hardware Wallet kann dabei mehrere digitale Währungen speichern und nicht nur Bitcoin.

Im Falle eines Hardware-Defektes können die Schlüssel bei fast allen gängigen Modellen mit Hilfe einer Recovery Phrase wiederhergestellt werden.

Ein kleiner Nachteil: Neue Token-Modelle oder Weiterentwicklungen in der Blockchain-Software müssen von den Herstellern erst in die Wallet-Systeme integriert werden, so dass es zu Verzögerungen kommen kann, bis Nutzer der Hardware-Wallets an den technischen Neuerungen teilhaben können.

Tipp: In der Einführungszeit der Hardware-Wallets kam es immer wieder zu Datendiebstählen, bei denen mit Hilfe von gebrauchten Wallets die Bitcoin-Schlüssel der Kunden gestohlen werden konnten, indem die Recovery Phrase der jeweiligen Sticks entfernt und von den Betrügern ausgefüllt wurden, so dass diese dann die Daten der Kunden wiederherstellen und in Erfahrung bringen konnten. Achten Sie deshalb immer darauf, das Ihr Hardware Wallet originalverpackt und ohne Gebrauchsspuren geliefert wird. Bewahren Sie die Recovery Phrase zudem sorgfältig und sicher auf.

Vorteile:

  • Sichere Lagerung der Bitcoins
  • Aktive Nutzung der Bitcoins möglich
  • Weitere digitale Währungen können gelagert werden

Nachteile:

  • (Höhere) Kosten fallen an

Die besten Bitcoin Hardware Wallets:

Hardware WalletBenutzerfreundlichOpen SourceWährungen
TrezorJaJaBitcoin, Ether und ERC20 Token, Litecoin uvm.
Ledger Nano SJaNeinBitcoin, Ether und ERC20 Token, Litecoin, Ripple uvm.
Ledger BlueJaNeinBitcoin, Ether und ERC20 Token, Litecoin, Ripple uvm.

 

Desktop Wallet

Für die Verwaltung von Bitcoins muss gelegentlich ein eigener Bitcoin-Klient auf dem Desktop installiert werden, der die im Grunde bereits einfachste Form eines Desktop-Wallets darstellt. Er ermöglicht es, Bitcoin-Adressen zu generieren und Transaktionen im Netzwerk zu verwalten. Bei einem Desktop Wallet kommt es stark auf die Umgebung an, d.h. ob Ihr Computer frei von Schadsoftware ist.

Neben den zum Teil sehr kompakten Klienten sind heute jedoch auch umfangreichere Software-Features verfügbar. Je nach Anbieter werden dabei unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, wie z. B. die Sicherheit des Wallets (z. B. „Amory”) oder die Anonymität des Users (z. B. „DarkWallet“).

Allerdings besitzen Desktop-Wallets einen entscheidenden Nachteil: Sie sind äußerst unpraktisch im alltäglichen Handel mit Bitcoins und somit nur für Nutzer geeignet, die Bitcoins vorrangig für den Vermögensaufbau nutzen möchten.

Vorteile:

  • Keine Kosten für die Erstellung
  • Aktive Nutzung der Bitcoins möglich

Nachteile:

  • Angreifbare Umgebung
  • Auf Entwickler angewiesen (Updates, Sicherheit, usw.)

Smartphone Wallet

In den App-Stores von Android und Apple lassen sich vielfältige Mobile-Wallets finden, wie z. B. Jaxx, Bread Wallet oder Blockchain. Da sie den persönlichen Zugangsschlüssel direkt auf dem Smartphone bewahren, eigenen sie sich hervorragend für den alltäglichen Zahlungsverkehr mit Bitcoin.

Mittlerweile werden sogar einige Wallet-Apps angeboten, mit denen die sogenannte NFC-Technologie (Near-Field-Communication) für das kontaktlose Bezahlen genutzt werden kann, ohne das ein QR-Code gescannt oder eine Adresse weitergegeben werden muss.

Übrigens: Technisch gesehen sind die meisten mobilen „Geldbörsen“ keine echten Wallets. Denn dann müssten sie auch den ständig wachsenden Blockchain verwalten, der die Speicherkapazität vieler Smartphones sowie das Datenvolumen der Nutzer übersteigen werden. Sie verwalten daher mit Hilfe der sog. „Simplified Payment Verification“ (SPV) nur einen Teil der Datenbank, der notwendig ist, um die Sicherheit der Transaktionen zu garantieren.

Vorteile:

  • Keine Kosten für Erstellung und Nutzung
  • Bitcoins können überall mitgenommen werden

Nachteile:

  • Angreifbare Umgebung
  • Auf Entwickler angewiesen (Updates, Sicherheit, usw.)

Online Wallet

Bei webbasierten Wallets wird der private Schlüssel des Nutzers von einem externen Anbieter verwaltet. Ein Download des Blockchains ist somit nicht notwendig, da die Rechenleistung vom jeweiligen Anbieter zur Verfügung gestellt wird. Online-Wallets punkten daher mit ihrer unkomplizierten Verfügbarkeit.

Allerdings muss der User seine Daten einem externen Verwalter anvertrauen. Ein Nachteil im Blick auf die Sicherheit der persönlichen Daten, da der User so selbst nicht mehr überprüfen kann, wie gut die persönlichen Daten geschützt sind.

Online-Wallets sind daher in der Praxis mit dem Bitcoin-Handel an Börsenplätzen vergleichbar. Sie sind jedoch tatsächliche Wallets, da sie die persönlichen Bitcoin-Schlüssel der User verwalten. Die weltweit größte Online-Wallet-Anbieter ist die Plattform Coinbase, die Börse und Wallet zugleich anbietet. Weitere bekannte Anbieter sind Blockchain, eToro oder Plus500.

Tipp: Einen ganz eigenen Weg beschreitet der Anbieter „Stroncoin“, der seinen Kunden eine eigens entwickelte Hybridlösung anbietet. Die Schlüssel der Kunden werden bei dieser Variante vor der Ablage im Online-Wallet verschlüsselt.

Vorteile:

  • Schnelle und einfache Erstellung
  • Überall auf der Welt nutzbar mit E-Mail und Passwort

Nachteile:

  • Angreifbare Umgebung (auch Phishing)
  • Hält Ihre privaten Schlüssel
  • Vom Dienst des Anbieters abhängig

Wallet Arten im Vergleich

Hier noch einmal zur Übersicht die unterschiedlichen Arten der Bitcoin Wallets und ihre Hauptmerkmale im Bezug auf die Anwendung:

ArtHardware WalletPaper WalletDesktop WalletSmartphone WalletOnline Wallet
Wie kompliziert ist die Einrichtung?
Wie hoch sind die Anschaffungskosten?
Ist die Umgebung sicher?



Halte ich die privaten Schlüssel?

Grundsätzlich wird Einsteigern zu einem Bitcoin Hardware Wallet geraten. Das hat mehrere Gründe, z.B.:

  1. Sicherheit: Hardware Wallets sind so gut geschützt, dass selbst Schadsoftware die Bitcoins nicht stehlen kann.
  2. Einfache Einrichtung: Die Einrichtung eines sicheren Hardware Wallets ist deutlich einfacher als die Einrichtung eines anderen sicheren (z.B. Paper-) Wallet.
  3. Benutzerfreundlich: Das Interface ist übersichtlich gestaltet und der Benutzer gewöhnt sich schnell daran.
  4. Digitale Währungen: Benutzer können weitere digitale Währungen wie Ether, Litecoin, Dash usw. sicher lagern.

Anbieter von Bitcoin Wallets

Es ist nicht leicht, in der Vielzahl der Wallet-Anbieter einen Überblick zu behalten. Nachfolgend werden deshalb einige Anbieter vorgestellt, die mit hohem Komfort und einer einfachen Handhabung punkten können.

Paper Wallet

Ihre Einfachheit ist zugleich das größte Gut der Papier-Wallets. Da die Daten nicht elektronisch abgespeichert werden, ist die Möglichkeit eines Datenmissbrauchs oder Datenklaus nahezu ausgeschlossen. Sie können nicht gehakt werden und gleichen einem Geldschein oder Scheck: Nur wer diesen in seinem Besitz hat, kann auch über den dahinterliegenden Wert verfügen.

Bitadress.org

Eine der bekanntesten Seiten zur Generation der Wallet-IDs ist die Internetseite Bitadress.org. Durch das zufällige Bewegen des Mauszeigers wird eine hohe und zufällige Verschlüsselung der Bitcoin-Keys sichergestellt.

Anschließend erscheinen zwei Codes:
1. Die Bitcoin-Adresse und
2. Der Private Schlüssel (WIF)
.

Diese können entweder als Buchstabenzahlenkombination oder als QR-Code ausgegeben werden. Möchte ein User seine Bitcoin-Adresse mit einem entsprechenden Wert aufladen, so muss er Bitcoins an diese Adresse überweisen.

Die Bitcoin-Adresse kann im Handel weitergegeben werden. Der WIF bleibt dagegen immer beim Besitzer. Sie sollte unbedingt an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Je nach Wunsch kann der User sein Papier-Wallet auf der Webseite grafisch aufbereiten lassen in Form eines Bitcoin-Geldscheines. Weitere Möglichkeiten sind Erfassung als Massen-Wallet oder Split-Wallet.

Hardware Wallet

Verbraucher schätzen an den noch relativ jungen Hardware-Wallets vor allem die Möglichkeit, völlig selbstbestimmt über die Verwahrung der eigenen Bitcoin-Keys zu entscheiden. Auf dem Markt sind zwei große Anbieter zu finden:

Ledger

Zu den meistverkauftesten Hardware Wallets weltweit zählt das Ledger Nano S. Alle verfügbaren Kryptowährungen können auf dem kompakten Wallet im USB-Stick-Design verwahrt und verwaltet werden. Mit einem Preis von 79 Euro ist der Stick allerdings kein Schnäppchen.

Eine weitere Walletvariante ist der Ledger Blue, der mit einem größeren und farbigen Touchscreen eine etwas einfacherer Bedienbarkeit ermöglicht.

Trezor

Der französische Hardware-Wallet-Anbieter Trezor hat derzeit zwei Produktvarianten in seinem Angebot, der kompakte Trezor Model One und der etwas mit einem größeren Bildschirm ausgestattete Trezor Model T. Eine Authentifizierung über USB ist erst möglich, nachdem alle vertraulichen Daten direkt über das Hardware-Wallet eingegeben wurden.

Im Handel ist das Model One zum Preis von 59 Euro erhältlich, das Model T kostet 165 Euro. Da im Gegensatz zu Ledger keine eigene Software zur Verfügung steht, gestaltet sich der Installationsvorgang etwas umständlicher. Weitere Merkmale:

  • 14 Coins: Im Gegensatz zum Ledger Wallet, das 55 Coins unterstützt, können mit dem Trezor Wallet nur 14 Coins verwaltet werden. Für Privatanleger ist dies jedoch in aller Regel völlig ausreichend.
  • Backup: Ein besonderes Merkmal ist die integrierte Backupfunktion, mit deren via USB Sicherungskopien der Schlüssel angefertigt werden können, um diese im Falle eines Hardware-Ausfalls zu schützen.
  • Crypto Steel: Kunden, die mit ihrem Hardware Wallet ein sehr hohes Guthaben verwalten, bietet Trezor eine besondere Möglichkeit zur Sicherung des Recovery Seed. So können in einer dünnen Metallschachtel mit Hilfe der mitgelieferten Metallbuchstaben eine Erinnerung an den Recovery Seed, einen Code aus 24 englischen Wörtern gesetzt werden. Dazu müssen jedoch nur die ersten vier Buchstaben jedes Wortes gesetzt werden, da sich die restlichen Buchstaben dann automatisch herleiten lassen. Mit 131 Euro ist das feuerfeste Crypto Steel allerdings kein Schnäppchen.

Die besten Hardware Wallets:

Hardware WalletBenutzerfreundlichOpen SourceWährungen
TrezorJaJaBitcoin, Ether und ERC20 Token, Litecoin uvm.
Ledger Nano SJaNeinBitcoin, Ether und ERC20 Token, Litecoin, Ripple uvm.
Ledger BlueJaNeinBitcoin, Ether und ERC20 Token, Litecoin, Ripple uvm.

Online Wallet

Da weder eine Hardware konfiguriert werden muss noch eine Software auf dem heimischen PC installiert werden muss, gelten Online-Wallets als die bequemste Möglichkeit, Kryptowährungen zu verwahren und zu handeln. Unter den Anbietern sind eToro und Plus500 besonders zu empfehlen. Sie zählen zu den bekanntesten Online-Wallet-Anbietern am Markt:

eToro

Die im Jahr 2006 gegründete Trading-Plattform eToro hat sich vor allem auf den Bereich des Social Trading Dabei können Kunden die Portfolios anderer erfolgreicher Nutzer im eigenen Portfolio abbilden und so von deren Erfolg profitieren.

Insgesamt sind über 4,5 Millionen User aus 170 Ländern auf der Plattform aktiv. Durch den Firmensitz in Zypern unterliegt eToro der Absicherung durch die CySEC (Cyprus Securities and Exchange Commission) sind die Einlagen der Kunden bis zu einer Höhe von 20.000 Euro gesetzlich abgesichert, ein verhältnismäßig niedriger Betrag (in Deutschland sind 100.000 Euro garantiert).

Die Anmeldung ist schnell unkompliziert möglich. Gehandelt werden kann in den Währungen US Dollar, Pfund, Euro, Yen, sowie in australischen und kanadischen Dollar.

Plus 500

Das Finanzunternehmen Plus500 ist ein weltweit agierender Derivat-Broker (CFD – Contracts for Difference). Das 2008 in Haifa gegründete Unternehmen ist heute außer in Israel indrei weiteren Ländern registriert: Australien, Großbritannien und Zypern.

Seinen Kunden bietet der Broker mehr als 2000 Finanzinstrumente an, mit denen diese mit oder ohne Hebel auf steigende und fallende Aktienkurse spekulieren können. Kontrolliert wird der CFD-Handel von der Britischen Finanzaufsichtsbehörde (FCA). Die gehandelten Finanzinstrumente sind vor allem Forex, Aktien, Rohstoffe, Optionen und Indizes.

Im Jahr 2013 ging Plus 500 an die Börse. Die ersten Aktien wurden an der Londoner Börse gehandelt. Der Handel beim CFD-Broker Plus 500 ist verhältnismäßig günstig, so dass auch Vieltrader keine übermäßigen Unkosten befürchten müssen.

Wie richte ich ein Wallet ein?

Ist die Entscheidung getroffen, ob das Wallet per Desktop, Smartphone, mit separater Hardware oder online verwahrt werden soll, ist die wichtigste Aufgabe bei der Einrichtung eines Bitcoin Wallets bereits absolviert. Denn das Erstellen eines Wallets ist verhältnismäßig einfach, funktioniert jedoch je nach Anbieter unterschiedlich:

Paper Wallet: bitaddress.org

Die Einrichtung eines Paper Wallets ist mit dem richtigen Anbieter nicht kompliziert.

1. Schritt: Schlüssel generieren

Nach der Verschlüsselung per Zufallsgenerator mit Hilfe des Mauszeigers oder einer zufällig eingegebenen Zahlen-Buchstabenkombination auf der Homepage bitaddress.org, generiert das System eine Bitcoin-Adresse zum Weitergeben und einen privaten Schlüssel.

2. Schritt: Aufbewahrung

Je nach Wunsch kann das Paper Wallet mit einer oder mehreren Adressen gestaltet werden. Die sicherste Aufbewahrungsmöglichkeit ist der Ausdruck des Bitcoin-Scheines und die anschließende Verwahrung an einem sicheren Ort. Technisch ist es aber auch möglich, das Papier-Wallet als PDF zu speichern. Allerdings birgt diese digitale Verwahrung die Möglichkeit absichtlich oder unabsichtlich an unbefugte PC-Nutzer zu geraten.

3. Schritt: Aufladung

Ohne die entsprechende Aufladung sind die Bitcoin-Scheine allerdings wertlos. Die Aufladung kann einfach und unproblematisch erfolgen, in dem Bitcoins von einen Online-Wallet (z. B. https://jaxx.io) auf das Papier-Wallet übertragen werden. Dazu gibt es auf allen Online- und Browser-Wallets die Funktion „Transfer BTC (Bitcoin) Paper Wallet“.

Hardware Wallet: Ledger

Voraussetzung für die Nutzung des Ledger Wallets ist die Installation der Software Ledger Live, die für Windows, Mac und Linux verfügbar ist. Die Bedienung des Wallets erfolgt dann über Google Chrome. Zudem muss eine eigene Bridge installiert werden, damit der Stick mit dem Computer verbunden werden kann. Die Installation der verschiedenen Komponenten kann für Anfänger durchaus fordernd sein und einige Zeit in Anspruch nehmen.

1. Schritt: Installation

Für die Anleitung zur Installation hat Ledger eine eigene Webseite eingerichtet: start.ledgerwallet.com. Aktuell ist die Seite lediglich in Englisch verfügbar. Dank der einfachen Sprache kann sie jedoch auch von Nutzern mit geringen Englischkenntnissen genutzt werden.

2. Schritt: Verknüpfung von Computer und Wallet

Nachdem der Nutzer sein Ledger-Produkt ausgewählt hat, öffnet sich das Einrichtungsmenü, das die ersten Schritte mit dem Produkt erläutert. Das Hardware-Wallet Nano S kann lediglich mit zwei kleinen Tasten bedient werden, was die Steuerung unter Umständen etwas kompliziert werden lassen kann. Unerfahrene Kunden werden sich daher vermutlich eine gewisse Zeit mit der Steuerung des Hardware-Wallets auseinandersetzen müssen.

3. Schritt: Konfiguration

Nachdem das Wallet mit dem Computer verbunden wurde, kann mit der Konfiguration begonnen werden. Zunächst muss dafür ein freigewählter PIN mit mindestens vier Ziffern eingegeben und bestätigt werden.
Etwas aufwendig ist die Einrichtung des Recovery Sheet. Denn dazu müssen alle 24 englischsprachigen Wörter vom Ledger auf den entsprechenden Vordruck übertragen werden. Mit einer Gegenprobe, mit dem ein Wort gemäß seiner Ziffer am Gerät bestätigt werden muss, ist die Installation abgeschlossen.

4. Schritt: Einrichtung der App

Für die vollständige Nutzung des Ledger Nano S ist zudem die Einrichtung einer App notwendig.

 

Tipp: Eine hilfreiche Video-Anleitung ist im Internet auf der Plattform YouTube zu finden: https://www.youtube.com/watch?v=T9_tSiKq6kY

Online Wallet: eToro

Da beim Social-Trading-Riesen nur wenige Grundangaben benötigt werden, erfolgt die Anmeldung schnell und unkompliziert.

1. Schitt: Anmeldung

Als Angaben werden Name, Vorname, Email, Benutzername und ein Passwort benötigt. Auch eine Anmeldung mithilfe eines Google- oder Facebook-Accounts ist möglich.

2. Schritt: Verifizierung

Bis zu einem Betrag von 2.000 Euro ist der Handel sofort möglich. Bei einer höheren Anlagensumme müssen Angaben zur persönlichen finanziellen Situation gemacht und verifiziert werden. Die Verifizierung erfolgt per Ausweis (Identitätsnachweis) oder per Adressnachweis (POA) mit einem entsprechenden Dokument (z. B. Kontoauszug).

3. Schritt: Bitcoin Handel

Am einfachsten lässt sich das Bitcoin-Investment über die hauseigene App verwalten, die über Google und Apple verfügbar ist. Auch eine Onlineverwaltung im Browser ist möglich. In allen Fällen erfolgt die Steuerung einfach und intuitiv, so dass innerhalb kurzer Zeit mit dem Trading begonnen werden kann. Der Kauf von Bitcoins ist via Paypal und Kreditkarte möglich.

Weitere Merkmale:

  • Demo-Konto: Anfänger steht auch ein Testkonto mit einem Volumen von 100.000 USD zur Verfügung, mit dem erste Erfahrungen im Bitcoin-Handel gemacht werden können.
  • Kunden-Support: Für den Bitcoin-Handel bietet eToro einen spezialisierten Support an, der über eine Hotline, per Email oder über das HelpCenter auf der Homepage des Anbieters erreichbar ist. Ein Blog informiert über aktuelle Neuigkeiten.
  • Community: Als Social-Trading-Plattform legt eToro einen wichtigen Schwerpunkt auf den Austausch der Nutzer untereinander. Dabei können vor allem Einsteiger vom „Schwarmwissen“ der weltweiten Community profitieren und umfassende Erfahrungen sammeln.

Backups zur Wiederherstellung

Bitcoin Wallets lassen sich im Notfall wieder herstellen. Aber dafür benötigen Sie ein Backup. Gewöhnen Sie sich an, bei Bitcoin Wallets mehrere Backups zu erstellen und diese sicher aufzubewahren. Sie sind bei Bitcoin Ihre eigene Bank.

Letztes Update:

3 KOMMENTARE

  1. Hallo,

    habe ich das richtig verstanden, dass ein Ledger Nano S somit die beste und sicherste Methode ist, um seine Kryptowährungen zu verwalten?
    Für mich ist das alles noch verwirrend – es gibt so unglaublich viele und komplexe Begriffe und darüber dann unendlich viel Informationen.. da weiß man oft nicht ganz, ob man manches jetzt richtig verstanden hat oder was denn jetzt der Wahrheit entspricht.

    Danke schon mal und alles Liebe (:

    • Hey,
      ein Hardware Wallet ist für Einsteiger grundsätzlich die sicherste Methode, um Kryptowährungen zu verwalten. Hier findest Du die drei besten Hardware Wallets. Wir finden den TREZOR sehr gut, auch weil der Code Open-Source ist und damit für jeden (auch für Hacker) einsehbar und trotzdem wurde er nicht gehackt.

      Das Problem bei anderen Wallets für Einsteiger ist: Falls die Umgebung unsicher ist oder etwas falsch eingestellt wurde, kann das schnell dazu führen, dass man alles verliert. Ein Paper Wallet ist grundsätzlich auch sehr sicher, allerdings benötigt man etwas (mehr) technisches Know-How und es lauern Gefahren bei einem Paper Wallet, z.B. der Drucker, die man auf den ersten Blick nicht bedenkt.

      Ein Tipp für den Einstieg: Richte Dir einen Desktop- oder Smartphone-Wallet ein und überweise einen kleinen Betrag auf diesen und sende Deine Satoshis (Teile eines Bitcoin) zwischen verschiedenen Wallets hin und her. Lösche den Wallet (nachdem Du ein Backup gemacht hast) und versuche, ihn wiederherzustellen. Auf diese Weise erhältst Du ein Gefühl für Bitcoin Wallets und falls etwas schief läuft, verlierst Du nur kleine Beträge (z.B. 5€).

      Sobald Du größere Summen investieren und verwalten möchtest, solltest Du jedoch unbedingt einen sicheren Wallet auswählen, also einen Hardware Wallet kaufen und diesen nutzen. Teste aber auch den Hardware Wallet zuerst mit einem Kleinbetrag! 5€ einzahlen, sende Bitcoins hin und her und stelle Deinen Hardware Wallet wieder her. Ein sicheres Umfeld (gutes Antivirusprogramm) ist aber auch hier Pflicht!

      LG 🙂

      • Hallo,
        vielen Dank für die ausführliche Antwort!! Das sind wirkich sehr viele Informationen (:
        Leider ist der Kommentar irgendwie untergegangen, aber zum Glück bin ich jetzt darauf gestoßen!
        Danke auch für den Einsteigertipp. Das werde ich die kommenden Tage gleich einmal versuchen.
        Alles Liebe und danke nochmals (:

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